
Wenn das Musikbusiness pennt oder schlicht keinen Bock hat, gute Musik zu veröffentlichen, bleibt für Bands eigentlich nur eins: Do-it-yourself. Und genau damit schaffen es die aufständigen Boxer aus England derzeit, den etablierten Medienzirkus gehörig auf den Kopf zu stellen.
Fernab jeglichen Hypes, keinerlei Radio-Airplays oder großartiger Promotion in Musikmagazinen, veröffentlichten die Jungs im Alleingang ihr neues Album “Union”. Zwar vorerst nur digital – aber soll das im Zeitalter der schwindenden CD-Verkäufe noch ein Kriterium sein?
Und siehe da, nun schaffte es das Album in diversen Downloadcharts auf vordere Plätze und plötzlich wird sogar der NME hellhörig. Und das zurecht – denn schon mit ihrem Debütalbum“Exits” (siehe hier), welches auf Alan McGees Poptones-Label erschien, und einer gemeinsamen Tour mit den Editors, erspielten sich The Boxer Rebellion eine treue Fangemeinde.
Und diese wird verwöhnt mit verdammt gutem britischen Gitarrenrock mit viel melancholischen Elementen. Und die Ausflüge in Richtung Wave geben dem die Stimmung, die mancher braucht, um etwas Abstand von dieser lauten Gesellschaft zu nehmen. “Still unsigned, still unpublished, still 100% independent” – bleibt zu hoffen, daß das Geld jetzt reicht, doch noch eine CD aufzunehmen, um den verdienten Lohn in Form des Platz 1 in den UK-Charts zu ergattern.

Tracklist:
- Flashing Red Light Means Go (5:24)
- Move On (4:17)
- Evacuate (3:31)
- Soviets (4:08)
- Spitting Fire (2:52)
- Misplaced (6:12)
- The Gospel of Goro Adachi (3:38)
- These Walls Are Thin (2:32)
- Forces (4:03)
- Semi-Automatic (3:22)
- Silent Movie (5:10)
Tourdaten:
02.04.2009 Hamburg, Headcrash
03.04.2009 Köln, Underground
04.04.2009 Stuttgart, Universum
05.04.2009 Nürnberg, Kunstverein
07.04.2009 Frankfurt / Main, Nachtleben
08.04.2009 Dresden, Beatpol
09.04.2009 Berlin, Magnet Club
Photo by Tessa Angus (www.tessaangus.com)
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