Wer in den 80ern 16 wurde, für den war das fast so, wie 18 werden.Es gab ne riesen Party, auf der der Barkeeper, wenn man ein Bier bestellte, nicht mehr nach Mami und Papi, sondern höchstens noch nach dem Ausweis fragte.
Man brauchte keinen Elternauftrag, um alleine raus zu dürfen und keiner schrie sofort nach dem Notarzt, wenn man besoffen in der Ecke lag. Man war mit 16 kein Kind mehr, durfte Sex haben, Bier und Wein trinken, bis 0 Uhr problemlos allein in die Disco, auf der Strasse rauchen. Eigentlich fehlte nurnoch die uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit.
Das ich 16 Jahre alt wurde, ist wohl schon länger her, als die erste GIP. Ich hätte also nach 0 Uhr noch bleiben dürfen.Und so sitze ich hier und komme mir plötzlich schrecklich alt vor…
Heute darf man zwar erst mit 18 rauchen, aber ob wirklich früher alles besser war? Zumindest war es nichts besonderes, wenn eine Party 16 Jahre alt wurde. Clubs, Parties, Kneipen, Waschmaschinen, sogar der Toaster hielt viel länger als heute und so ging es glücklicherweise auch mit den schwarzen Parties im Ruhrgebiet.
Eine der ältesten im Bunde ist die GIP, die sich der schwarzen Szene widmet und Industrial und Gothic, eigentlich alles was unter “schwarze Musik” fällt ihren Gästen zum Tanz aufspielt. Klar, “alte Säcke” würden jetzt sagen: “Früher lief da noch nicht immer das gleiche… Früher konnte der DJ noch spielen, was er will… Früher war überhaupt alles b…” Nein, es war anders!
Und so wie die Gesellschaft, die Musik und die Menschen sich veränderten, ging auch die GIP mit der Zeit. Genau das habe ich ja auch getan. Ich bin anders als früher. Trotzdem sind die GIP und ich noch da, trotzdem gibt es die schwarze Szene noch und trotzdem ist alles gut…
Aber, wie das in den 80ern so war, schmeisst die GIP zu ihrem 16. Geburtstag eine riesen Party, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Und damit die Opas und Omas in Erinnerungen schwelgen und die Kids was lernen können, bietet sie diesmal ein ganz besonderes Special: Sie hat die Gothika eingeladen, die als “Partygast” einiges an Unterhaltungsprogramm mitbringt.
Gothika ist 2009 als erste Messe der Gothic-Szene gestartet und hat sich seither jährlich weiterentwickelt. Zwar mutet es hinter den Kulissen manchmal etwas chaotisch an, doch die Umstetzung kommt bei den meissten Besuchern gut an und so freuen sich Szenemitglieder über neue Anregungen und Aussenstehende über interessante Infos über und von der Szene.
Gemeinsam begehen die GIP und die Gothika also ein ganz besonderes Event, das über zwei Tage mit Bands, Musikern, Künstlern, Models, Printmedien, Bodyart und allem was dazu gehört, jeden begeistern soll, der es besucht. Erfahrungsgemäss wird das beiden Veranstaltern gelingen und so sollte man sich diesen Termin keinesfalls entgehen lassen…
Wann: 2.+3. Okt. 2010
Wo: Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, 45326 Essen
Tickets überall im VVK, auch unter www.gothic-industrial-party.de
Tageskarte 13 Euro, Festivalkarte 18 Euro






