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Illusion of Light: Ferngesteuert

15. April 2007 | Von Karsten | Kategorie: CD-Kritiken | 84 mal aufgerufen

Illusion Of Light - FerngesteuertDas lang herbeigesehnte, neue Illusion of Light - Album ist da. Beim europaweiten “Battle of the Bands 2006/2007″ des Szene-Hochglanzmagazins Sonic Seducer erreichten Illusion of Light unter mehr als 1200 Teilnehmern den 9. Platz. Mit gewissen Erwartungen legte ich die CD in den Player…

Und ich hörte einprägsame Refrains, welche auf ein klassisches Arrangement treffen.

Bedrohliche Soundscapes wurden mit harten, energiegeladenen Beats und auch ruhigeren Passagen verknüpft und mit catchy Melodien und Futurpop-Splittern angereichert. Mit einfachen, aber raffiniert angewendeten Mitteln, weiß man zu überzeugen. Illusion of Light haben ihre Nische im Dark-Electro-Dschungel gefunden.

Das Rad wird nicht neu erfunden. Insbesondere überzeuge die beiden Remixe der Songs “Electronic History” und “Licht und Wärme”. Dem Future-Electro-Jazz-Mix von “Electronic History” merkt man an, dass hier ein echter Soundtüftler am Werk war. Matthias von Nova Spes hat hier mal wieder ein produktionstechnisches Meisterwerk hingelegt.

Der Remix von “Licht und Wärme” geremixed von Malte (Superikone) könnte auch ein Song von Witt, Wolfsheim & Co. sein. Überzeugende deutsche Lyrics mit aufwendigen Sounds und hochwertigen Arrangements. Sehr intensiv aber dennoch radiotauglich. Ein gelungenes Album, keine Frage.

Link: Illusion Of Light



Superikone: Master and Servant Party am 16.03.2007

21. März 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 76 mal aufgerufen

Superikone ist eins der wenigen Projekte, die kein neues Album benötigen, damit die Leute zu seinen Konzerten kommen. Insbesondere im Osten ist die Stimmung auf Konzerten eigentlich immer sehr gut. Malte (Superikone) vereint als “Alleinunterhalter” nahezu alle Qualitäten, die man für diesen Job braucht: Er kann unterhalten, er kann tanzen, der lebt die Songs auf der Bühne und ein paar Mädels sagen auch, dass er gut aussieht. Da geriet das aktuelle Online - Album “Endorphin” und die Online - Re-Release der Single “Opiate” und des Album “Opiate” fast zu Nebensache.

Gleich von Beginn hat Malte richtig Gas gegeben. Die Pegel schlugen aus bei den zahllosen Superikone - Evergreens, ob dies nun “Höher, schneller, weiter”, “Machtmenschen” oder “Opiate” heißen. Aber auch die neuen Song gehören wieder zu Premium - Liga des Elektropops, dies spricht für Malte. Superikone - Konzerte leben von der intensive Kommunikation mit dem Publikum, dies wurde Ihm durch das Cottbusser - Publikum nicht gerade leicht gemacht.

Nach dem Konzert gab DJ DustDevil richtig Gas. Nach dem ersten Depeche Mode - Songs starteten die Cottbusser dann endlich richtig durch. Bis in die frühen Morgenstunden feierte DJ Dust Devil seinen Geburtstag mit einem Best-of-Mix der elektronischen Tanzmusik der letzen 25 Jahre. Die leichten, alkoholbedingten Kopfschmerzen am nächsten Tage könnten als Beweis für eine gelungene Party gewertet werden.

Link: Superikone



Nine Inch Nails, Universal und virale Kampagnen

16. März 2007 | Von Falk | Kategorie: Essays | 82 mal aufgerufen

Nine Inch Nails - Year ZeroMittlerweile hat man sich ja eigentlich schon dran gewöhnt, dass man als Musikliebhaber stellenweise mit einem Bein im Gefängnis steht. Wenn man als eben Solcher dann noch eine Webseite betreibt, wirds doppelt gefährlich. Erst vor Jahresfrist berichteten wir darüber, was passieren kann, wenn man sogar nur auf Songs verlinkt.

Denn hierzulande gibt es eben einen gesetzlich verankerten Schutz der Urheber, welcher allerdings im Zeitalter des Internet den einfachen Möglichkeiten, Inhalte verfügbar zu machen, etwas hinterher hinkt. Es ist nun einmal nicht erlaubt, öffentlich Werke anzubieten, die diesen Schutz geniessen. Es sei denn, man hat das Einverständnis des Urhebers.

Und von eben einem solchen Einverständnis ging Christoph Boecken, Betreiber des Blogs Jeriko One, aus. Denn den Song, den er dort zum Anhören bereit gestellt hat, gehört vermutlich zu einer breit angelegten Viralkampagne Trent Reznors. Zu dieser passte auch, dass auf diversen Konzerten “versehentlich” USB-Sticks auf Toiletten liegen bleiben, welche Songs des neuen Albums “Year Zero” beinhalten (Mehr Infos dazu unter Anderem bei laut.de).

Soweit so gut, bis zu dem Punkt schien eigentlich alles okay. Wenn da nicht ein paar uninformierte Anwälte in Hamburg gewesen wären, die in dem Bereitstellen des Songs eine Urheberrechtsverletzung gesehen haben. Und diese, wie sie es ja schon zigfach getan haben, abmahnten. Inklusive einer nicht unerheblichen Kostennote.

Universal hüllte sich in Schweigen und vermutlich wäre die ganze Sache nach der Zahlung der Kostennote sogar wieder eingeschlafen. Wenn nicht dann am vergangenen Mittwoch die Tour hier in Deutschland gestartet worden wäre und die Promoagenturen damit begannen, mit jener Kampagne Werbung zu machen. Und plötzlich wird der Geschmack dabei nicht nur mehr nur schal, sondern regelrecht ekelhaft. Und Sätze wie

So wurden z. B. auf einer Toilette der Konzerte in Lissabon ein USB-Stick mit einem Song des neuen Albums gefunden, letzte Woche dann sogar das Video zur ersten Single “Survivalism�? - ebenfalls auf einem Konzert und auf einem USB-Stick - und das alles bevor es irgendwo auf einem Musiksender zu sehen oder zu hören war. Bleibt abzuwarten, ob den deutschen Fans ein ähnliches Vergnügen auf der am Mittwoch startenden Tour vergönnt ist. (Quelle: Universal Newsletter)

bekommen einen richtig bitteren Beigeschmack. Denn zumindest ein deutscher Fan durfte erleben, was ihm vergönnt ist, wenn er sich an dieser Promotionaktion beteiligt.

Im Moment scheint dann allerdings doch ein wenig Bewegung in diese Geschichte zu kommen und vielleicht finden auch große Plattenfirmen und deren Anwälte den Weg zurück zu Moral, Anstand und Respekt. Ansonsten bleibts wie es ist und man kann kaum noch guten Gewissens für solche Firmen hier Promotion machen.

Update 20.03.2007

Vielleicht kein Wunder, aber zumindest ein Zeichen der Vernunft hat Universal in diesem Fall veranlasst, den eigenen Fehler einzugestehen, die Abmahnung zurückzuziehen, des Geld zu erstatten und obendrein noch einen Konzertbesuch inklusive Treffen mit Trent Reznor zu spendieren.

So gehts doch auch!



Virtual Victim: Transmission

7. März 2007 | Von DustDevil | Kategorie: CD-Kritiken | 83 mal aufgerufen

Virtual Victim - TransmissionWer meine Sendung Newcomers Ball kennt, jeden Montag ab 20Uhr auf Ultra Dark Radio & darkerradio zu hören, kennt natürlich auch Virtual Victim. Uns wurden schon seit Beginn der Sendung von Chris, Leader von Virtual Victim, Songs zum spielen zur Verfügung gestellt, Musik die uns und unseren Hörern von Anfang an gefiel. Nun ist es endlich soweit, Virtual Victim bringt das erste Album auf den Markt, mit dem Namen Transmission und Ultra Dark Radio spielt nun schon seit ca. 2 Monaten Songs von diesem Album, dank einer wirklich früh erhaltenen Promo, super!

“Transmission” ist ein wirklich gut produziertes Werk, da ich den Arbeitsverlauf der meissten Songs von der Demo zum Endprodukt selber mitbekommen habe, kann ich nur sagen, wirklich gute Arbeit, die Songs klingen wirklich sehr satt und der Klang ist ausgeglichen, nicht übersteuert wie bei vielen Produkten aus dem elektronischen Bereich. Gesang und Themen der Songs sind gut arrangiert und langweilen nicht, Virtual Victim muss sich in keinster Weise hinter Größen der Szene verstecken! Das signen bei Rupal Records hat sich rentiert, würde ich sagen. Mit einer Gesamtspielzeit von knapp 53 Minuten befindet sich das Album in der goldenen Mitte, wo ich persönlich noch ein paar neugemasterte Remixe drauf gehauen hätte, die man aber immer noch kostenlos laden kann, schaut einfach mal auf der Homepage vorbei. Mit um 12,- Euro kann man das Album als Schnäppchen bezeichnen, ein guter Preis wenn man sich den Markt einmal anschaut.

Mehr Infos unter: www.Virtual-Victim.de

Im Gesamten bekommt das Album von mir 4 Punkte, wenn man von 5 Punkten ausgeht, mein absoulter Lieblingssong und meine Club Empfehlung, der Song “Schicksal”.



Free Music Charts

9. Februar 2007 | Von Falk | Kategorie: Essays | 65 mal aufgerufen

fmc-logo150Wer heute aufmerksam die News gelesen hat, wird gesehen haben, dass es morgen eine Generalprobe für die Free Music Charts hier bei darkerradio geben wird. Und vielleicht hat sich auch der Eine oder die Andere gefragt, warum ich die nicht (wie sonst ja eigentlich üblich bei meinen Konzepten) sofort hier beim Radio gestartet und etabliert habe. Ging mir grad auch so durch den Kopf und die Antwort dazu wird nicht ganz einfach, aber ich versuchs trotzdem.

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Tape: #2 Tour 2007 am 28.01.2007 in Köln Underground

2. Februar 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 67 mal aufgerufen

Tape PR 01 rgb 150dpiDas Showcase von TAPE in Köln stand unter keinem guten Stern. Sonntagsabends im Januar bekommt man den gemeinen Kölner nur sehr schwer vom warmen, trockenen Sofa in die Kälte und den Nieselregen…Aber es kam noch schlimmer, in der nahe gelegenen Live Music Hall spielten Killswitch Engage , also harte Konkurrenz. Und so war es trotz freiem Eintritt nicht mal halb voll im Underground, so zumindest der optische Eindruck.

Mongofünf spielten Support. Ihr Motto gemäß Flyer “Das letzte bisschen Heilanstalt” - ich verkneife mir jetzt hier einen Dieter-Bohlen-Spruch dazu.

Aber das total Groove-resistente Gegröle und Gegrunze nahm seinen Lauf. Sollte diese Bands verschiedene Songs auf Lager haben habe ich sie trotz 30 min. Trommelfellvergewaltigung nicht gehört. Auch die Posen des Sängers, vermutlich Gelegenheitssatanist, können nicht überzeugen. Sorry, Ihr seid bei mir nicht im Recall! Fairerweise sollte man jedoch anmerken, dass sie beim Publikum überraschend gut ankamen. Wie immer Geschmackssache halt.

Nach einer Umbaupause erschienen die Jungs und das Mädel von Tape . Man merkt es den Jungs an, sie sind die großen Bühnen gewöhnt. Dieses Showcase war trotzdem eines der schwierigsten. Nach der einstweiligen Verfügung gegen Ihre Plattenfirma konnten Sie sich nicht mal richtig vorstellen, denn zu dem Zeitpunkt des Konzertes durften sie Ihren Namen nicht nennen.

TAPE waren auf der Bühne!

Die Show von TAPE lebt von Ihrer neuen Sängerin Peti. Was für eine Erscheinung ! Die bildschöne Peti ist eine Augenweide. Man merkt direkt, dass Sie langjährige Bühnenerfahrung hat. Peti rockt! Jedoch gelang es Ihr trotzdem nur sehr schwer, das Publikum mit Ihrer tollen Stimme zu überzeugen. Hauptaugenmerk lag auf den Stücken des neuen Albums, das augenscheinlich beim Großteil noch nicht bekannt war.

Fazit: TAPE spielen rundum befriedigenden New Metal (hören sie selbst wahrscheinlich nicht so gerne); nicht mehr, aber auch nicht weniger. Teilweise zu angepasst, zu austauschbar. Wer hier Innovation suchte, war fehl am Platz. Nach gut 70 Minuten wurden wir wieder in die trübe Kölner Kälte entlassen.

www.tape-music.de

www.mongofuenf.de



Werft die vielen Juristen raus

31. Dezember 2006 | Von Falk | Kategorie: Essays | 63 mal aufgerufen

Aber das Rechtssystem funktioniert nicht. Oder, genauer gesagt, es funktioniert für niemanden außer denen, die es sich leisten können. Das liegt nicht etwa daran, dass das System korrupt wäre – ich glaube nicht, dass unser Rechtssystem korrupt ist, jedenfalls nicht auf Bundesebene. Es liegt vielmehr daran, dass die mit dem Rechtssystem verbundenen Kosten so hoch sind, dass gerechte Lösungen fast nie gefunden werden können…

Die Kostspieligkeit, Umständlichkeit und Willkür dieses Systems sprechen unserer Tradition Hohn. Juristen und Wissenschaftler sollten es als ihre Pflicht ansehen, die Art zu ändern, wie das Recht funktioniert, oder, besser noch, das Recht so zu ändern, dass es funktionieren kann. Es geht nicht an, dass das Rechtssystem nur für das oberste eine Prozent der Mandanten funktioniert. Es könnte viel effizienter und billiger und folglich viel gerechter sein.

Aber solange diese Reform nicht vollendet ist, sollten wir als Gesellschaft das Recht von Gebieten fern halten, von denen wir wissen, dass es dort nur Schaden anrichtet. Und genau das tut das Recht viel zu oft, wenn ihm zu viel von unserer Kultur zur Beurteilung überlassen wird.

Stellen Sie sich all die erstaunlichen Dinge vor, die Ihr Kind mithilfe digitaler Techniken schaffen könnte – Filme, Musik, Webseiten, Blogs. Oder denken Sie an die erstaunlichen Dinge, die Ihre Gemeinde mithilfe digitaler Techniken vorantreiben könnte – ein Wiki, gemeinsame Projekte, eine Initiative zur Veränderung von irgendetwas. Denken Sie an all das, und dann stellen Sie sich vor, jemand streut Sand ins Getriebe. Genau das tut ein System, das an jeder Ecke Erlaubnis verlangt. Es ist, wiederum, das System von Breschnews Russland.

Das Recht sollte manche Bereiche der Kultur regulieren, aber nur dort, wo solche Regulierung Gutes tut. Leider prüfen Juristen nur selten ihre Macht oder die von ihnen befürwortete Macht anhand der einfachen pragmatischen Frage: “Wird das gute Ergebnisse bringen?” Stellt man sie wegen der zunehmenden Reichweite des Rechts zur Rede, fragen sie regelmäßig zurück: “Warum nicht?” Wir sollten vielmehr fragen, “Warum?” Zeige mir, warum deine Kulturregulierung notwendig ist. Zeige mir, wozu sie gut ist.

Solange du mir nicht beides zeigen kannst, halte deine Juristen fern!

(Auszug aus Lawrence Lessig “Freie Kultur” - Wesen und Zukunft der Kreativität, lizensiert unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.0 License.)



Respect for art and creativity

23. Dezember 2006 | Von Falk | Kategorie: Essays | 57 mal aufgerufen

Neopaganism tends to attract artists and musicians as much as it attracts technologists. Our myth and ritual can be very powerful at stimulating and releasing creativity, and one of the greatest strengths of the movement is the rich outgrowth of music, poetry, crafts and arts that has come from that. It is quite common for people joining the movement to discover real talents in those areas that they never suspected.
Frequently Asked Questions about Neopaganism (Eric S. Raymond)

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Welle:Erdball: Chaos Total Tour 2006 am 24.11.2006 in Krefeld

14. Dezember 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 65 mal aufgerufen

we quartett“Hallo, hier spricht Welle: Erdball, Symphonie der Zeit. Aus dem Äther schwingt und schwillt sie in die Ewigkeit!”

Das Hauptkonzept Welle:Erdball ist die Arbeit eines Radiosenders. Nach mehreren Jahren verläst nun wieder ein neues Programm mit dem Namen “Chaos Total” das Funkhaus Welle:Erdball. Ein Grund aufzuhorchen. Der Aufwand, den die Beschäftigten der Sendeanstalt beim neuen Tonträger betrieben haben, spiegelt sich auch auf der Bühne wieder.

In der fast ausverkauften Krefelder Kulturfabrik zeigten Honey, Alf und die Mädels Frl. Venus und Plastique, was zur Zeit in deutscher - minimal elektronischer - Popmusik so möglich und machbar ist. Support gab es keinen - also nach ein bisschen elektronischer Tanzmusik aus der Konserve und dem o.g. bekannten Intro einfach zack und los! Um 21.40 Uhr erschienen Honey und & Alf in der bekannten Welle:Erdball – Uniform, sprich weiße Hemden, schwarze Handschuhe, schwarze Krawatte, schwarzes Jacket; Frl. Venus und Plastique in schwarz-weißen 50er Jahre Kleidern und passenden Accessoires.

Spätestens nach “Funkbereit” und “Gib mir mein Gefühl zurück” brannte die Luft und die Menge tobte. Wunderkerzen und Leuchtstäbe wurden hochgehalten und das begeisterte Publikum ging sofort mit. Das ist Entertainment der Superlative. Welle:Erdball inszenieren jeden Song wie ein Theaterstück, das heißt: Beim Song “Schweben, Fliegen, Fallen” werden große Luftballons ins Publikum geworfen. Beim Song “Arbeit Adelt” bearbeitet Honey ohrenbetäubend und martialisch eine große Blechtonne, halt echte Arbeit, beim Song “Super 8? wird dementsprechend eine Super 8-Kamera präsentiert und passend in die Show integriert. Beim Song “Starfighter” werden Papierflieger ins Publikum geworfen. Auch der Klassiker “Elektrosmog” wird passend präsentiert: Frl. Venus und Plastique (mittlerweile in hautengen, schwarzen Lederkostümen) “beschiessen” das Publikum mit Kinder-Laserpistolen. Das absolute Highlight der Show ist “Hoch die Fahnen” bei dem Song schwingen Frl. Venus und Plastique Welle:Erdball - Fahnen. Man könnte fast meinen, man ist auf einer Jugendweihe in der ehemaligen DDR. Gänshautfeeling!

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Die optische Präsentation ist bei Welle:Erdball ein echtes Erlebnis und zieht fast zwangsläufig das Publikum in seinen Bann. Und in diese Gefühlswelt brechen dann auch nachdenkliche Songs ein: Honey fragt zweimal, ob das Publikum gut drauf ist und spielt dann mit einem Lächeln im Gesicht “Contergan”. Ein Song, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Hier schaffen es Honey & Co, ein hochsensibles Thema unterhaltsam und nachdenklich rüberzubringen. Aber man merkte dem Publikum an, dass es diese schwere Kost nicht so einfach zu verdauen vermochte. Auch der Serge Gainbourg-Klassiker “Poupée de Cire, Poupée de Son” im Original von France Gall, der nur von Frl. Venus und Plastique präsentiert wird, ist weiteres Highlight. Der einzige Song, der nicht auf Deutsch gesungen wurde.

Und immer wieder wird der COMMODORE 64 als Mitglied des Senders Welle:Erdball in Klang, Bild, Text und Sprache gefeiert. Nach 2 Stunden und 30 min Programm, inkl. zwei Zugaben, in denen die Worte Sarkasmus, Ironie, Satire und Humor eine ganz neue Bedeutung bekommen haben, verabschieden sich Welle:Erdball von ihren Fans. Ein gelungener Abend, das Publikum ging erschöpft, aber in Partystimmung nach Hause und auch die Welle:Erdball-Fans der ersten Stunde haben das Konzert mit Begeisterung genossen.



Obscenity Trial: Here And Now

17. November 2006 | Von Karsten | Kategorie: CD-Kritiken | 79 mal aufgerufen

otrial-hereandnowMan nehme einen Esslöffel VNV Nation, ein wenig Camouflage und eine Prise New Order, bringe diese Mixtur unter ständigem Rühren zum kurzen Aufkochen: Obscenity Trial ist servierbereit. “Here and now” ist das erste Album von Obscenity Trial, sprich Oliver Wand und Frank Hass. Aufgenommen wurde es von keinem Geringeren als Olaf Wollschläger (Produzent von u.a. Melotron, In Strict Confidence u.a.).

Das Resultat dürfte jedem Electro - Insider wohl klar sein:

Treibende Drumprogrammierung, jagen atomsphärische Vocals. Man merkt, das Oliver eine ausgebildete Stimme besitzt. Er unterstreicht mit seiner Stimme den teilweise sphärischen, melancholischen Charakter der Songs. Insbesondere der Song “Here and now”, zu dem auch ein Video gedreht wurde, überzeugt. Oder anders gesagt: Es wurde das Electropop-Rad nicht neu erfunden, aber weiterentwickelt, intensiviert und optimiert.

Fast alle Tracks bleiben im Ohr bzw. Gedächtnis hängen. Elf durchweg tanzbare, mitunter hypnotisch, eindringliche Stücke mit Ohrwurmcharakter + drei Remixe. Von Obscenity Trial wird man noch viel hören.

Weitere Anspieltipps: “Afraid”, “Silence” - der melancholischen Herbsthymne und “Never too Late”.

(Infacted Recordings/Soulfood)

http://www.otrial.de
http://www.myspace.com/obscenitytrial