Der Zerfall mit Debüt-EP

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Nach 35 Veröffentlichungen im ersten Jahr, schickt das junge Label afmusic im Januar gleich fünf neue Scheiben ins Rennen. Den Anfang macht in der ersten Woche DER ZERFALL. Die Bescherung verschiebt sich somit für Dark Punk-Fans auf den vierten Tag nach Neujahr, denn die Debüt-EP der Berliner um Frontmann Sven Rebentisch macht den 5. Januar für Genrekundige zu Geburtstag und Weihnachten an einem Tag: Ein besonderes Geschenk lauert im Halbdunkel auf sie…

Wave-Gitarren und Fliehende Stürme-Keyboardparts treffen zwischen EA80 und Blitzkid auf düstere Punktunes – dazwischen lassen frühe Christian Death und die Super Heroines grüßen. Die Debut-EP der Berliner Band DER ZERFALL ist ein Festmahl für Dark Punk-Fans.

Das besondere daran ist das Gefühlsbad: Den warmen wavelastigen Cleanparts lauert stets eine Punkexplosion auf. Der Erstling der Haupstädter – betitelt wie die Band selbst – kommt stellenweise als waschechte Kreuzung aus 45 Grave und The Cures “Pornography” aus den Lautsprechern. Mal treibt eine “Simon Gallup-Gedächtnis-Bassline” den Sound an (“Ich sein”), mal gibt es einen verstörenden Dschungel aus Samples und Effekten (“Die Vision”) und manchmal blitzt das “Rudimentary Peni-Chaos” durch. Gekonnt moderiert und besungen wird der Stilmix von Sänger und Frontmann Sven Rebentisch, der dabei mit stellenweise gehässigem Tonfall Bilder von Schorsch Kameruns bösem Zwilling hervorruft.

So viel Name-Dropping hat DER ZERFALL allerdings eigentlich nicht verdient. Die deutschen Texte handeln zwar von dunklen Gedanken und inneren Abgründen, umschiffen aber Eisberge wie triefendes Pathos oder peinliche Larmoyanz weiträumig. Technik und Produktion sind außerordentlich gut. Die Band hinterlässt schon beim ersten Hören eigene Fußstapfen auf dem Depro-Punk-Trampelpfad und spaziert auch mal links und rechts davon durch den Wald.

Kurz: Die meisten ihrer Genre-Kollegen lässt DER ZERFALL schon mit seinen ersten fünf Songs hinter sich.

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Tracklist:

  1. Gott ist überall
  2. Ich sein
  3. Selbstjustiz
  4. Die Vision
  5. Suizid

Die Scheibe kann man sich auf www.af-music.de komplett und umsonst anhören. Sie ist zudem in allen gängigen Download-Shops und Internet-Musicstores zu haben. Da sich das Erstlingswerk des Zerfalls bestens als Soundtrack für rotweinlastige Post Punk- und Wavemusikabende eignet, kommt es zudem noch im Frühjahr 2009 – stilecht, wie sich das gehört – auf Vinyl in den Handel.

Link: http://www.myspace.com/derzerfall