
Vier Jahre liegt die letzte Veröffentlichung des Quintetts zurück. Nun erscheint am 11.Juni 2010 ihr fünftes Studioabum, welches den Titel “Whiteout” trägt. Zeraphine, die dieses Jahr 10 Jahre bestehen, haben nach langer Pause begründet durch andere musikalische Projekte und eine lange Labelsuche mit “Whiteout” ein wunderbar vielschichtiges und emotionales, wie brachiales und ruhiges Album geschaffen.
Das mag im ersten Moment verwirrend klingen, doch schon in den ersten beiden Tracks des Albums wird dies deutlich. So hat man mit dem Intro “Erwachen” erstmal einen ruhigen, kurzen Einstieg nachdem es dann mit “Lieber Allein” direkt in die Vollen geht. Brachiale Gitarren und ein mitreißender Text rütteln wach und lassen eine unglaubliche Energie verspüren.
Doch schon im nächsten Lied vollzieht sich ein Wechsel. In “I will be there” gibt es nicht nur einen sprachlichen Wandel, Sven Friedrich überzeugt mit sanfter, tragender Stimme. Der ganze Song wirkt ruhiger, harmonischer und man schwebt förmlich über ihn hinweg.
Der Bruch zwischen zarten Klängen und starken Gitarren oder auch schönen Synthie-Melodien ist ein signifikantes Merkmal des Albums. Die Instrumente scheinen sich abzuwechseln, miteinander zu spielen und ergeben im Endeffekt immer ein stimmiges Gesamtbild. Hört man genau hin, erlebt man diese Vielschichtigkeit und wird immer neue Details entdecken die jeden Song aufs neue zu einem Erlebnis machen. Dies alles wird unterstrichen durch intelligente und tiefgehende Texte und der perfekten stimmlichen Abstimmung Sven Friedrichs.
Zu guter letzt kann man dann den Titeltrack “Whiteout” genießen, der nochmal all dies zu vereinen scheint. Beginnt er erst mit zarten Klavierklängen und schwerem, emotionalem Gesang, so baut sich der Song immer weiter auf, bis er sich gegen Ende mit voller Gewalt und starken Gitarrenriffs entlädt um dann in einer ungewöhnlichen Kombination von Streichern zu Enden.
Für mich eine absolute Muss wenn man ein Album haben möchte das sich immer wieder neu entdecken und durchleben lässt, bei dem man in jeden Song neu eintauchen und fühlen, träumen, mitsingen oder einfach nur hören kann. Zeraphine in Bestform.

Tracklist:
- Erwachen
- Lieber Allein
- I Will Be There
- Out Of Sight
- Tomorrows Morning
- Louisa
- Rain Falls
- Waiting For The Day To End
- Du Fragst Nicht Mehr
- The Stream
- Remaining Desires
- Whiteout




