Das war das Amphi 2009

Amphi 2009 – 18./19.07.2009 – “Rocken bis die Bude zusammenbricht….”

…….was sie ja dann auch pünktlich Samstagsabends tat!

Fangen wir von Vorne an: Bei typischem Amphi – Wetter, sprich von 30 Grad Hitze bis zu regelmäßigen Gewitterschauern war alles dabei, fuhren wir am Samstag Mittag nach Köln. Noch ziemlich mitgenommen von einer der vielen “Amphi-Warm-up” – Partys betraten wir das Gelände am Kölner Tanzbrunnen. Zum fünften Mal fand das Amphi – Festival statt, aber zum ersten Mal sollte als zweite Location, neben der Open Air Mainstage “Tanzbrunnen”, nicht das Theater am Tanzbrunnen, sondern die große Rheinparkhalle genutzt werden….

Eigentlich eine hervorragende Wahl! Größer, klimatisch besser und mit mindestens genau so guter Atmosphäre und Akustik…..

Bis zum Konzert von Feindflug! Laut Pressemeldungen löste sich nach ca. 20 min. Konzert ein 2 qm großes Stück Putz von der Decke und fiel teilweise auf die Bühne. Weder den Jungs von Feindflug noch dem betroffenen Publikum ist nach meinen Informationen etwas passiert. Außer “Staubschäden” scheint Gottseidank keiner bleibende Schäden zurück behalten haben….

Ein Großteil des Publikums hat wahrscheinlich sowieso gedacht: “Wow, Staubkanonen von der Decke…. Was für eine krasse Performance….”

Das Konzert von Feindflug wurde vorzeitig abgebrochen. Selbstverständlich wurde nach diesem Vorfall die Rheinparkhalle aus Sicherheitsgründen gesperrt und alle Konzerte fanden dann wieder im Theater am Tanzbrunnen statt. Wenn ich richtig informiert bin, wurden die Messehallen erst vor kurzem kernsaniert. Hat hier mal wieder der “kölsche Klüngel” zugeschlagen? Pfusch am Bau?

Das Line – up hatte – querbeet durch alle dunklen Facetten des Genres, von elektronischer Härte bis hin zu mittelalterlichen Klängen – vieles zu bieten. Auch im Rahmenprogramm aus Aftershow Partys, Filmen, Lesungen und sonstigen Events setzten die Veranstalter konsequent auf Abwechselung. 13.000 Fans feierten mit 34 Bands, 2 Tage – Ein sehr gelungenes Wochenende!

Auszüge aus dem Programm:
Samstag, 18.07.2009

Jäger90

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Am frühen Nachmittag auf die Bühne zu müssen ist schon hart. Dennoch blieb den beiden Minimal-EBM-Heads Thoralf und Vigo eine leere Rheinparkhalle erspart. Die Fans waren pünktlich und zahlreich erschienen, um sich zu den Analogsequenzen die Seele aus dem Leib zu tanzen. Kaum einer der kurzhaarigen EBM-Soldaten stand mehr still. Flakscheinwer-fer zuckten durch den Raum. Das schon jetzt kultige “Stiefelblitz” bescherte dem furiosen Gig den krönenden Abschluss.

Solar Fake
Am frühen Nachmittag war nun Sven Friedrich mit seinem Electro – Projekt “Solar Fake” zu bewundern. Sven lieferte mal wieder den Beweis ab, dass Computermucke nicht zwingend innovationsfrei und uninspiriert sein muss. An der Mainstage hatten sich schon reichlich Leute versammelt und genossen Hits wie “Stigmata”, “Sometimes”, den Clubhit “The Shield” und viele weitere….

Eisbrecher

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Der Charismatische Sänger Alexx schaffte es innerhalb kürzester Zeit das Publikum für sich einzunehmen. Eisbrecher präsentieren Songs mit deutschen Texten und viel Aussage, Tiefe und Emotion wurden präsentiert. Dazu werden die Songs durch donnernde und wuchtige Gitarren umrahmt. Die Jungs von Eisbrecher spielten neue und alte Hits, wie “Kein Mitleid”, “Leider” und “Antikörper” und viele Weitere. Nach Eisbrecher war das Publikum nun in Partystimmung. Die Luft brannte.

Agonoize

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Wer Schilder aufhängen lässt mit folgender Aufschrift:
“- wir übernehmen keine Haftung für beschmutze Kleidung oder Gegenstände
- die Show für Leute mit empfindlichen Magen nicht geeignet ist
- unser Ejakulat nicht zur Fortpflanzung geeignet ist
- intensives Zuhören Deinen Glauben ändern kann.”
…..muss schon ziemlich durchgeknallt sein. Wir erwarteten Großes. Menschenmassen pilger-ten somit auch in die nur noch max. 1,5 Stunden bespielbare Rheinparkhalle….. (Dies wusste zu dem Zeitpunkt noch keiner!) So spielten Chris, Mike und Oliver als erste in der
Rheinparkhalle vor richtig vollem Haus. Das Publikum feierte ordentlich zu Clubstampfern wie “Koprolalie”, “Glaubenskrieger” und es wurden auch schon Songs vom neuen Album “Hexakosioihexekontahexa” gespielt.

Fields of the Nephilim

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Die Dämmerung setzte langsam ein. Carl McCoy und seine neuen Bandkollegen enterten als Headliner am Samstag die Mainstage des Tanzbrunnen. Optisch in gewohnter Manier, zerfetzte, mehlige Klamotten, lange Mäntel, Cowboyhüte und mit Sonnenbrillen. Zu viel Nebel wurden Klassiker wie “Moonchild”, “Dawnrazor”, “The Sequel”, “Psychonaut” oder “Penetration” gespielt. Die Freunde des klassischen Gothic – Rock kamen voll auf Ihre Kosten.

Sonntag, 19.07.2009
Mono Inc.

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Die Hamburger Gothrocker Mono Inc. mühten sich redlich, die verschlafenen und verkaterten Besucher wach zu rocken. Die Menge vor der Bühne blieb zwar bis zum Ende überschaubar, aber Mono Inc. hielt dies nicht von einem engagierten, rockigen Gig ab. Die Fans bekamen umfassende Einblicke in den atmosphärischen Gothic – Sound des Quartetts.

Diorama
Bei Diorama passte einfach alles: Fetter Sound, agiles Stage-Acting und gute Songauswahl. Songs wie “Synthesize me”, “Why”, “Buring out” und viele weitere Hits enthielten.
Entsprechend begeistert feierte das Publikum am Mainstage “Tanzbrunnen” den aggressiv und energievoll agierenden Torben Wendt und seine Band. Alles in allem ein überzeugender Auftritt, der Lust auf mehr macht.

Hocico

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“Oh nein, stumpfer BumBum Electro mit Grunzgesang…..” dachte ich! Aber was die durchgeknallten Mexikaner Erk, Racso & Co. ablieferten war ganz großes Kino…..Eine Orgie in Theaterblut….. Mehrere in rituelle Aztekentracht gehüllte Medizinmänner mit riesigem Federschmuck auf dem Kopf vollzogen während des Gigs immer wieder unter einer Menge Kunstnebel scheinbar mysteriöse Riten. Südamerikanischer Götterkult mitten in Köln! Erk sprang, Kunstblut überströmt von einer Bühnenecke zur anderen. Eine wirklich einzigartige Show.
Jungs, “Hell Electro” kann auch interessant sein….Ihr habt mich überzeugt!

Jesus on Extasy
Kann eine Band mit einem sich lasziv bewegendem, androgynen Frontmann und jeder Menge Ohrwürmer, eigentlich etwas falsch machen? Wohl kaum! Und so hatten es Jesus on Ex-tasy auch nicht schwer, das Publikum mit Ihrer professionellen Show zu begeistern. Sänger Dorian schaffte es, mit Ausstrahlung und schrägem Humor fast 50 min zu unterhalten.

Qntal
Eine Stunde boten Syrah und Ihre Mitstreiter ein intensives Konzerterlebnis. Unterstützt von der Akustik und Atmosphäre des Theaters am Tanzbrunnen. Gänsehautfeeling und treibende Beats wechselten ab. Tradition und Moderne in fließender Verbindung. Die Fans hätten gerne noch mehr gesehen.

Henke

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Oswald Henke ist ein Urgestein der Szene! Mit seinem Projekt “Henke” spielt er Songs seiner Bands “Erblast”, “Goethes Erben” und “Artwork” nach. Seine Performance war fast schon ein mit Sounds unterlegtes Theaterstück. Schwere, epische Stücke wechselten mit flotteren Be-ats, Sphärenklänge begleiteten Henkes beeindruckende Reime. Hier stand ein klassischer Künstler auf der Bühne. Eine große Instinierung von Oswald & Co.

KMFDM
Der angekündigte “bombastische Industrialsturm” war ehr ein laues Lüftchen…. Von einer mitreissenden Show war “man” weit entfernt. Sorry, das könnt Ihr besser!

Unheilig

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Zum wiederholten Male trat der Graf auf der Mainstage am Tanzbrunnen auf. In gewohnt souveräner Pose dirigiert der Graf seine Anhängerschaft. Höhepunkte waren natürlich “Sei bei mir”, “Sage ja” und “An Deiner Seite”; ein hoch emotionales Stück. Reihenweise packten Frauen die Taschentücher aus, man hörte leises Schluchzen, ach was war das schön! Den Grafen schien die Stimmung enorm anzuheizen. Er sprang von einem Bühnenende zum anderen, ganz so, als wollte er jeden Fan, insbesondere jede Frau einzeln begrüßen. Er war verdienter Co – Headliner am Sonntag.

Front 242

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Irgendwie hatte ich den Eindruck, die belgischen Electropioniere von Front 242 kämpften mit argen Soundproblemen. Übersteuerte Boxen, Ächzen, Kratzen und sonstige Nebengeräusche während des gesamten Gigs… Irgendwie war der Wurm drin, auch hatte man das Gefühl man hört das selbe Set wie im Jahre 2007. Die energiegeladene, beeindruckende Show mit viel Kunstnebel und dementsprechender Lichtshow konnte nicht über die soundtechnischen Schwächen hinweg täuschen.

Fotos: Christian Seitz