Konzertberichte

Psyche – 22.01.2010 Underground Köln

31. Januar 2010 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 50 mal aufgerufen

Support: goJA moon ROCKAH

Jetzt haben wir hier im Rheinland in der fünften Woche “Winter”. Unfassbar…Mit Schnee, Eis, zweistelligen Minusgraden und morgens zugefrorene Autos. Das geht aufs Gemüt des normalen Kölners. Wo ist die Klimakatastrophe, der Klimawandel, wenn man sie mal braucht?

Das Konzert sollte im kleinen Saal des Undergrounds stattfinden. Hier waren wir bisher noch nie zu einem Konzert. Geschätztes Fassungsvermögen: max. 40 – 50 Leute.

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Die Art – 16.01.2010 Rostock

26. Januar 2010 | Von Andy | Kategorie: Konzertberichte | 64 mal aufgerufen

Die Art sind Kult, das waren sie bereits vor ihrer Reunion im Jahre 2007 und sie haben nichts von diesem Status eingebüßt. Lange waren Sie nicht In Rostock und so freute nicht nur ich mich auf diesen besonderen Abend.

Als Support agierte die Rostocker Band “Mainpoint”, die Dank zahlreicher Auftritte im Bundesgebiet auch keine Unbekannten mehr sind. Dennoch hatte man eher den Eindruck das das Publikum hauptsächlich wegen “Die Art” gekommen war. Als Sänger Makarios und seine Jungs dann die Bühne enterten, sah man in gespannte und erwartungsvolle Gesichter.

Das Konzert begann mit den Songs “Endlos” und “Heimatlied” und “Die Art” hatten ihr Publikum sofort in ihren Bann gezogen. Hier und da gingen auch schon die ersten Hände in die Luft und es wurde fleißig mitgesungen, für ein Konzert im norddeutschen Raum durchaus keine Selbstverständlichkeit. Hier konnte man allerdings im Laufe des Abends eher den Eindruck gewinnen es handelt sich um ein Heimspiel. Das Set zog sich durch alle Schaffensperioden der Band. Songs wie “Obsession is sad Passion” oder “Alles was dein Herz begehrt” wurden dabei genauso begeistert aufgenommen wie die älteren Stücke “Eternal Fall”, “Ozean” oder “Samtmarie”.

Es herrschte bei diesem Konzert eine Atmosphäre wie ich sie selten erlebt habe. Es spielte nicht einfach nur eine Band auf der Bühne, sondern “Die Art” spielte für ihr Publikum und das Publikum dankte es mit tosendem Applaus, Zurufen und wildem Pogo. Als mit “Pale” dann das vorläufige Ende des Konzertes kam, waren die Rufe nach Zugabe nur selbstverständlich. Und “Die Art” ließ sich nicht lange bitten mit dem Hinweis nun Songs zu spielen, auf die der ein oder andere schon lange wartet.

Ausgelassen feierte und tanzte man nun zu den genial dargebotenen Songs “Wide Wide World”, “I Love You (Marian)” und “Black Dust”. Folgerichtig wollten auch hier die Zugaberufe nicht enden. So kamen “Die Art” für die letzten 3 Songs des Abends noch einmal zurück auf die Bühne. Joy Division´s “Love will tear us apart” wurde von “Die Art” auf ihre ganz eigene Weise interpretiert und fügte sich glänzend ins Set ein. “Irish Coffee” zog das Tempo noch einmal ordentlich an und als nach “Symbole” der letzte Ton verklungen war, hatte man das Gefühl man verabschiedet sich von guten Freunden. Definitiv ein Konzerterlebnis der besonderen “Art” und es bleibt zu hoffen das uns die Band noch lange mit ihren CD´s und Konzerten erfreut.

Mehr Fotos gibt es hier.



Das war das Amphi 2009

10. August 2009 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte, News | 194 mal aufgerufen

Amphi 2009 – 18./19.07.2009 – “Rocken bis die Bude zusammenbricht….”

…….was sie ja dann auch pünktlich Samstagsabends tat!

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Blackfield-Festival 2008 – ein Résumé

14. August 2008 | Von Andy | Kategorie: Konzertberichte | 202 mal aufgerufen

Das war es also, das erste Blackfield Festival im Amphitheater im Nordsternpark Gelsenkirchen. Hier nun meine Eindrücke der 3 Tage.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen Freitag pünktlich zur ersten Band Pink Turns Blue am Ort des Geschehens zu sein. Aber leider hatte die Autobahn rund um Hamburg etwas dagegen, so das ich nicht nur Pink Turns Blue, sondern ärgerlicherweise auch Stromkern verpasste. Der Ärger war jedoch aufgrund der perfekten Organisation schnell verflogen. Kein langes Warten bei der Bändchenausgabe und auch meinen Fotopass hatte ich fix, obwohl ich leider im Vorfeld vergass anzugeben das ich fotografieren will. Danke nochmal an dieser Stelle an Martin vom Veranstaltungsteam.

Die erste Band die ich dann bewundern durfte waren Icon Of Coil. Und ich wurde nicht enttäuscht, wie erwartet lieferten Andy & Co. eine perfekte Show ab. Man merkte nichts von der langen Live-Pause. Nach einer kurzen Umbaupause folgten dann Dreadful Shadows. Für mich das erste Konzert und es war eine solide Vorstellung. Die nun folgenden Blutengel habe ich mir aufgrund nicht vorhandenen Interesses geschenkt. Es sei mir verziehen. Stattdessen ein kurzer Gang übers wunderschöne Gelände. Für mich eine perfekte Location. Die Händlermeile war vielleicht ein wenig dürftig, aber das wird sich in den nächsten Jahren sicher ändern.

Der Samstag begann mit Colony 5. Ich hatte die Jungs kurz vorher bereits live gesehen und musste abermals bemerken das sie ein fantastische Live-Band sind. Das Set bestand grösstenteils aus Songs des letzten Albums “Buried Again” was dem Grossteil des Publikums entgegen zu kommen schien. Es folgten Iris, die anfangs leider technische Probleme hatten. Diese Zeit Zeit wurde allerdings grossartig überbrückt. Sänger Reagon Jones und Gastmusiker Ned Kirby (Stromkern) legten ein spontanes Unplugged-Set aus Stimme und Bassgitarre hin – Gänsehaut pur. Irgendwann spielte dann auch die Technik mit und Iris boten einen Mix aus alten und neuen Songs.

Solar Fake ist das Soloprojekt von Sven Friedrich (Zeraphine, Dreadful Shadows) und enterte als nächstes die Bühne. Gespielt wurden selbstverständlich ausschliesslich Stück des Debütalbums “Broken Grid”. Der eine oder andere der Solar Fake noch nicht kannte, dürte wohl angesichts der doch etwas schwungvolleren Bühnenshow, als man das beispielsweise bei Zeraphine gewohnt ist, überrascht gewesen sein. Man merkte Sven den Spass an diesem Projekt mit jedem Ton an und so war es ein rundum gelungener Auftritt.

Gespannt wartete ich nun auf Diorama, die ich bisher leider noch nicht live gesehen hatte. Ein schweres Versäumnis wie sich herausstellen sollte. Torben Wendt und seine Jungs legten auch sofort mit ihrem Club-Hit “Advance” los und sorgten somit gleich für die richtige Stimmung. Auch Songs wie “Erase me”, “Kein Mord” und “Synthesize Me” entpuppten sich als Ohren- und Augenschmaus. Ein absolut überzeugender Auftritt den ich mir gerne noch einmal mit längerer Spielzeit anschaue.

Im Anschluss erwartete ich Northern Lite. Doch leider wollte der Funken von Anfang an nicht richtig überspringen und die Band wirkte eher etwas gelangweilt und deplatziert. Also nutzte ich die Zeit der mittlerweile brütenden Hitze etwas zu entkommen und für Nachschub bei der Flüssigkeitszufuhr zu sorgen.

Pünktlich war ich dann zu Catastrophe Ballet zurück. Eine Band die ich vor Jahren schon einmal live gesehen hatte, von denen mir aber kaum etwas geläufig war. Und so war ich doch positiv überrascht. Überzeugender Goth-Rock der bei mir doch den einen oder anderen Ohrwurm hinterliess. Einzig und allein auf den Gastauftritt von Oswald Henke hätte ich verzichten können, aber das ist und bleibt ja bekanntlich Geschmackssache.

Nach kurzer Umbaupause betrat Ronan Harris (VNV Nation) mit seinem Projekt Modcom die Bühne. Im Vorfeld waren mir nur ein Samplerbeitrag sowie Remixe bekannt. Umso erstaunter war ich, das sich auch diese Remixe tatsächlich im Set wiederfanden. Ansonsten wirkte das Ganze ein wenig unspektakulär, ein in die Menge grinsender Ronan Harris, der sich hinter seinem Laptop verschanzt hatte und ab und zu ein paar Knöpfe drehte. Sowas schaue ich mir gerne als DJ in einem Club an, auf einer Live-Bühne ist das für mich aber eine ganz klare Fehlbesetzung. Dem tanzwütigen Publikum jedoch schien es zu gefallen. Sei es drum, mir sind VNV Nation da eindeutig lieber.

Nach technoiden Klängen gab es dann Samsas Traum zu bestaunen, was für ein Break im Line-Up. Knüppelharter Metal schallte aus den Boxen und es gab zum Leidwesen einiger Fans ausschliesslich neues Material von Alexander Kaschte zu hören. Auch dem Ruf als arroganteste Band der Welt wurde wieder ordentlich Futter gegeben. Herr Kaschte hielt sich mit Bemerkungen Richtung Publikum jedenfalls nicht zurück. Aber was tut man nicht alles für sein Image. Mein Fazit : kann man sich geben, muss man aber nicht.

Danach wurde es dann richtig voll vor der Bühne, denn Subway To Sally rockten das Amphitheater und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine explosive Bühnenshow mit vielen Pyroeinlagen sorgten für die bis dato vielleicht beste Stimmung im Publikum. Die Pyroeinlagen sorgten auch dafür, das die Fotgrafen erst etwas später vor die Bühne durften, vielleicht angesichts der eh schon sängenden Hitze besser so. Eric Fish bedankte sich nochmal artig bei Nordrhein-Westfalen für den Sieg beim Bundesvision Song Contest und hatte damit natürlich den Applaus auf seiner Seite. Die Verbundenheit zu ihren Fans wurde auch nochmal beim Song “Eisblumen” deutlich. Hier durfte eine junge Frau aus dem Publikum auf die Bühne, die ihren kurzen Auftritt neben Eric Fish sichtlich genoss. Natürlich fehlten auch die Überhits “Sieben” und “Julia und die Räuber” nicht und so liessen Subway To Sally ein sichtlich zufriedenes Publikum zurück, das sich nun auf den Headliner des Samstags vorbereitete.

Es war Zeit für Douglas McCarthy und Bon Harris alias Nitzer Ebb. Unterstützt von Jason Payne betraten sie zum Einbruch der Dunkelheit die Bühne. Wie nicht anders zu erwarten folgte nach einem kurzen Intro “Getting Closer” und Nitzer Ebb hatten das Publikum sofort im Griff. Was folgte war ein Feuerwerk der grössten Hits, doch auch der neueste Song “Payroll” sollte nicht fehlen. Auch der einsetzende Regen konnte die Masse nicht davon abhalten sich dieses grossartige Erlebnis bis zum Ende anzusehen. Für mich definitiv ein Highlight.

Der Sonntag startete mit Solitary Experiments. Ein Konzert auf das ich mich schon im Vorfeld gefreut hatte und das zurecht. Mit dieser Freude war ich anscheinend auch nicht alleine, da trotz der frühen Spielzeit bereits der Grossteil der Festival-Besucher anwesend war. Die Setlist entsprach wohl auch dem Geschmack des Publikums was die Reaktionen deutlich zeigten. Auch einen neuen Song gab es bereits zu hören, da darf man sich aufás kommende Album freuen. Ein perfekter Auftakt für den Sonntag.

Die nächste Band im Line-Up sollten Schelmish sein. An dieser Stelle kann ich auch nicht viel sagen, ausser das mich wieder der Durst packte. Das Mittelalter und ich werden wohl nie richtige Freunde.

Nach Durst stillen und Umbaupause betraten Reaper die Bühne. Am Publikum konnte man auch wieder deutlich erkennen was nun folgen sollte. Das Projekt von Vasi Vallis (Frozen Plasma, Ex-Nam Nam Bulu) zog wieder die tanzfreudigen Besucher in seinen Bann. Bei mir wollte der Funke jedoch nicht so richtig überspringen. Zu statisch wirkte das ganze auf der Bühne und die für mich inakzeptale Stimmleistung tat ihr übriges. Mal abgesehen davon das ich kein Freund von schnell produzierter Club-Musik bin. Aber auch hier gilt wieder Geschmackssache.

Geschmackssache auch die nächste Band : Heimataerde. Schon auf CD absolut nicht mein Fall, konnte mich dieses Projekt auch live nicht überzeugen. Electro gepaart mit Mittelalter und einer entsprechenden Show im Ritterkostüm, die sicher nett anzusehen war, aber wie gesagt meinen Nerv nicht traf. Dem Publikum schiens jedoch grösstenteils zu gefallen, also Mission erfüllt.

Für mich ein weiteres persönliches Highlight war der Auftritt von Tom Shear alias Assemblage 23. Um Es auf den Punkt zu bringen, ein absolut fantastischer Auftritt mit einer perfekten Songauswahl. Einzig und allein die Stimme war ein wenig zu leise abgemischt.

Die nun folgenden Spetsnaz, [:SITD:], The Crüxshadows, Schandmaul und Lacrimosa bekam ich leider nicht mehr zu Gesicht, da mich bereits frühzeitig entschlossen hatte nach Assemblage 23 die Heimreise anzutreten, die mit 6 Stunden Fahrt nicht zu verachten war.

Bleibt noch mein Fazit des ersten Blackfield Festivals. Für mich ein lohnendes Wochenende. Von der Organisation her gibt es absolut nichts zu meckern. Getränke- und Essenpreise lagen teils unter dem festivalüblichen Niveau. Die Aftershow-Parties waren ohne zusätzlichen Eintritt zu besuchen, ein deutliches Plus gegenüber anderen Festivals. Ich für meinen Teil nehme auch lieber eine 20-minütige Umbaupause in Kauf, als ein ständiges Hin- und Hergehetze zwischen verschiedenen Bühnen, also auch hier ein Pluspunkt. Also bitte weiter so….

Wer dieses Jahr verpasst hat, sollte sich also das 2.Blackfield Festival 2009 vom 27.06.-28.06. vormerken. Als Bands stehen bereits VNV Nation, ASP und Diary of Dreams fest.



Grendel Konzert – trotz mangelndem Publikum voller Erfolg!

7. Dezember 2007 | Von Freddy | Kategorie: Konzertberichte | 210 mal aufgerufen

Als ich in die “Halle” reinkam, die kurzerhand auf einen kleinen Saal verlegt wurde, bekam ich ersteinmal einen ziemlichen Schock. Es war 19.30 (Konzertbeginn) und gerade mal 20-30 Leute befanden sich in dem Raum. Ich dachte “das kann nicht wahr sein” und habe nachgefragt… und tatsächlich, Karten wurden kaum verkauft im Vorverkauf…

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Nine Inch Nails: 28. März 2007 – München

16. April 2007 | Von whitesensless | Kategorie: Konzertberichte | 206 mal aufgerufen

Trend Reznor mit grünem Tee und ohne Tirolerhut

Ninmarch06Ganz unscheinbar hängt ein schwarzes DIN A1 Plakat in der Fußgängerzone der bayrischen “Weißbier-HighTech Metropole”. Man muss sich ganz schön konzentrieren um nicht einfach daran vorbei zu laufen. “Performance 2007?, so wird das ganze betitelt. Naja harte Nippel bekommt man davon noch nicht. Aber ein kleiner kalter Schauer lief mir schon über den Rücken.

Es folgt Whiteys kleiner Eindruck von diesem Konzert:

Es waren fast keine kreischenden Teeniegothchicks, die mir den Platz in der ersten Reihe streitig machten, vor Ort. Sehr angenehm. Eine entspannte Stimmung in der Halle und noch genug Zeit um auf der Männertoilette auf dem Boden rumzurobben, um vielleicht doch noch einen USB Stick mit geheimen Verschwörungs Material zu finden. War keiner da.

Die Vorband Ladytron glänzte vor allem (für mich nur) durch die sehr attraktiven verdammt scharfen Frontfrauen.

Und sie hat doch mit mir geflirtet.

So jetzt gehts aber los. Die Nägel haben gerockt, viele gute Lieder gespielt, die ein oder andere Überraschung geliefert, neue Lieder gespielt und mich mehr schwitzen lassen, als ich erwartet hätte. Man muss dazu sagen, dass es sich um eine Show handelte, die nicht mit Videokameras für die nächste DVD gefilmt wurde. D.h. keine spektakulären Showeinlagen. Die viel gelobte Lichtshow war eher mickrig. Und verdammt nochmal – was ist das für ein Gitarrist, der den Anschein machte, als würde er nur spielen können, wenn er quer über die Bühne fliegt.

Ein weiteres leidiges viel diskutiertes Thema sind die Fans. Fans sind einfach nervig, aber leider verdammt notwendig und sogar bei mancher guten Band in großer Anzahl vorhanden. Richtig bewusst wurde mir das wieder bei dem Selbstmitleids-Klassiker “Hurt”. Sowas wirkt nicht, wenn der betrunke Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Wollbach den Text mitgröhlt und dir seine wuchernde Achselbehaarung ins Gesicht reibt. Das weiß wohl auch der Herr Reznor und brach den Song in Frankfurt nach der Hälfte ab.

Trotzdem, man war das gut und selbst mit seinen 185 Jahren kann er es immer noch, eben nur ohne Koks und mit grünem Tee.

Fazit: Wer die Jungs immernoch nicht live gesehen hat, sollte es nachholen. Wer gute Mukke will sollte sich das Album auch noch kaufen oder einfach bei uns reinhören.

Und wer mal ein paar richtige Freaks sehen will sollte Nachts zwischen 2 und 5 Uhr in den Wartesaal des Münchner Bahnhofs gehen.



Superikone: Master and Servant Party am 16.03.2007

21. März 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 148 mal aufgerufen

Superikone ist eins der wenigen Projekte, die kein neues Album benötigen, damit die Leute zu seinen Konzerten kommen. Insbesondere im Osten ist die Stimmung auf Konzerten eigentlich immer sehr gut. Malte (Superikone) vereint als “Alleinunterhalter” nahezu alle Qualitäten, die man für diesen Job braucht: Er kann unterhalten, er kann tanzen, der lebt die Songs auf der Bühne und ein paar Mädels sagen auch, dass er gut aussieht. Da geriet das aktuelle Online – Album “Endorphin” und die Online – Re-Release der Single “Opiate” und des Album “Opiate” fast zu Nebensache.

Gleich von Beginn hat Malte richtig Gas gegeben. Die Pegel schlugen aus bei den zahllosen Superikone – Evergreens, ob dies nun “Höher, schneller, weiter”, “Machtmenschen” oder “Opiate” heißen. Aber auch die neuen Song gehören wieder zu Premium – Liga des Elektropops, dies spricht für Malte. Superikone – Konzerte leben von der intensive Kommunikation mit dem Publikum, dies wurde Ihm durch das Cottbusser – Publikum nicht gerade leicht gemacht.

Nach dem Konzert gab DJ DustDevil richtig Gas. Nach dem ersten Depeche Mode – Songs starteten die Cottbusser dann endlich richtig durch. Bis in die frühen Morgenstunden feierte DJ Dust Devil seinen Geburtstag mit einem Best-of-Mix der elektronischen Tanzmusik der letzen 25 Jahre. Die leichten, alkoholbedingten Kopfschmerzen am nächsten Tage könnten als Beweis für eine gelungene Party gewertet werden.

Link: Superikone



Tape: #2 Tour 2007 am 28.01.2007 in Köln Underground

2. Februar 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 128 mal aufgerufen

Tape PR 01 rgb 150dpiDas Showcase von TAPE in Köln stand unter keinem guten Stern. Sonntagsabends im Januar bekommt man den gemeinen Kölner nur sehr schwer vom warmen, trockenen Sofa in die Kälte und den Nieselregen…Aber es kam noch schlimmer, in der nahe gelegenen Live Music Hall spielten Killswitch Engage , also harte Konkurrenz. Und so war es trotz freiem Eintritt nicht mal halb voll im Underground, so zumindest der optische Eindruck.

Mongofünf spielten Support. Ihr Motto gemäß Flyer “Das letzte bisschen Heilanstalt” – ich verkneife mir jetzt hier einen Dieter-Bohlen-Spruch dazu.

Aber das total Groove-resistente Gegröle und Gegrunze nahm seinen Lauf. Sollte diese Bands verschiedene Songs auf Lager haben habe ich sie trotz 30 min. Trommelfellvergewaltigung nicht gehört. Auch die Posen des Sängers, vermutlich Gelegenheitssatanist, können nicht überzeugen. Sorry, Ihr seid bei mir nicht im Recall! Fairerweise sollte man jedoch anmerken, dass sie beim Publikum überraschend gut ankamen. Wie immer Geschmackssache halt.

Nach einer Umbaupause erschienen die Jungs und das Mädel von Tape . Man merkt es den Jungs an, sie sind die großen Bühnen gewöhnt. Dieses Showcase war trotzdem eines der schwierigsten. Nach der einstweiligen Verfügung gegen Ihre Plattenfirma konnten Sie sich nicht mal richtig vorstellen, denn zu dem Zeitpunkt des Konzertes durften sie Ihren Namen nicht nennen.

TAPE waren auf der Bühne!

Die Show von TAPE lebt von Ihrer neuen Sängerin Peti. Was für eine Erscheinung ! Die bildschöne Peti ist eine Augenweide. Man merkt direkt, dass Sie langjährige Bühnenerfahrung hat. Peti rockt! Jedoch gelang es Ihr trotzdem nur sehr schwer, das Publikum mit Ihrer tollen Stimme zu überzeugen. Hauptaugenmerk lag auf den Stücken des neuen Albums, das augenscheinlich beim Großteil noch nicht bekannt war.

Fazit: TAPE spielen rundum befriedigenden New Metal (hören sie selbst wahrscheinlich nicht so gerne); nicht mehr, aber auch nicht weniger. Teilweise zu angepasst, zu austauschbar. Wer hier Innovation suchte, war fehl am Platz. Nach gut 70 Minuten wurden wir wieder in die trübe Kölner Kälte entlassen.

www.tape-music.de

www.mongofuenf.de



Welle:Erdball: Chaos Total Tour 2006 am 24.11.2006 in Krefeld

14. Dezember 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 225 mal aufgerufen

we quartett“Hallo, hier spricht Welle: Erdball, Symphonie der Zeit. Aus dem Äther schwingt und schwillt sie in die Ewigkeit!”

Das Hauptkonzept Welle:Erdball ist die Arbeit eines Radiosenders. Nach mehreren Jahren verläst nun wieder ein neues Programm mit dem Namen “Chaos Total” das Funkhaus Welle:Erdball. Ein Grund aufzuhorchen. Der Aufwand, den die Beschäftigten der Sendeanstalt beim neuen Tonträger betrieben haben, spiegelt sich auch auf der Bühne wieder.

In der fast ausverkauften Krefelder Kulturfabrik zeigten Honey, Alf und die Mädels Frl. Venus und Plastique, was zur Zeit in deutscher – minimal elektronischer – Popmusik so möglich und machbar ist. Support gab es keinen – also nach ein bisschen elektronischer Tanzmusik aus der Konserve und dem o.g. bekannten Intro einfach zack und los! Um 21.40 Uhr erschienen Honey und & Alf in der bekannten Welle:Erdball – Uniform, sprich weiße Hemden, schwarze Handschuhe, schwarze Krawatte, schwarzes Jacket; Frl. Venus und Plastique in schwarz-weißen 50er Jahre Kleidern und passenden Accessoires.

Spätestens nach “Funkbereit” und “Gib mir mein Gefühl zurück” brannte die Luft und die Menge tobte. Wunderkerzen und Leuchtstäbe wurden hochgehalten und das begeisterte Publikum ging sofort mit. Das ist Entertainment der Superlative. Welle:Erdball inszenieren jeden Song wie ein Theaterstück, das heißt: Beim Song “Schweben, Fliegen, Fallen” werden große Luftballons ins Publikum geworfen. Beim Song “Arbeit Adelt” bearbeitet Honey ohrenbetäubend und martialisch eine große Blechtonne, halt echte Arbeit, beim Song “Super 8? wird dementsprechend eine Super 8-Kamera präsentiert und passend in die Show integriert. Beim Song “Starfighter” werden Papierflieger ins Publikum geworfen. Auch der Klassiker “Elektrosmog” wird passend präsentiert: Frl. Venus und Plastique (mittlerweile in hautengen, schwarzen Lederkostümen) “beschiessen” das Publikum mit Kinder-Laserpistolen. Das absolute Highlight der Show ist “Hoch die Fahnen” bei dem Song schwingen Frl. Venus und Plastique Welle:Erdball – Fahnen. Man könnte fast meinen, man ist auf einer Jugendweihe in der ehemaligen DDR. Gänshautfeeling!

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Die optische Präsentation ist bei Welle:Erdball ein echtes Erlebnis und zieht fast zwangsläufig das Publikum in seinen Bann. Und in diese Gefühlswelt brechen dann auch nachdenkliche Songs ein: Honey fragt zweimal, ob das Publikum gut drauf ist und spielt dann mit einem Lächeln im Gesicht “Contergan”. Ein Song, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Hier schaffen es Honey & Co, ein hochsensibles Thema unterhaltsam und nachdenklich rüberzubringen. Aber man merkte dem Publikum an, dass es diese schwere Kost nicht so einfach zu verdauen vermochte. Auch der Serge Gainbourg-Klassiker “Poupée de Cire, Poupée de Son” im Original von France Gall, der nur von Frl. Venus und Plastique präsentiert wird, ist weiteres Highlight. Der einzige Song, der nicht auf Deutsch gesungen wurde.

Und immer wieder wird der COMMODORE 64 als Mitglied des Senders Welle:Erdball in Klang, Bild, Text und Sprache gefeiert. Nach 2 Stunden und 30 min Programm, inkl. zwei Zugaben, in denen die Worte Sarkasmus, Ironie, Satire und Humor eine ganz neue Bedeutung bekommen haben, verabschieden sich Welle:Erdball von ihren Fans. Ein gelungener Abend, das Publikum ging erschöpft, aber in Partystimmung nach Hause und auch die Welle:Erdball-Fans der ersten Stunde haben das Konzert mit Begeisterung genossen.



And One: Bodypop-Tour 2006 in Köln Live Musik Hall am 29.10.2006

5. November 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 239 mal aufgerufen

Es versprach ein Ereignis der besonderen Art zu werden, welches mich an diesem lauen Oktoberabend in der Kölner Live Musik Hall erwartete: And One hatten zum Konzert geladen. Ihr Album “Bodypop” zählt zu den absoluten musikalischen Highlights des Jahres 2006. Bei meiner Ankunft in der bereits gut gefüllten Live Musik Hall stach mir sofort das auffällige Bühnenbild von And One ins Auge.

Eröffnet wurde der Abend von Obscenity Trial. Bitte wer?

Nach einer Internetrecherche war ich schlauer: Das Duo Obscenity Trial bestehend aus Frontmann Oliver Wand und Frank Hass an den Keyboards. Der “Obszönitäten Versuch” oder “Prozess” wird mit dem Album “Here and Now” hoffentlich sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Sie präsentierten schöne Electropop Perlen, die teils an NamNamBulu oder Camouflage erinnern, dabei aber jede Menge Eigenständigkeit ausstrahlen. Der Song “Here and Now” ist der Hit Ihres gleichnamigen aktuellen Albums. Einziger Kritikpunkt bleibt die sichtbare Nervosität von Oliver. Hey, Du hast eine fantastische, ausgebildete Stimme; lass die Rampensau raus und unterhalte Dein Publikum!

Von Obscenity Trial werden wir hoffentlich noch viel hören!

Nach einer kurzen Umbaupause enterten Spetsnaz die Bühne. Die Schweden konnten mich leider nicht überzeugen. Stampf – EBM mit Grunzgesang ist zwar tanzbar, aber unspektakulär . Die neue Single “Hardcore Hooligans” ist ein typischer EBM-Kracher bei dem man das Gefühl hat, den Song schon mehrmals in ähnlicher Form gehört zu haben. Wenn man Oldschool – EBM hören möchte, dann die Originale; sprich:
Nitzer Ebb, Front 242!

Wer hier Innovation sucht, suchte vergeblich.

Endlich war es soweit. Der übergroße And One Schriftzug erstrahlte in grellem, orange farbigem Licht. Die beiden Keyboards und Mikrofonstative von Chris Ruiz und Gio van Oli wurden genial ins Bühnenbild integriert. Nach den ersten 15 Sekunden des Intros konnte man erahnen, was einen erwartet. Chris und Gio betraten die Bühne.

andoneZu den ersten Klängen von “Dein Ende” betrat der Zeremonienmeister Steve Naghavi die Bühne: Dunkler Anzug, dunkles Hemd, orange Krawatte – und mit einem breitem Grinsen im Gesicht, Steve der Herr im Ring für heute Abend. Nach “Military Fashion Show” und “High” begann eine muntere Reise durch die And One Vergangenheit: Angefangen bei “Metallhammer”, “Panzermensch”, “Sometimes” bis zu “Deutschmaschine”, “Consequenz of Time”, “Krieger” und “Wasted”. Auch wenn das Publikum die neuen Songs “Body Company”, Enjoy the Unknown”, “Traumfrau” noch nicht so mitsingen konnten. Dies wird sich sicherlich bald ändern, da die Songs melodisch, tanzbodentauglich und einprägsam sind.

Die Ausleuchtung und Bühnengestaltung sollten die ganze Show hindurch überdurchschnittlich durchdacht bleiben – ein Beweis dafür, dass man auch sehr effektive Visualisierungen erschaffen kann, wenn man nicht über das Budget einer Stadion-Rock-Band verfügt. Was man braucht ist nur ein wenig Phantasie.

Highlights waren alle Songs, die Steve gemeinsam mit Gio gesungen hat (z.B. “Metallhammer” und “Panzermensch”). Auch die And One Medleys und And One vs. Depeche Mode Medleys wurden passend integriert und vom Publikum begeistert abgefeiert.

Steve, Chris und Gio waren vollen Spielfreude und legten allesamt eine Show auf die Bretter, als ginge es um ihr Leben. Bei AND ONE gibt es keine Statisten – nur Macher. Steve brachte mit seiner energiegeladenen Show auch die letzten Reihen der Live Musik Hall gehörig ins schwitzen. Nach knapp zwei Stunden war das Konzert leider bereits vorbei. Die Zeit verging wie im Fluge und es hätte ruhig noch weiter gehen können, was Wohl das beste Kompliment ist, welches man einem Künstler machen kann.

Der krönende Abschluss des Konzerts war eine von den Fans geforderte A Capella Version von “Pimmelmann”. Danach gingen Steve, Chris und Gio sichtbar erschöpft von der Bühne. Auf jeden Fall gehört die Show von Steve, Chris und Gio zum Besten, was ich seit langem gesehen habe. Ich kann mit Fug und Recht von einem rundum gelungenen Abend sprechen.

www.andone.de