
3 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit Reptyle ihr aktuelles Album “Consequence” veröffentlichten. Doch nun melden sich die ostwestfälischen Goth-Rocker zurück und veröffentlichen ihre Vinyl-EP “Corruption” am 11. Februar 2011.
“They’ll try to scare us, honey, with weapons they can’t use. I’ll sing back from the archives a song I wrote for you” – die fast trotzigen Zeilen aus dem Opener der Platte “Lost in ’95″ charakterisieren die ostwestfälischen Goth-Rock-Überzeugungstäter REPTYLE besser als jedes Programm.
Gegründet 1999, zu einer Zeit, als das Genre ziemlich tot war, hat das Quintett seither ebenso zwingend die Vorzüge des Untot-Seins unter Beweis gestellt. Ohne jeden Industrie-Support, dafür mit jeder Menge Konzerten im In- und Ausland, einer exklusiven und unbeirrbaren Fanbase und – vor allem – zwei publikums- und kritikerseits höchstrespektierten Alben, “A High and Lonely Place” und “Consequence”.
Denn klar, Attitüde ist zwar einiges, aber nicht alles, wie gerade dieser neue Tonträger beweist. REPTYLE haben ganz offensichtlich ihr erhebliches Songwriting-Talent geschliffen. Das zeigen Songs, die gleichzeitig vielseitiger und fokussierter sind als noch zuletzt – etwa der oben zitierte, breitbeinige Opener, die Cinemascope-Tragödie “Into Her Desert” oder der feinsinnige und trotzdem wuchtige Groove von “Heroes of the Working Dead”. “Fokussiert” ist überhaupt das Stichwort: Zulu singt in jeder Hinsicht grimmiger und trotzdem intimer. Die Gitarren kombinieren souverän punkige Ausbrüche und Shoegaze-ige Flächen; die Produktion ist deutlich besser als früher. Und dass hier jetzt ein Live-Drummer trommelt, schadet kein bisschen.
Wenn das “old school” ist, gibt es dem jungen Jahrhundert einen verdienten Tritt in den Allerwertesten – und REPTYLE, hoffentlich, den entscheidenden Schub auf größere Bühnen.

Tracklist:
A1. Lost In 95
A2. Heroes Of The Working Dead
A3. Fake Your Death
B1. Into Her Desert
B2. Miss Anthropy
B3. Damned Again
(Foto: Kunstfotograf Peter Wehowsky)




