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And One: Bodypop-Tour 2006 in Köln Live Musik Hall am 29.10.2006

5. November 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 105 mal aufgerufen

Es versprach ein Ereignis der besonderen Art zu werden, welches mich an diesem lauen Oktoberabend in der Kölner Live Musik Hall erwartete: And One hatten zum Konzert geladen. Ihr Album “Bodypop” zählt zu den absoluten musikalischen Highlights des Jahres 2006. Bei meiner Ankunft in der bereits gut gefüllten Live Musik Hall stach mir sofort das auffällige Bühnenbild von And One ins Auge.

Eröffnet wurde der Abend von Obscenity Trial. Bitte wer?

Nach einer Internetrecherche war ich schlauer: Das Duo Obscenity Trial bestehend aus Frontmann Oliver Wand und Frank Hass an den Keyboards. Der “Obszönitäten Versuch” oder “Prozess” wird mit dem Album “Here and Now” hoffentlich sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Sie präsentierten schöne Electropop Perlen, die teils an NamNamBulu oder Camouflage erinnern, dabei aber jede Menge Eigenständigkeit ausstrahlen. Der Song “Here and Now” ist der Hit Ihres gleichnamigen aktuellen Albums. Einziger Kritikpunkt bleibt die sichtbare Nervosität von Oliver. Hey, Du hast eine fantastische, ausgebildete Stimme; lass die Rampensau raus und unterhalte Dein Publikum!

Von Obscenity Trial werden wir hoffentlich noch viel hören!

Nach einer kurzen Umbaupause enterten Spetsnaz die Bühne. Die Schweden konnten mich leider nicht überzeugen. Stampf - EBM mit Grunzgesang ist zwar tanzbar, aber unspektakulär . Die neue Single “Hardcore Hooligans” ist ein typischer EBM-Kracher bei dem man das Gefühl hat, den Song schon mehrmals in ähnlicher Form gehört zu haben. Wenn man Oldschool - EBM hören möchte, dann die Originale; sprich:
Nitzer Ebb, Front 242!

Wer hier Innovation sucht, suchte vergeblich.

Endlich war es soweit. Der übergroße And One Schriftzug erstrahlte in grellem, orange farbigem Licht. Die beiden Keyboards und Mikrofonstative von Chris Ruiz und Gio van Oli wurden genial ins Bühnenbild integriert. Nach den ersten 15 Sekunden des Intros konnte man erahnen, was einen erwartet. Chris und Gio betraten die Bühne.

andoneZu den ersten Klängen von “Dein Ende” betrat der Zeremonienmeister Steve Naghavi die Bühne: Dunkler Anzug, dunkles Hemd, orange Krawatte - und mit einem breitem Grinsen im Gesicht, Steve der Herr im Ring für heute Abend. Nach “Military Fashion Show” und “High” begann eine muntere Reise durch die And One Vergangenheit: Angefangen bei “Metallhammer”, “Panzermensch”, “Sometimes” bis zu “Deutschmaschine”, “Consequenz of Time”, “Krieger” und “Wasted”. Auch wenn das Publikum die neuen Songs “Body Company”, Enjoy the Unknown”, “Traumfrau” noch nicht so mitsingen konnten. Dies wird sich sicherlich bald ändern, da die Songs melodisch, tanzbodentauglich und einprägsam sind.

Die Ausleuchtung und Bühnengestaltung sollten die ganze Show hindurch überdurchschnittlich durchdacht bleiben - ein Beweis dafür, dass man auch sehr effektive Visualisierungen erschaffen kann, wenn man nicht über das Budget einer Stadion-Rock-Band verfügt. Was man braucht ist nur ein wenig Phantasie.

Highlights waren alle Songs, die Steve gemeinsam mit Gio gesungen hat (z.B. “Metallhammer” und “Panzermensch”). Auch die And One Medleys und And One vs. Depeche Mode Medleys wurden passend integriert und vom Publikum begeistert abgefeiert.

Steve, Chris und Gio waren vollen Spielfreude und legten allesamt eine Show auf die Bretter, als ginge es um ihr Leben. Bei AND ONE gibt es keine Statisten - nur Macher. Steve brachte mit seiner energiegeladenen Show auch die letzten Reihen der Live Musik Hall gehörig ins schwitzen. Nach knapp zwei Stunden war das Konzert leider bereits vorbei. Die Zeit verging wie im Fluge und es hätte ruhig noch weiter gehen können, was Wohl das beste Kompliment ist, welches man einem Künstler machen kann.

Der krönende Abschluss des Konzerts war eine von den Fans geforderte A Capella Version von “Pimmelmann”. Danach gingen Steve, Chris und Gio sichtbar erschöpft von der Bühne. Auf jeden Fall gehört die Show von Steve, Chris und Gio zum Besten, was ich seit langem gesehen habe. Ich kann mit Fug und Recht von einem rundum gelungenen Abend sprechen.

www.andone.de



2. Orkus Festival Club Tour im Schlachthof Wiesbaden am 4.10.06

24. Oktober 2006 | Von Kamuflaro | Kategorie: Konzertberichte | 154 mal aufgerufen

Kommunikativ zu sein hat seine Vor- und Nachteile…

unheilig+pitchforkEinerseits unterhält man sich mit Leuten, die meinen sie hätten schon bessere Konzerte einer Band erlebt, was dann ein wenig die Laune drückt und andererseits kann man so die hübschen Bilderchen ergattern mit denen dieser Artikel hier bespickt ist. Einfach die nette Dame neben sich mit dem Riesen-Fotoapparat mal fragen, ob sie die Bilder bei uns veröffentlichen will, wenn man eh schon im Gespräch ist.

Bevor ich näher auf die Bands eingehe erst mal ein paar Worte zur Location, sprich dem Ambiente. Das Ganze läuft unter dem Titel Festival, wie man im Titel der Veranstaltung ganz gut erkennen kann, aber ehrlich gesagt, kam bei mir nicht gerade Festivalstimmung auf.

Egal…

Der Schlachthof ist quasi eine große Lagerhalle mit einem Anbau in dem sich noch eine andere nicht direkt dazugehörende Bar und natürlich Backstagebereich und Toiletten befinden.

Warum ich das sage?

Weil die Herrentoilette eine, nein zwei Blechwannen anstelle von Pissoirs hatten, das sah ein wenig eklig aus - Habe sie mir dann auch nicht näher angeguckt - wollt dann nur möglichst schnell mein Geschäft erledigen und wieder verschwinden… Resultierenderweise habe ich mich dann auf einen Besuch dort beschränkt, auch wenn die Getränkepreise für eine Flasche Malzbier bzw. einer Cola erfreulicherweise bei einem Euro lagen. Wobei das Problem bei der Cola ist, dass du zwar Cola bestellst aber Afri bekommst. Sinn macht das nicht, also nehmt bitte ebenfalls zur Notiz, dass man wenn man eine Cola bestellen möchte an einer Örtlichkeit, an der man noch nie zuvor Cola bestellt hat, dann auch auf Coca Cola bestehen sollte und sich nicht so ein Gesöff andrehen lässt.

Wer jetzt meint ich sei in Meckerlaune, der hat vermutlich ganz Recht, denn es kommt noch besser…

Mit dem Getränk, dass sich Cola schimpft, aber keine ist, in der Hand sieht man sich mal vor der Bühne um - ziemlich stabile Gitter, ob da wirklich Fotographen riskieren wollen zwischen diesen Gittern, die für Headbanger bestens geeignet sind und der Bühne zu stehen? Aber ich wollte ja meckern: Also stand ich da vorne, hab meine Jacke irgendwo verstaut und mir ein wenig die Musik im Vorprogramm angehört - das war zumindest der Plan.

Der Fehler war, dass der Anteil an Musik gleichzog mit dem Anteil an gottverdammter, schnöder Werbung für ein und das selbe Produkt und das ging mir so was von auf den Zeiger, besonders, wenn man bedenkt, dass die Werbeheinis, die so was verbrechen eigentlich wissen müssten, bzw. recherchiert haben sollten, wie man gewisse Namen ausspricht… Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber was würdet ihr davon halten alle drei Minuten mit derselben Werbung über eine Stunde hinweg berieselt zu werden? Stumpfsinnig ist das und bringt mich dazu so etwas dann als Konsequenz nicht (mehr) zu unterstützen.

Nun denn, kommen wir ohne weitere Umschweife zur Vorband des Abends: Die unglaublich schlechten Down Below. Ich hatte schon die Befürchtung, dass die nachfolgenden Bands dann nachziehen würden…

Vielleicht sollte ich ein paar begründende Worte für meine durchaus schmähende Betitelung sagen. Die Musik der Band war ok, an der habe ich klangtechnisch nichts auszusetzen, aber der Gesang ist nicht so das Gelbe vom Ei, wenn er mal in der Tonlage hochgeht klingt das sehr seltsam und wenn er dann wieder runtergeht und wie HIM klingt, dann brauch ich dazu wohl nichts mehr zu sagen. Aber ehrlich gesagt hat der Knabe schon verloren, als er angefangen hat halb pantomimisch, halb roboterartig mit den Armen zu zappeln, das war nichts Halbes und nichts Ganzes, sondern einfach lahm…

Wieso er dann am Ende der Show das Hemd auszog und einen Blick auf seine enthaarte Putenbrust gewährte weiß ich auch nicht… Gott bewahre, aber das sah so sehr nach einer Boyband aus, dass ich mir den Affront schlechthin erlaubt habe: “Wie sieht der denn aus?” Aber er wirkte auf mich einfach verklemmt und gesanglich deplaziert. Orkus, das war ein Griff in die sprichwörtliche Porzellanschüssel.

Genug. Weiter im Text.

zeromancerDie folgenden Zeromancer haben glücklicherweise nur in einem Punkt angefangen, wo die Vorband aufgehört hat. Die Rede ist von der Oberkörperbekleidung des Frontmannes. Die Betonung liegt hier auf Mann - Da waren wenigstens ein paar Haare zu sehen, aber ich wollt mich ja jetzt nicht mehr mit der Vorband beschäftigen.

Die Schnuckelchen haben gleich ein wenig Tempo ins Spiel gebracht und kamen mit ihrem größten Hit “Doctor Online” auf die Bühne. Insgesamt war es eine gute Show, wenn auch nur wegen dem Einstiegssong, Dem Cover “Send me an Angel” von “Real Life” und natürlich dem Evergreen “Clone your Lover”. Die restlichen Songs klangen einfach nicht so prickelnd für mich, was der allgemeinen Stimmung in der rechten Ecke vor der Bühne keinen Abbruch tat, wo man fröhlich zur Musik auf und ab hüpfte. Ich persönlich hätte gerne noch eine Zugabe gehört, bin mir auch recht sicher, dass ZMR noch eine gespielt hätte - so von der Stimmung her machten die nämlich auch einen guten Eindruck, aber beim Publikum hat es leider nicht geklappt und die schnell einspringende seichte Hintergrundmusik zusammen mit dem satten Licht seitens des Veranstalters, bzw. des angestellten Personals hätte jeglichen Versuch im Keim erstickt.

Vielleicht nicht die Supi-Dupi Band für jemanden (wie mich), der die Platten nicht kennt und daher etwas ernüchternd, aber keinesfalls enttäuschend.

unheiligAls nächstes stand Unheilig auf dem Programm, aber den konnte man ja vorher auch schon am Merchandise Stand bewundern, belagern und begatten… Moment begatten konnte man ihn nicht, aber sich mit ihm fotografieren lassen und diverse… Objekte… sich unterschreiben lassen. Ich habe dem Ganzen nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt - vornehmlich wurden da wohl spezielle Autogrammkarten unterzeichnet, aber wer weiß wovor der nicht zurückschreckt - obgleich da mehrere Schreibutensilien herumlagen. Ich übertreibe mal wieder etwas, aber will eigentlich nur meinen, dass er publikumsnäher ist, als ich gedacht hätte.

Die Show war dann eher Geschmackssache, den einen konnte das Zappeln, wie ein verwirrter Dirigent eines Monsterrockorchesters auf Speed gepaart mit weit ausladenden Gestiken gestört haben und der Andere bewundert die Bühnenpräsenz des Grafen im Schweiße seines Angesichts - Und Schweiß floss reichlich. Ich wäre nicht überrascht gewesen, wenn er noch mehr, als sein Jackett abgelegt hätte. Dem war aber (leider) nicht so - man muss ja nicht alles nachmachen, was die Jugend von heute so treibt.

Mich konnte von dem ganzen neuen Kram des Grafen nichts wirklich überzeugen und die “Feuerzeugschwingzugabe” hätte man sich auch sparen können… Lediglich “Sage ja” hat er von der “Phosphor” gespielt, ansonsten bin ich kein wirklicher Fan von “Moderne Zeiten” und ausgerechnet mit dem gleichnamigen Song kam er auf die Bühne… Rückblickend war dann doch “Freiheit” für meine Wenigkeit der Höhepunkt des Konzerts, weil dieses Stück einfach polarisiert. Es ist ein herrliches Stück zum Mitsingen und das hat seitens des Publikums eigentlich ganz hervorragend funktioniert.

Für mich war Unheilig eher eine Enttäuschung, der eingefleischte Fan im Publikum hingegen war aber sichtlich und hörbar begeistert von der Live-Premiere des Songs “Mein König”. Mir sind die Füße dabei eingeschlafen - der nette Herr neben mir sah sich zu einem “Yatta!”* hingerissen. Denn bei Unheilig nimmt man sich die Wünsche der Fans zu Herzen und dieser Titel war live offensichtlich heiß begehrt. Ich will es noch einmal betonen, dass nur ich der Vorstellung nicht wirklich viel abgewinnen konnte, dem Publikum schien es ganz gut zu gehen, so bewegte man sich doch in der üblichen Grufti-Manier von links und rechts und zurück - schwer für mich in Worten zu beschreiben, ohne mehrere DinA4 Seiten zu verfassen - will heißen, dass man tanzte.

unheilig+pitchfork2Der wohl geplante, aber nicht gefühlte Höhepunkt war dann irgendwo im letzten Drittel des Konzert, als Peter Spilles die Bühne betrat und es hieß: “Ich will leben” Aber bis auf den gebrüllten Refrain ging das Ganze recht unspektakulär über die Bühne, während Spilles auf mich etwas orientierungslos und deplaziert wirkte. Vielleicht hat er sich ja selbst wieder die Frage gestellt: “Was mach ich hier eigentlich und wie weit soll das gehen?” Wieso Klatschen zwei alte Säcke ab, nachdem sie zusammen vor einem mageren Publikum eine eher magere Nummer hingelegt haben? Naja, vielleicht nicht mager, aber ernüchternd.

Warum?

Wie gesagt, das Beste (so denke ich zumindest) an dem Song ist der Refrain und den muss man auch erst mal mögen, ansonsten haben mich die Lyrics nicht gerade umgeworfen und die Melodie schon gar nicht. Aber was soll es, ich kann hier argumentieren, wie ich will, letztendlich wäre es aber immer noch das Beste, ihr würdet es euch selbst anhören… Wir sind ja schließlich das Radio eures Vertrauens und der Song ist in den DAC Charts gerade von der Vier auf die Acht gefallen - also eventuell spielt DustDevil ihn nächsten Mittwoch noch einmal - und wenn nicht… Wir sind zwar kein Wunschradio, aber Fragen kostet nix. Genug von der Kollaboration zweier Szene-Künstler und hin zum Grande Finale.

pitchforkProject Pitchfork sind seit gut 15 Jahren im Geschäft und ich sollte sie zum ersten Mal sehen. Gut neben mir munkelte es, dass sie schon mal besser gewesen seien, aber das hat mir keinen wirklich großen Abbruch getan. Auf die Bühne kamen sie mit “Requiem” in meinen Augen die beste Entscheidung überhaupt, vor allem wegen der Lyrics… Ebenfalls im Programm waren natürlich “Timekiller” und der Megakracher “Existance”, dank dem mein Beitrag zu Project Pitchfork etwas kürzer ausfällt. Das liegt ganz einfach daran, dass ich alt werde und sportliche Betätigung auf mich so wirkt, wie ich mir das bei diversen bewusstseinsverändernden Drogen vorstelle. Meine folgenden Erinnerungen an das weibliche Publikum sind jetzt noch frischer, als die an die Band; ich hoffe man möge mir das verzeihen und gewinnt einen besseren Eindruck durch die Bilder hier.

Jedenfalls eine Sache, die mir gegen Ende übel aufgestoßen ist möchte ich noch loswerden und das ist das, was mich bei einer Show eines anderen Headliner zum gehen bewogen hat: Klasse Beat, aber auf Dauer monoton und nervig. Ansonsten machten die Pitchies das ganz geschickt und brachten abwechselnd neue und alte Songs. Darüber, ob sie jetzt den Erfolg hatten, den man von einem Headliner vergleichsweise erwartet hätte, lässt sich streiten, aber mir haben sie definitiv besser gefallen, als die Vorbands oder Unheilig.

Nach dem Konzert sind mir eigentlich nur der Graf am Merchandise Stand wieder, wie er es nach der angekündigten Dusche versprochen hat, und dazu noch der Bassist von Zeromancer aufgefallen, aber das war es auch schon… Die meisten Leute sind zügig nach Hause gegangen und ich wartete noch ein Weilchen auf den freundlichen Mitarbeiter, der mir den Weg nach draußen zeigte - ich brauch das nächste Mal einen VIP-Pass in Form eines Bändchens oder so!

Links:

*Yatta ist der japanische Ausruf bei besonderem Erfolg
(Die Photos wurden freundlicherweise von georgia zur Verfügung gestellt.)



Die 2. Orkus-Club-Tour hat am 3.10. in Nürnberg Station gemacht

24. Oktober 2006 | Von Azazel | Kategorie: Konzertberichte | 72 mal aufgerufen

Und ich war live dabei.

Die Location - Der Hirsch - fasst ungefähr 500 oder 600 Leute und der Laden war fast voll. Das ist eine Tatsache, die Locals nicht verblüfft, denn die Gothic/Wave-Szene hier in Franken ist relativ groß und hält sich schon seit Mitte der 80er hartnäckig einen festen Stamm.

Das Ganze hat schon sehr positiv begonnen, indem die erste Band tatsächlich, wie angekündigt kurz nach 20 Uhr begonnen hat - ein Fakt, den man zuweilen nicht immer erlebt (ich war schon auf Konzerten, bei denen sich die Bandmitglieder erst zwei Stunden nach angekündigtem Beginn auf die Bühne gewagt haben).

Als erstes spielte Down Below, mir bis dato zur Gänze unbekannt und im Nachhinein betrachtet ist mir da auch nichts entgangen, denn die Jungs hatten einen Stil zwischen allen Stühlen… manche Passagen erinnerten an Rammsteinsongs, wenn nicht der Sänger gewesen wäre, der eher eine Stimme für eine Softrockband hatte. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass die gespielten Stücke, denen nachempfunden waren, die die Mitglieder der Band zuhause an aktueller Musik hören.

Danach kam Zeromancer - hier muss ich kurz einfügen, dass die zwischen den einzelnen Acts stattfindenden Umbaupausen sehr kurz waren, ebenfalls ein sehr positives Faktum. Der Auftritt von Zeromancer war deutlich professioneller und die Jungs aus Norwegen schafften es dann auch mit ihrer Musik das bis dato eher gelangweilte Publikum zu einigen Beifallsbezeugungen anzuregen.

Insgesamt ein gelungener Auftritt der Band.

unheilig+pitchfork3Danach kam der Act für in der Hauptsache gekommen war -
nämlich Unheilig. Mit dieser Einstellung sah ich mich auch nicht alleine, denn während des Auftritts von Unheilig schien alles auf gar magische Art und Weise zur Bühne hingezogen worden zu sein.

Ich hatte noch nicht das Vergnügen bis dato Unheilig live zu sehen und kann jedem nur raten sich das einmal reinzuziehen, denn die Band… oder vielmehr der Graf ist live wirklich gigantisch. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihm mit seiner charismatischen Art die Leute, die bis dato eher ruhig vor sich hin schunkelten aufzuwecken und mitzureißen. Seine Aura war omnipotent und allein seine Texte unterstreichende Gestik war es wert an diesem Abend herzukommen. Ein Kumpel von mir - der hier im örtlichen lokalen UKW-Radio eine Metal-Sendung moderiert und der von Natur aus eigentlich mit der Musik von Unheilig wenig anfangen kann, war nichtsdestotrotz ziemlich erstaunt und zugleich voll des Lobes über diesen wirklich gelungen Liveact! Der Graf spielte so ziemlich alle die Songs, die man von Unheilig hören wollte: “Ich will alles”, “Auf zum Mond”, “Sieh in mein Gesicht” und natürlich “Freiheit” - letzteres mit Hilfe des Publikums fast zelebriert dargebracht.

Ca. 20 min. später stand er dann am Merchandising-Stand unter den Leuten und hat sich mit jedem unterhalten, der das wünschte. Also keineswegs abgehoben, wie man das vielleicht auf Grund seines Auftretens meinen könnte, sondern locker und publikumsnah.

Der letzte Act Project Pitchfork, die ich das letztemal vor 12-15 Jahren live sah, spielten in gewohnter professioneller Manier ihr Pensum ab.
Irgendwie haben die auch nicht wirklich Glück in Nürnberg mit ihren Begleitacts - hier war es Unheilig, die ihnen den Rang abliefen, denn nicht wenige der Besucher gingen nach Unheilig und das ist für den Headliner doch eher unbefriedigend. Damals spielten sie mit Rammstein als Vorband…welche zu dem Zeitpunkt noch völlig unbekannt waren, ihnen aber derart den Rang abliefen, dass noch während der ersten Pitchfork-Songs Leute nach Rammstein riefen. Aber so ist es halt manches Mal.

Insgesamt auf jeden Fall ein gelungener Abend!



Terminal Choice: New Born Enemies Tour 2006

22. Oktober 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 76 mal aufgerufen

Support: Limbogott + Jesus on Extasy

Krefeld, Kulturfabrik, 19.10.2006

LimbogottPünktlich um 20 Uhr lieferte Limbogott sein Liveset ab. Limbogott… was für ein Bandname! Ihr fragt euch jetzt sicher, wie man auf so einen Namen kommt.

Ganz einfach: Drogen! Drogen im Übermaß, in allen Farben, in allen Formen und am besten in hoher Dosierung.

Musikalisch bedienen sich Limbogott bei Bands wie Nine Inch Nails, Marilyn Manson oder Ministry und mischen auch ein wenig The Prodigy dazu. Das ist nicht revolutionär, macht aber gute Laune und ist bestens geeignet, ein bisschen Druck abzulassen. Um sinnlose Stilbezeichnungen sind sie auch nicht verlegen, und so nennen sie ihren Sound Post-Industrial-Violence-Metal oder New Level Shit.

Nach kurzer Umbaupause enterten Jesus on Extasy die Bühne. Man denkt sofort an die üblichen Verdächtigen: The Crüxshadows, The Birthday Massacre & Co. Und wie soll es anders sein, Sänger Dorian kommt aus New Orleans, USA. Laut Presseinfo machen sie “the future of industial”. Keine Frage: Die Songs sind gut gemacht aber irgendwie fehlte die besondere Note.

TerminalChoice

Es ertönte das Intro von Terminal Choice! Chris Pohl und seine Mitstreiter betraten die Bühne. Vom ersten Song (”Animal”) an wusste Chris Pohl zu überzeugen. Der sprichwörtliche Funke sprang sofort über. Die Bühne war fast schon zu klein für den agilen Chris, Schlagzeug, Keyboard, die Kollegen mit Gitarre und Bass und ein Bildschirm mit passender DVD-Show verliehen dem Bühnengeschehen gelungen mehr Dynamik. Passende Gesten, passende Kommentare, passende Samples und ein energiegeladener Chris Pohl sorgten schnell dafür, dass die Fans mitgingen.

Gleich der zweite Song war “Don’t go”, im Orginal von Yazoo, einer der Coversongs des neuen Albums. Es wurde das passende und sehr gut gemachte Video eingespielt. Die elf Songs des Hauptsets boten ein gelungenes Potpourri aus alten und neuen Nummern. Insbesondere seien die Hits des neuen Albums erwähnt: “Golden Days”, “I want 2 know” und “Devil Daddy” aber mit “Animal”, “Collective Suicide” und “Death fuck” waren natürlich auch viele Gassenhauer aus früheren Jahren dabei. Das Publikum quittierte diese mit Euphorie und lautem Mitsingen. Chris war freundlich, bodenständig und suchte stets den Kontakt zum Publikum.

Nach zwei Zugaben mit insgesamt fünf Songs: “Pull the trigger”, “Amagedoon”, “Crack up”, “She is the devil” und “Rockstar” war das Publikum entgültig außer Rand und Band. Unterhaltsame Ansagen, witzige Samples und selbstverständlich die passenden Video-Sequenzen inbegriffen. Nach anderthalb schweißtreibenden Stunden verließen ca. 400 glückliche und nassgeschwitzte Gestalten die Kulturfabrik. Ein gelungenes Konzert war zu Ende gegangen, in dem Chris Pohl und seine Mitstreiter mal wieder mit Bravour beweisen konnten, warum sie zu den beliebtesten Liveacts der Szene gehören.

Nach dem Konzert kamen Chris & Co. noch an den Merchandising-Stand und erfüllten alle noch so absurden Wünsche der Fans (von Autogrammen auf Handyschalen bis zu selbst gebastelten Chris-Pohl-Ikonen war alles dabei) von distanziertem Gehabe und Starallüren keine Spur!

Ordentlich durchgerüttelt und mit tauben Ohren, aber extrem guter Laune, machten wir uns auf den Heimweg.

(Quelle Bilder: Carsten Terres)



Roßlau Burgnächte 22-24. September 2006

18. Oktober 2006 | Von Falk | Kategorie: Konzertberichte | 71 mal aufgerufen

Es sind diese kleinen schnuckeligen Festivals, die für Szene so wichtig sind.

Anders als bei diesen Mega-Festivals ist die Plattitüde von hautnah die Stars erleben eben keine mehr.

Man trifft Sven Friedrich oder sieht die Mitglieder von Inkubus Sukkubus über das Gelände schlendern. Alles war sehr familiär und die Wasserburg zu Roßlau allemal eine bessere Location als ein staubiges Flughafengelände.

Neben den musikalischen Highlights gab es noch Lesungen in den Gewölben des Burginnenhofs und Ausstellungen abstruser Skulpturen (Incestum) und Lightbrush-Fotografien im Torhaus(Jörg Gründler).

Den undankbaren Job des Festival-Eröffners hatten die Senkrechtstarter von Monozid aus Leipzig. Danach kamen Katanga, die Golden Apes und Scream Silence auf die Bühne.

Vor dem Hauptact Clan of Xymox hatten dann The Dreamside die Ehre. Unbestrittener Höhepunkt des Abends war dann Eva O. - Nicht auf der Hauptbühne, sondern im lauschigen Burginnenhof präsentierte sie ihre Akustikperformance, welche sich sinnigerweise “Stripped” nannte.

In den Umbaupausen liefen im Torhaus Kurzfilme und Clips von Christian von Aster, bei denen unter anderen kein geringerer als Bela B. mitwirkte. Die Aftershow Party wurde dann von DJ Thomas Thyssen, DJ Zauberengel und DJ-Team Anhalt Machinery gestaltet.

Etwas verkatert fanden sich dann die ersten Festivalbesucher zum frühen Nachmittag des Samstags vor der Hauptbühne ein um Reptyle beizuwohnen. Vom Sound erinnerte viel an Sisters of Mercy, aber das ist natürlich rein subjektiv gefärbt, aber welche Band mag schon Vergleiche? Zum Abschluss faszinierte Splinter vor allem durch ihren androgynen Sänger, bei dem man sich fragte: Wo kommt bei diesem schmächtigen Typ die Wahnsinnsstimme her?

Spätestens hier fiel auf, dass pure elektronische Musik rar gestreut war; dieses Fähnlein hielten aber Coinside hoch. Aber natürlich auch Stendal Blast waren elektronischer Natur und spielten nach Age of Heaven und Funhouse.

Kaaja Hoyda (Anmerkung: Stendal Blast Sänger) ist immer wieder ein Genuss - Ich selber empfinde es immer als sehr wohltuend, wenn sich Künstler nicht all zu erst nehmen. Im Anschluss an das Konzert gab es dann noch eine Lesung im rappelvollen Gewölbe des Burgcafes. Das Publikum war fröhlich und ausgelassen und selbst ein kurzer Stromausfall tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Wenn ihr irgendwann mal die Möglichkeit habt, einer Lesung von Kaaja Hoyda beizuwohnen - geht hin!

Am späten Nachmittag fand in dem Gewölbe noch eine Lesung des KunstStoffKlubs aus Leipzig um den Vordenker Hauke von Grimm statt. Der Workshop vorher mit Christian von Aster wurde kurzerhand ins Grüne verlegt. Auf der Hauptbühne buhlten derweil The invincible Spirit um die Gunst der nun schon recht zahlreich erschienen Zuhörer. Mein absoluter Höhepunkt an diesem Abend war Inkubus Sukkubus.

Nach einer Feuershow von “Faulée Taubée” (ja, die hießen wirklich so) kamen dann die lang ersehnten Headliner: Zeraphine. Besonders erfreulich für eingefleischte Zeraphine-Fans, war die Tatsache, dass viele neue Stücke zu hören waren.

Aber auch an diesem Abend war nach den angekündigten Konzerten noch nicht Schluss, als die letzten Lichter auf der Hauptbühne erloschen. Zum einen, weil im Burginnenhof noch “Swans of Avon” mit einem Accustik Set brillierten und zum anderen weil es in den verschiedenen Burggemäuern noch reichlich Musik aus der Konserve um die Ohren gab. (Unter anderem von M:A:M-San Diego Team Leipzig und DJ Glampire Tom aus Berlin.) Leider und das wurde von den Besuchern moniert nur bis um Drei und das ist doch eine recht unchristliche Zeit, um eine Party ausklingen zu lassen.

Vom “Resterficken” sprach Christian von Aster, als er am Sonntagmittag seine Lesung im Torhaus begann. Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Immerhin fanden sich reichlich (ca. vierzig) Leute ein, um seinen Worten zu lauschen. Und Spaß hatten die allemal, auch wenn Christian von Aster natürlich gern mehr Leute, mit seiner “Trolligen Weihnacht” (um nur eine Geschichte zu nennen) bespaßt hätte. Das gilt auch für Boris Koch ebenfalls aus Berlin, der im Anschluss gelesen hat.

Fazit: Wohltuend wenig elektronische Musik, die eben nicht dieses Live-Feeling hat und etwas mehr Mittelaltermusik, auch wenn ich nicht unbedingt ein großer Anhänger eben dieser bin, aber auf eine Burg hätte das gepasst. Mehr von diesen kleinen Festivals, die viel mehr Charme und Atmosphäre haben, als diese Mega-Festivals, denn die Szene hat soviel gute Musik zu bieten, die in der vermeintlich zweiten Reihe steht.



For Sale tun reich, aber ohne Strom

27. September 2006 | Von Falk | Kategorie: Konzertberichte | 34 mal aufgerufen

Am Mittwoch Abend wurde es ungewöhnlich voll im Jugendzentrum Rapunzel in Werne. Grund dafür war die lokal sehr bekannte Band For Sale, welche sich die Ehre gaben, unpluggend und umsonst ihre Songs zum Besten zu geben.

Noch nicht lange ist es her, dass For Sale ihr drittes Album, aufgenommen in den Studios der Werner Wiese, bei Horrorbiz Records veröffentlichten.

Nach einem erfolgreichen Auftritt auf dem Rock Im Loch Festival nun also einmal unplugged.

Gespannt warteten Fans und solche, die es noch werden würden, auf den Beginn des Konzerts, welches kurz darauf mit Pianoklängen und einer leisen Akustikgitarre eingeleitet wurde. Dann gaben Sänger Schröda, Gitarrist Denny, Bassist J.D., Drummer Olli und Bandleader und Pianist Öx spannende und mitreißende Interpretationen ihrer so bisher nicht gehörten Songs zum Besten. Schon bei dem ersten Lied baute sich eine Stimmung im Raum auf, für die andere Bands Stunden brauchen. Sehr sympathisch und entspannt spielten sie locker ihr Set, nur unterbrochen von begeisterten Beifallsbekundungen und Schrödas witzigen Einlagen.

Nach etwa einer Stunde, die einem wie wenige Minuten vorkam und in der hauptsächlich Songs des Albums Reich Tun gespielt wurden, wurde eine halbe Stunde Pause eingelegt. Nach dieser ging es weiter mit Neuinterpretationen bekannterer Stücke, gekrönt vom Titelsong des Albums, woraufhin lautstark eine Zugabe gefordert und auch gewährt wurde. Hiernach verließen die Bandmitgleider nacheinander unter begeistertem Applaus die Bühne. Das gesamte Publikum wurde während der gesamten Spielzeit mitgerissen von den Emotionen, die besonders in den akustischen Versionen der Songs von Schrödas markanter und variabler Stimme getragen wurden.

Doch auch mit elektronischen Gitarren macht diese Band was her und es lohnt sich, mal mit einem Ohr zu lauschen, aus dem bald zwei werden können.



Der Preis einer CD

27. September 2006 | Von Falk | Kategorie: Essays | 72 mal aufgerufen

cdsWir schimpfen, wir meckern, wir maulen über die Musikindustrie. Stellenweise zurecht, manchmal etwas polemisch, oft genug auch einfach nur, weil uns grad so ist. Ich persönlich motz auch gern mal gegen Verbraucher, denen es scheissegal ist, wenn sie in ihrem Boykott die Falschen treffen. Sei es drum, es wird sich oft genug über die hohen CD-Preise beschwert und deswegen hier mal eine Beispielrechnung, wer was von einer verkauften CD eigentlich bekommt.

HAP Album CD (Normalpreis 12,80 Euro)

Erklärung: Dies ist der sogenannte Händlerabgabepreis während der “normalen” Verkaufsphase (also keine Promo oder Sonderangebote). Daraus errechnet sich ein CD Ladenpreis von ungefähr 17,00 Euro.

- Abzgl MWST EUR 2,35 (na wer bekommt die wohl?)

- HAP netto EUR 11,04 (ca. 30% Marge Handel)

Das ist nur eine Beispielrechnung, man kann heutzutage schon von geringeren Margen ausgehen.

- Abzgl Vertriebsmarge EUR 2,20 (ca. 20%)

Ja klar, irgendwie muss das ja auch in die Läden und dafür gibts Vertriebe, sozusagen die Großhändler in der Musikindustrie.

- Abzgl CD-Kosten + GEMA EUR 2,00

- Abzgl Promotion/Marketing EUR 2,00

Ja, ohne Promotion geht halt wenig bis fast nichts und die ist auch enorm teuer.

Verbleiben EUR 4,84

Dieser Gewinn ist die Grundlage für die Lizenzbeteiligung von Künstlern und kann zwischen 5% - 20% (in den allerseltensten Fällen auch höher) betragen - das heisst: Ein Künstler erhält zwischen 0,24 Euro - 0,96 Euro pro verkauften Tonträger…

…und jetzt kann jeder selbst überlegen, an welcher Stelle gespart werden soll.

(Foto: Lord Cuauhtli | Lizenz)



Camouflage: Relocated - Tour 2006 am 19.09. in Köln Live Musik Hall

24. September 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 35 mal aufgerufen

16 Termine quer durch Deutschland dauert die jüngste Tournee von Camouflage. Das mittlerweile siebte Studioalbum “Relocated” steht seit 25.08.2006 in den Läden und will präsentiert werden. Markus Meyn, Oliver Kreysing und Heiko Maile werden mit “Relocated” einen weiteren Meilenstein in der Bandgeschichte markieren.

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Angela Merkel - Eine neue deutsche Katastrophe?

22. September 2006 | Von Falk | Kategorie: Essays | 80 mal aufgerufen

Oder: “Es war Zeit für einen Wechsel!” - Nur schade - leider ist der Wechsel NICHT gedeckt!

(Quelle: Der aktuelle »LaukeMedia-NEWSLETTER« # 8/2006)

Bevor ich hier an dieser Stelle ausführlicher werde, sowie meinen und den allgemeinen POLITIK-FRUST im Lande ablade und ins Detail gehe, gebe ich an dieser Stelle mal wieder eine meiner sehr spontanen und weissagenden Prognosen ab - die dann auch fast immer wieder zutreffen:

“Sie wird diese Legislatur-Periode NICHT überstehen!”

Erinnern Sie sich noch an die ziemlich stark retouschierten CDU-Wahl-Plakete dieser “APRICOT-Farbenen” vom Sommer 2005? Da war ich doch dann fürchterlich erschrocken und habe mich allen Ernstes gefragt, wer denn zum Henker diese schlechtgeschminkte, verhärmte und verquollene alte Frau im “TV-Rededuell” am Wahlabend war, als Gerhard Schröder noch einmal so richtig doll aufdrehte! Yeah man!

Und dann der Start in die grosse Politik und weite Welt mit diesen zwei lächerlich-albernen “MickeyMouse-Hosen-Anzügen”. Der eine schwarz mit grossen, weissen Knöpfen und der andere schwarz mit grossen, schwarzen Knöpfen und diesem unsäglichen Schösschen! Hinten und vorne zu knapp und zu kurz! Sah doch aus wie “Leberwurst in enger Pelle”! Das sah aus und war wohl ein Restbestand aus DDR-Zeiten? Aus dieser EXQUISIT-Edel-Boutique an den Rathaus-Passagen in der Nähe Fernsehturm! Waa?

Kommentar von Kabarettist Urban Priol: “Sie hat immer denselben Hosenanzug an. Sie färbt ihn nur ab und zu anders!” Damit ist sie inzwischen auch schon die grösste Lachnummer unserer Geschichte!

Fernsehen bei der Fussball-WM! Sagt meine Frau: “Du? Schalt mal um auf 4:3? Die Merkel sieht ja so dick aus” Ich gehe von 16:9 auf 4:3 - aber sie bleibt so dick! Uiiiiiiii!

Inzwischen sind ja auch bei den grössten Optimisten die “ANGIE ANGIE-Rufe” verstummt! Ja - man ist verstimmt und die Zustimmung zu dieser schlechten Laienspiel-Truppe in Berlin geht langsam gegen NULL! Dafür steigt die Zahl derjenigen, die überhaupt nicht mehr zur Wahl gehen! Klar - was solls? Die machen dann ja doch, was sie wollen!

Und wenn dieser “Totengräber der SPD” - dieser sauertöpfige Müntefering es auch noch wagt zu äussern, dass es vom Wahlvolk einfach “unfair” sei, die POLITIKER daran zu messen, was sie während des Wahlkampfes gesagt haben - dann sag ich nur:

“Einfach alle in einen grossen Sack stecken und draufhauen - denn es wird ja doch immer der RICHTIGE getroffen!”

Klar freuen sich die von Merkel Besuchten und sind voll des Lobes über diese “starke Frau”, denn sie verteilt dort GELD! SEHR VIEL GELD! Und letztendlich unser GELD! Und GELD - das wir eigentlich überhaupt nicht haben!

Antritts-Besuch in Brüssel: Kostet uns alle ca. 3 Milliarden EURO! SUPI!

Besuch bei Tony Blair! Mit UK hat schon KOHL so grossen MIST gebaut und Maggie Thatcher einen sehr hohen “Briten-Rabatt” eingeräumt, dass die ihre “Elendsviertel” im ganzen Königreich sanieren konnten! Wir ham’s ja! Und davon wollen die Britts jetzt natürlich nicht wieder runtern! Die Deutschen zahlen ja so gern! Und das kostet uns gleich noch einmal 2 Milliarden EURO!

Flug zu Putin? Kosten dafür: Nicht kalkulierbar!

Sie sollte vielleicht lieber zuhause bleiben! Das schont die unergründlichen Löcher in der deutschen Staatskasse!

Mehr als 20 Millionen “echter” und “verdeckter” Kosten gingen dann nochmals dafür drauf, dass sie in MeckPomm “die Wildsau” rausgelassen hat. Dafür wurde dann von Rostock bis in die tröge Uckermark Stacheldraht gezogen - jeder Kanaldeckel zugeschweisst und von 12.500 Polizisten bewacht, damit SIE im Wahlkampf den “zweitdümmsten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte” (laut NEW YORK TIMES) zur Wahlkampf-Party in Ihren Wahlkreis einladen konnte!

MERKEL: Bush-Besuch in ihrem Wahlkreis(!) kostete fast 15 Mio EURO - wir haben’s ja!?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,433178,00.html

Genutzt hat es dann trotzdem nix - wie die Landtagswahl am letzten Sonntag gezeigt hat! CDU-Wahlstimmen-Prozente “unter aller Sau”! Die Bevölkerung ist es einfach leid, von seinen POLITIKERN immer wieder verarscht zu werden und verweigert sich! Aber dann doch gleich alles wieder schöngeredet im Fernsehen!

“Same procedure as last year? Same procedure as EVERY YEAR!”

Liebe Partei-Bonzen in Berlin schaut mal kurz und intensiv nach Budapest denn da entwickelt sich gerade der “Zweite Ungarn-Aufstand”, weil das Volk von seinen Politkern belogen wurde! An den ersten kann ich mich noch gut erinnern denn da haben landauf, landab - die PARTEI-Zentralen gebrannt und so mancher Funktionär baumelte dann am Alleebaum!

Die CDU/CSU-Schüsse auf Ulla Schmidt, die eine grosse, polypen-geplagte “Null-Nummer” ist - ist auch nur ein Ablenkungs-Manöver? Denn eigentlich gemeint ist ANGELA! “Lispel-Jürgen” Rüttgers, Roland“Pinocchio”Koch und Christian Wullf scharren doch schon in den Startlöchern!

Da hilft uns eigentlich nur noch Galgen-Humor? Oder das, was Kalle Pohl zur Misere sagte:

“Bei Angela Merkel habe ich immer noch die Hoffnung, dass sie die Perücke abnimmt und es ist doch HAPE KERKELING!”

Vielen Dank an Günter”Yogi”Lauke für die grandiose Unterhaltung am Freitag ;)



Reebosound: Ich wollte einen natürlichen Trashfaktor bewahren

13. September 2006 | Von Falk | Kategorie: Interviews | 158 mal aufgerufen

Ein weiterer Newcomer aus unserem Voting im September stellt sich vor. Diesmal allerdings nicht ausschliesslich mit seiner Musik, sondern Missu wurden Löcher in den Bauch gefragt. Unser Dank gilt Nico von nicorola.de, welcher das Interview führte.

Sven Missullis ist der Kopf hinter REEBOSOUND, dessen selbstbetiteltes Album seit August zum kostenlosen Download inkl. Cover auf der Seite www.reebosound.de bereit steht. Und mir haben die 12 Indie-Rocksongs so gut gefallen, das ich dachte: “Den Mann mußt du interviewen.” Also habe ich mich überwunden und eine E-Mail geschrieben. Und Missu war tatsächlich bereit, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Reebosound

nicorola: Dein neues, selbstbetiteltes Album mit 12 Songs und knapp 30 Minuten Spielzeit steht unter www.reebosound.de zum kostenlosen Download bereit. Siehst Du in diesem Schritt eine Chance oder eher eine Notwendigkeit?

Missu: Ich denke von beidem etwas. Ich war aus dem Studio zurück und habe mir Gedanken gemacht, was ich nun mit den Aufnahmen anstellen will. Sicher hätte ich es auch nett gefunden, die CD mit einem Label im Rücken pressen zu lassen, aber da ich Reebosound erst im Winter 2005 offiziell ins Leben gerufen habe und auch erst im Februar dieses Jahres begonnen habe erste Konzerte zu geben, hatte ich als Unbekannter einfach keine Lust dazu, Labels anzuschreiben und diesen ganzen Kram durchzuziehen. Ausserdem wollte ich die CD so schnell wie möglich und auf dem einfachsten Weg zu Gehör bringen, und dafür ist das Internet einfach fantastisch geeignet. Desweiteren habe ich mich auch dazu entschlossen weil ich bei der CD – abgesehen vom Mix und der großen Hilfe von Willi Dammeier im Studio – alles alleine gemacht habe, und so fand ich den Gedanken schön, für diese CD weiterhin alleine verantwortlich zu sein, was auch bedeutet, dass ich die Songs überall kostenlos anbieten kann und damit anstellen kann was ich möchte, ohne das mir jemand dazwischen funkt. Schließlich geht es bei Musik in erster Linie darum, dass sie gehört wird. Dafür mache ich sie zumindest.

nicorola: Über welchen Zeitraum sind die Songs entstanden?

Missu: Der größte Teil ist von 2005 und 2006. Es sind aber auch ein paar ältere dabei, die ich einfach loswerden wollte. Der mit Abstand älteste Song ist „Number”. Der muß so um 2001 entstanden sein. Hat mich aber nie losgelassen, und so habe ich ihn schließlich mit aufgenommen. Dadurch daß ich, wie gesagt, ein paar ältere loswerden musste, gibt es auch eine ganze Reihe neuer Songs, die bis zum nächsten Mal warten müssen. Aber so haben sie auch noch etwas Zeit zu reifen.

nicorola: Du hast alle Instrumente im Alleingang im “Institut für Wohlklangforschung” in Hannover aufgenommen. Hast Du auch alleine produziert?

Missu: Ja, ich habe auch alle Songs selber produziert.

nicorola: Wie kann man sich bei Dir den Aufnahmeprozess vorstellen? Eher wie eine Bürotätigkeit mit festen Zeiten oder hast Du quasi im Studio gewohnt?

Missu: Ich habe dort so gut wie gewohnt und bin nur kurzzeitig zum schlafen nach Hause gefahren. Meistens stand die Sonne dann allerdings schon relativ hoch. Generell nutze ich lieber die Nacht um aufzunehmen. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwas ist anders, wenn man nachts aufnimmt. Es ist ruhiger und entspannter als am Tag … die Nacht ist irgendwie unabhängiger…

nicorola: Bist Du mit dem Ergebnis zufrieden?

Missu: Inzwischen schon. Nachdem der Mix fertig war hatte ich anfangs so meine Probleme mit gewissen Sachen. Ich war einfach nicht mehr objektiv, nachdem ich die Songs so oft gehört hatte. Also habe ich die fertigen Aufnahmen vor der Online-Veröffentlichung an ein paar Freunde gegeben und sie nach ihrer Meinung gefragt. Die Reaktionen waren gut bis sehr gut. Das habe ich mir zu Herzen genommen und alles so gelassen, ein Cover gemacht und dann alles zusammen ins Internet gestellt. Manchmal ist es schwierig, wenn man für jedes Instrument und alle Stimmen selber verantwortlich ist. Man hört jede kleine Unsauberkeit. Dennoch wollte ich keine zu saubere Platte machen und habe bewusst darauf verzichtet irgendwas zu editieren, sprich zu schneiden, wenn mal etwas nicht richtig auf die Eins kommt oder unsauber im Anschlag oder vom Ton ist. Ich wollte einen natürlichen Trashfaktor bewahren.

nicorola: Wo siehst Du deine musikalischen Einflüße?

Missu: Sicherlich in allem was ich gehört habe und noch immer höre. Früher habe ich viel Punk und Hardcore gehört, dann kam Rock dazu, elektronisches, ein bisschen Klassik…alles mögliche, was mir gefällt. Natürlich spiegelt sich das nicht alles in meiner Musik wieder, aber darum geht es auch gar nicht. Wenn ich Songs mache denke ich nicht nach. Ich mache sie und entweder sie gefallen mir und ich behalte sie, oder sie sind Schrott.
Um ein paar Musiker/Bands zu nennen, die ich sehr schätze, fallen mir spontan David Bowie, Dinosaur Jr., Melvins, Cardigans, Royal Trux, Gorillaz oder Dackelblut ein… Das könnte ich jetzt ein paar Seiten so fortsetzen und mit Sicherheit habe ich gerade die wichtigsten vergessen…

nicorola: In Deinen Texten geht es oft um das Alles-hinter-sich-lassen, um das Auflehnen oder das Resignieren. Verarbeitest Du eigene Erfahrungen?

Missu: Zu einem gewissen Teil schon, der Rest ist Fiktion. Es fällt mir manchmal leichter über Dinge zu schreiben, die vielleicht bedrückend wirken, als über fröhlich-leichtes. Manche Dinge könnten anders laufen in unserer Welt, aber ich möchte nicht den Zeigefinger heben. Jeder trägt ja irgendwie seinen Teil dazu bei, dass es ist wie es ist. Vermutlich besteht ein Teil der allgemeinen Probleme aus mangelnder Kommunikation, falschem Stolz und Ängsten und der Schwierigkeit, damit umzugehen. Aber darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen. Ich mache Musik, und in erster Linie geht es mir um die Musik und die Melodie. Ich bin noch kein besonders geübter Texter. Daher dauert der Text bei meinen Songs meist am längsten.

nicorola: Du warst in den vergangenen Monaten auf Tour, u.a. im Juli auch in Berlin. Wie war die Resonanz? Bist Du zufrieden?

Missu: Ja, es war sehr schön. Allerdings habe ich das Berlin Konzert absagen müssen, weil in dem Laden nur ein akustisches Konzert möglich gewesen wäre. Ich habe zwar schon Reebosound-Konzerte unplugged gespielt, mit Begleitung oder solo, bin aber gerade nach den neuen Aufnahmen zu dem Schluss gekommen, dass die aktuellen Songs bei den Konzerten nur mit Band Sinn machen. Zur Zeit bin ich mit meiner neuen Liveband fleissig am Proben, und die nächsten Konzerte sind bereits in Planung.

nicorola: Wie steht es mit anderen Projekten, z.B. “The Psychedelic Avengers”?

Missu: Die Psychedelic Avengers sind ein ganz wunderbares Projekt. Eine ganz andere Herangehensweise als z.B. bei Reebosound oder bei andern Bands, mit denen ich spiele oder gespielt habe. Bei den Avengers geht es in erster Linie darum, die Songs für die CD zu machen, ohne dabei den Liveaspekt zu berücksichtigen. Ein riesiges Projekt mit fantastischen Musikern aus vielen Teilen der Welt. Jeder trägt seinen Teil zum Ganzen bei. Im Allgemeinen spiele ich sehr gerne mit unterschiedlichen Musikern zusammen und habe Spass an verschiedenen Projekten. Ob es nun für eine einmalige Session in irgendeinem Proberaum ist, oder etwas Umfangreicheres, spielt dabei erstmal keine Rolle. Der Ausgleich in einer Band oder in einem Projekt zu spielen, in dem man “nur” seinen Teil des Instruments ausmacht und nicht wie bei einem Soloprojekt alles zurecht legt, ist sehr wichtig für mich. Sich zurück zu nehmen ist das wirklich Spannende am Musik machen. Ich habe lange gebraucht das zu verstehen Meinen musikalischen Mittelpunkt bildet allerdings Reebosound. Alles andere kommt dahinter und geschieht drumherum….und das ist gut so, denn vermutlich könnte das eine ohne das andere nicht so richtig auskommen.

nicorola: Vielen Dank für das Interview.

Das Album REEBOSOUND gibt es auf der Seite www.reebosound.de inkl. Cover zum kostenlosen Download. Alternativ könnt ihr euch die CD für den fairen Preis von 5,- Euro + Versand bestellen.

Quelle: Interview: REEBOSOUND
Lizenz (Interview): http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/