Konzertberichte

Blackfield-Festival 2008 – ein Résumé

14. August 2008 | Von Andy | Kategorie: Konzertberichte | 170 mal aufgerufen

Das war es also, das erste Blackfield Festival im Amphitheater im Nordsternpark Gelsenkirchen. Hier nun meine Eindrücke der 3 Tage.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen Freitag pünktlich zur ersten Band Pink Turns Blue am Ort des Geschehens zu sein. Aber leider hatte die Autobahn rund um Hamburg etwas dagegen, so das ich nicht nur Pink Turns Blue, sondern ärgerlicherweise auch Stromkern verpasste. Der Ärger war jedoch aufgrund der perfekten Organisation schnell verflogen. Kein langes Warten bei der Bändchenausgabe und auch meinen Fotopass hatte ich fix, obwohl ich leider im Vorfeld vergass anzugeben das ich fotografieren will. Danke nochmal an dieser Stelle an Martin vom Veranstaltungsteam.

Die erste Band die ich dann bewundern durfte waren Icon Of Coil. Und ich wurde nicht enttäuscht, wie erwartet lieferten Andy & Co. eine perfekte Show ab. Man merkte nichts von der langen Live-Pause. Nach einer kurzen Umbaupause folgten dann Dreadful Shadows. Für mich das erste Konzert und es war eine solide Vorstellung. Die nun folgenden Blutengel habe ich mir aufgrund nicht vorhandenen Interesses geschenkt. Es sei mir verziehen. Stattdessen ein kurzer Gang übers wunderschöne Gelände. Für mich eine perfekte Location. Die Händlermeile war vielleicht ein wenig dürftig, aber das wird sich in den nächsten Jahren sicher ändern.

Der Samstag begann mit Colony 5. Ich hatte die Jungs kurz vorher bereits live gesehen und musste abermals bemerken das sie ein fantastische Live-Band sind. Das Set bestand grösstenteils aus Songs des letzten Albums “Buried Again” was dem Grossteil des Publikums entgegen zu kommen schien. Es folgten Iris, die anfangs leider technische Probleme hatten. Diese Zeit Zeit wurde allerdings grossartig überbrückt. Sänger Reagon Jones und Gastmusiker Ned Kirby (Stromkern) legten ein spontanes Unplugged-Set aus Stimme und Bassgitarre hin – Gänsehaut pur. Irgendwann spielte dann auch die Technik mit und Iris boten einen Mix aus alten und neuen Songs.

Solar Fake ist das Soloprojekt von Sven Friedrich (Zeraphine, Dreadful Shadows) und enterte als nächstes die Bühne. Gespielt wurden selbstverständlich ausschliesslich Stück des Debütalbums “Broken Grid”. Der eine oder andere der Solar Fake noch nicht kannte, dürte wohl angesichts der doch etwas schwungvolleren Bühnenshow, als man das beispielsweise bei Zeraphine gewohnt ist, überrascht gewesen sein. Man merkte Sven den Spass an diesem Projekt mit jedem Ton an und so war es ein rundum gelungener Auftritt.

Gespannt wartete ich nun auf Diorama, die ich bisher leider noch nicht live gesehen hatte. Ein schweres Versäumnis wie sich herausstellen sollte. Torben Wendt und seine Jungs legten auch sofort mit ihrem Club-Hit “Advance” los und sorgten somit gleich für die richtige Stimmung. Auch Songs wie “Erase me”, “Kein Mord” und “Synthesize Me” entpuppten sich als Ohren- und Augenschmaus. Ein absolut überzeugender Auftritt den ich mir gerne noch einmal mit längerer Spielzeit anschaue.

Im Anschluss erwartete ich Northern Lite. Doch leider wollte der Funken von Anfang an nicht richtig überspringen und die Band wirkte eher etwas gelangweilt und deplatziert. Also nutzte ich die Zeit der mittlerweile brütenden Hitze etwas zu entkommen und für Nachschub bei der Flüssigkeitszufuhr zu sorgen.

Pünktlich war ich dann zu Catastrophe Ballet zurück. Eine Band die ich vor Jahren schon einmal live gesehen hatte, von denen mir aber kaum etwas geläufig war. Und so war ich doch positiv überrascht. Überzeugender Goth-Rock der bei mir doch den einen oder anderen Ohrwurm hinterliess. Einzig und allein auf den Gastauftritt von Oswald Henke hätte ich verzichten können, aber das ist und bleibt ja bekanntlich Geschmackssache.

Nach kurzer Umbaupause betrat Ronan Harris (VNV Nation) mit seinem Projekt Modcom die Bühne. Im Vorfeld waren mir nur ein Samplerbeitrag sowie Remixe bekannt. Umso erstaunter war ich, das sich auch diese Remixe tatsächlich im Set wiederfanden. Ansonsten wirkte das Ganze ein wenig unspektakulär, ein in die Menge grinsender Ronan Harris, der sich hinter seinem Laptop verschanzt hatte und ab und zu ein paar Knöpfe drehte. Sowas schaue ich mir gerne als DJ in einem Club an, auf einer Live-Bühne ist das für mich aber eine ganz klare Fehlbesetzung. Dem tanzwütigen Publikum jedoch schien es zu gefallen. Sei es drum, mir sind VNV Nation da eindeutig lieber.

Nach technoiden Klängen gab es dann Samsas Traum zu bestaunen, was für ein Break im Line-Up. Knüppelharter Metal schallte aus den Boxen und es gab zum Leidwesen einiger Fans ausschliesslich neues Material von Alexander Kaschte zu hören. Auch dem Ruf als arroganteste Band der Welt wurde wieder ordentlich Futter gegeben. Herr Kaschte hielt sich mit Bemerkungen Richtung Publikum jedenfalls nicht zurück. Aber was tut man nicht alles für sein Image. Mein Fazit : kann man sich geben, muss man aber nicht.

Danach wurde es dann richtig voll vor der Bühne, denn Subway To Sally rockten das Amphitheater und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine explosive Bühnenshow mit vielen Pyroeinlagen sorgten für die bis dato vielleicht beste Stimmung im Publikum. Die Pyroeinlagen sorgten auch dafür, das die Fotgrafen erst etwas später vor die Bühne durften, vielleicht angesichts der eh schon sängenden Hitze besser so. Eric Fish bedankte sich nochmal artig bei Nordrhein-Westfalen für den Sieg beim Bundesvision Song Contest und hatte damit natürlich den Applaus auf seiner Seite. Die Verbundenheit zu ihren Fans wurde auch nochmal beim Song “Eisblumen” deutlich. Hier durfte eine junge Frau aus dem Publikum auf die Bühne, die ihren kurzen Auftritt neben Eric Fish sichtlich genoss. Natürlich fehlten auch die Überhits “Sieben” und “Julia und die Räuber” nicht und so liessen Subway To Sally ein sichtlich zufriedenes Publikum zurück, das sich nun auf den Headliner des Samstags vorbereitete.

Es war Zeit für Douglas McCarthy und Bon Harris alias Nitzer Ebb. Unterstützt von Jason Payne betraten sie zum Einbruch der Dunkelheit die Bühne. Wie nicht anders zu erwarten folgte nach einem kurzen Intro “Getting Closer” und Nitzer Ebb hatten das Publikum sofort im Griff. Was folgte war ein Feuerwerk der grössten Hits, doch auch der neueste Song “Payroll” sollte nicht fehlen. Auch der einsetzende Regen konnte die Masse nicht davon abhalten sich dieses grossartige Erlebnis bis zum Ende anzusehen. Für mich definitiv ein Highlight.

Der Sonntag startete mit Solitary Experiments. Ein Konzert auf das ich mich schon im Vorfeld gefreut hatte und das zurecht. Mit dieser Freude war ich anscheinend auch nicht alleine, da trotz der frühen Spielzeit bereits der Grossteil der Festival-Besucher anwesend war. Die Setlist entsprach wohl auch dem Geschmack des Publikums was die Reaktionen deutlich zeigten. Auch einen neuen Song gab es bereits zu hören, da darf man sich auf´s kommende Album freuen. Ein perfekter Auftakt für den Sonntag.

Die nächste Band im Line-Up sollten Schelmish sein. An dieser Stelle kann ich auch nicht viel sagen, ausser das mich wieder der Durst packte. Das Mittelalter und ich werden wohl nie richtige Freunde.

Nach Durst stillen und Umbaupause betraten Reaper die Bühne. Am Publikum konnte man auch wieder deutlich erkennen was nun folgen sollte. Das Projekt von Vasi Vallis (Frozen Plasma, Ex-Nam Nam Bulu) zog wieder die tanzfreudigen Besucher in seinen Bann. Bei mir wollte der Funke jedoch nicht so richtig überspringen. Zu statisch wirkte das ganze auf der Bühne und die für mich inakzeptale Stimmleistung tat ihr übriges. Mal abgesehen davon das ich kein Freund von schnell produzierter Club-Musik bin. Aber auch hier gilt wieder Geschmackssache.

Geschmackssache auch die nächste Band : Heimataerde. Schon auf CD absolut nicht mein Fall, konnte mich dieses Projekt auch live nicht überzeugen. Electro gepaart mit Mittelalter und einer entsprechenden Show im Ritterkostüm, die sicher nett anzusehen war, aber wie gesagt meinen Nerv nicht traf. Dem Publikum schiens jedoch grösstenteils zu gefallen, also Mission erfüllt.

Für mich ein weiteres persönliches Highlight war der Auftritt von Tom Shear alias Assemblage 23. Um Es auf den Punkt zu bringen, ein absolut fantastischer Auftritt mit einer perfekten Songauswahl. Einzig und allein die Stimme war ein wenig zu leise abgemischt.

Die nun folgenden Spetsnaz, [:SITD:], The Crüxshadows, Schandmaul und Lacrimosa bekam ich leider nicht mehr zu Gesicht, da mich bereits frühzeitig entschlossen hatte nach Assemblage 23 die Heimreise anzutreten, die mit 6 Stunden Fahrt nicht zu verachten war.

Bleibt noch mein Fazit des ersten Blackfield Festivals. Für mich ein lohnendes Wochenende. Von der Organisation her gibt es absolut nichts zu meckern. Getränke- und Essenpreise lagen teils unter dem festivalüblichen Niveau. Die Aftershow-Parties waren ohne zusätzlichen Eintritt zu besuchen, ein deutliches Plus gegenüber anderen Festivals. Ich für meinen Teil nehme auch lieber eine 20-minütige Umbaupause in Kauf, als ein ständiges Hin- und Hergehetze zwischen verschiedenen Bühnen, also auch hier ein Pluspunkt. Also bitte weiter so….

Wer dieses Jahr verpasst hat, sollte sich also das 2.Blackfield Festival 2009 vom 27.06.-28.06. vormerken. Als Bands stehen bereits VNV Nation, ASP und Diary of Dreams fest.



Grendel Konzert – trotz mangelndem Publikum voller Erfolg!

7. Dezember 2007 | Von Freddy | Kategorie: Konzertberichte | 181 mal aufgerufen

Als ich in die “Halle” reinkam, die kurzerhand auf einen kleinen Saal verlegt wurde, bekam ich ersteinmal einen ziemlichen Schock. Es war 19.30 (Konzertbeginn) und gerade mal 20-30 Leute befanden sich in dem Raum. Ich dachte “das kann nicht wahr sein” und habe nachgefragt… und tatsächlich, Karten wurden kaum verkauft im Vorverkauf…

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Mittelalterliches Spectaculum in Hamburg

5. September 2007 | Von LoveAndPain | Kategorie: Konzertberichte | 296 mal aufgerufen

Ein vermeintlich schlechter Start für ein Festival – denn das Wetter spielte absolut nicht mit. Doch als wir uns auf den Weg zum Festival machten, zeigte sich das Wetter von einer seiner besseren Seiten… Kaum angekommen auf dem Festivalgelände wurde mir von einer Mitarbeiterin des Veranstalters das Gelände und die Sehenswürdigkeiten gezeigt.

Danach machten wir uns auf eigene Faust auf den Weg das Gelände zu erkunden, wo wir dann durch Zufall auf das Konzert von Faun aufmerksam wurden. Natürlich ergriff ich sofort meine Chance und machte die ersten Fotos für euch.

Nach dem Konzert von Faun erkundeten wir das restliche Gelände – dort fanden wir unter Anderem verschieden Gerätschaften fürs Anprangern, diverse Stände für Lebensmittel, Waffenschmieden, Stände für altertümliche Kleidung und Schmuckstände – und konnten uns so einen guten Überblick verschaffen.

Mein Fazit für euch: Ein Besuch ist für jedermann auf jeden Fall lohnenswert. Egal ob klein oder groß, für jeden ist etwas dabei. Und damit ihr wisst wann ihr noch die Chance habt besucht die Webseite des Veranstalters.



Nine Inch Nails: 28. März 2007 – München

16. April 2007 | Von whitesensless | Kategorie: Konzertberichte | 183 mal aufgerufen

Trend Reznor mit grünem Tee und ohne Tirolerhut

Ninmarch06Ganz unscheinbar hängt ein schwarzes DIN A1 Plakat in der Fußgängerzone der bayrischen “Weißbier-HighTech Metropole”. Man muss sich ganz schön konzentrieren um nicht einfach daran vorbei zu laufen. “Performance 2007?, so wird das ganze betitelt. Naja harte Nippel bekommt man davon noch nicht. Aber ein kleiner kalter Schauer lief mir schon über den Rücken.

Es folgt Whiteys kleiner Eindruck von diesem Konzert:

Es waren fast keine kreischenden Teeniegothchicks, die mir den Platz in der ersten Reihe streitig machten, vor Ort. Sehr angenehm. Eine entspannte Stimmung in der Halle und noch genug Zeit um auf der Männertoilette auf dem Boden rumzurobben, um vielleicht doch noch einen USB Stick mit geheimen Verschwörungs Material zu finden. War keiner da.

Die Vorband Ladytron glänzte vor allem (für mich nur) durch die sehr attraktiven verdammt scharfen Frontfrauen.

Und sie hat doch mit mir geflirtet.

So jetzt gehts aber los. Die Nägel haben gerockt, viele gute Lieder gespielt, die ein oder andere Überraschung geliefert, neue Lieder gespielt und mich mehr schwitzen lassen, als ich erwartet hätte. Man muss dazu sagen, dass es sich um eine Show handelte, die nicht mit Videokameras für die nächste DVD gefilmt wurde. D.h. keine spektakulären Showeinlagen. Die viel gelobte Lichtshow war eher mickrig. Und verdammt nochmal – was ist das für ein Gitarrist, der den Anschein machte, als würde er nur spielen können, wenn er quer über die Bühne fliegt.

Ein weiteres leidiges viel diskutiertes Thema sind die Fans. Fans sind einfach nervig, aber leider verdammt notwendig und sogar bei mancher guten Band in großer Anzahl vorhanden. Richtig bewusst wurde mir das wieder bei dem Selbstmitleids-Klassiker “Hurt”. Sowas wirkt nicht, wenn der betrunke Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Wollbach den Text mitgröhlt und dir seine wuchernde Achselbehaarung ins Gesicht reibt. Das weiß wohl auch der Herr Reznor und brach den Song in Frankfurt nach der Hälfte ab.

Trotzdem, man war das gut und selbst mit seinen 185 Jahren kann er es immer noch, eben nur ohne Koks und mit grünem Tee.

Fazit: Wer die Jungs immernoch nicht live gesehen hat, sollte es nachholen. Wer gute Mukke will sollte sich das Album auch noch kaufen oder einfach bei uns reinhören.

Und wer mal ein paar richtige Freaks sehen will sollte Nachts zwischen 2 und 5 Uhr in den Wartesaal des Münchner Bahnhofs gehen.



Superikone: Master and Servant Party am 16.03.2007

21. März 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 142 mal aufgerufen

Superikone ist eins der wenigen Projekte, die kein neues Album benötigen, damit die Leute zu seinen Konzerten kommen. Insbesondere im Osten ist die Stimmung auf Konzerten eigentlich immer sehr gut. Malte (Superikone) vereint als “Alleinunterhalter” nahezu alle Qualitäten, die man für diesen Job braucht: Er kann unterhalten, er kann tanzen, der lebt die Songs auf der Bühne und ein paar Mädels sagen auch, dass er gut aussieht. Da geriet das aktuelle Online – Album “Endorphin” und die Online – Re-Release der Single “Opiate” und des Album “Opiate” fast zu Nebensache.

Gleich von Beginn hat Malte richtig Gas gegeben. Die Pegel schlugen aus bei den zahllosen Superikone – Evergreens, ob dies nun “Höher, schneller, weiter”, “Machtmenschen” oder “Opiate” heißen. Aber auch die neuen Song gehören wieder zu Premium – Liga des Elektropops, dies spricht für Malte. Superikone – Konzerte leben von der intensive Kommunikation mit dem Publikum, dies wurde Ihm durch das Cottbusser – Publikum nicht gerade leicht gemacht.

Nach dem Konzert gab DJ DustDevil richtig Gas. Nach dem ersten Depeche Mode – Songs starteten die Cottbusser dann endlich richtig durch. Bis in die frühen Morgenstunden feierte DJ Dust Devil seinen Geburtstag mit einem Best-of-Mix der elektronischen Tanzmusik der letzen 25 Jahre. Die leichten, alkoholbedingten Kopfschmerzen am nächsten Tage könnten als Beweis für eine gelungene Party gewertet werden.

Link: Superikone



Tape: #2 Tour 2007 am 28.01.2007 in Köln Underground

2. Februar 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 122 mal aufgerufen

Tape PR 01 rgb 150dpiDas Showcase von TAPE in Köln stand unter keinem guten Stern. Sonntagsabends im Januar bekommt man den gemeinen Kölner nur sehr schwer vom warmen, trockenen Sofa in die Kälte und den Nieselregen…Aber es kam noch schlimmer, in der nahe gelegenen Live Music Hall spielten Killswitch Engage , also harte Konkurrenz. Und so war es trotz freiem Eintritt nicht mal halb voll im Underground, so zumindest der optische Eindruck.

Mongofünf spielten Support. Ihr Motto gemäß Flyer “Das letzte bisschen Heilanstalt” – ich verkneife mir jetzt hier einen Dieter-Bohlen-Spruch dazu.

Aber das total Groove-resistente Gegröle und Gegrunze nahm seinen Lauf. Sollte diese Bands verschiedene Songs auf Lager haben habe ich sie trotz 30 min. Trommelfellvergewaltigung nicht gehört. Auch die Posen des Sängers, vermutlich Gelegenheitssatanist, können nicht überzeugen. Sorry, Ihr seid bei mir nicht im Recall! Fairerweise sollte man jedoch anmerken, dass sie beim Publikum überraschend gut ankamen. Wie immer Geschmackssache halt.

Nach einer Umbaupause erschienen die Jungs und das Mädel von Tape . Man merkt es den Jungs an, sie sind die großen Bühnen gewöhnt. Dieses Showcase war trotzdem eines der schwierigsten. Nach der einstweiligen Verfügung gegen Ihre Plattenfirma konnten Sie sich nicht mal richtig vorstellen, denn zu dem Zeitpunkt des Konzertes durften sie Ihren Namen nicht nennen.

TAPE waren auf der Bühne!

Die Show von TAPE lebt von Ihrer neuen Sängerin Peti. Was für eine Erscheinung ! Die bildschöne Peti ist eine Augenweide. Man merkt direkt, dass Sie langjährige Bühnenerfahrung hat. Peti rockt! Jedoch gelang es Ihr trotzdem nur sehr schwer, das Publikum mit Ihrer tollen Stimme zu überzeugen. Hauptaugenmerk lag auf den Stücken des neuen Albums, das augenscheinlich beim Großteil noch nicht bekannt war.

Fazit: TAPE spielen rundum befriedigenden New Metal (hören sie selbst wahrscheinlich nicht so gerne); nicht mehr, aber auch nicht weniger. Teilweise zu angepasst, zu austauschbar. Wer hier Innovation suchte, war fehl am Platz. Nach gut 70 Minuten wurden wir wieder in die trübe Kölner Kälte entlassen.

www.tape-music.de

www.mongofuenf.de



Welle:Erdball: Chaos Total Tour 2006 am 24.11.2006 in Krefeld

14. Dezember 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 170 mal aufgerufen

we quartett“Hallo, hier spricht Welle: Erdball, Symphonie der Zeit. Aus dem Äther schwingt und schwillt sie in die Ewigkeit!”

Das Hauptkonzept Welle:Erdball ist die Arbeit eines Radiosenders. Nach mehreren Jahren verläst nun wieder ein neues Programm mit dem Namen “Chaos Total” das Funkhaus Welle:Erdball. Ein Grund aufzuhorchen. Der Aufwand, den die Beschäftigten der Sendeanstalt beim neuen Tonträger betrieben haben, spiegelt sich auch auf der Bühne wieder.

In der fast ausverkauften Krefelder Kulturfabrik zeigten Honey, Alf und die Mädels Frl. Venus und Plastique, was zur Zeit in deutscher – minimal elektronischer – Popmusik so möglich und machbar ist. Support gab es keinen – also nach ein bisschen elektronischer Tanzmusik aus der Konserve und dem o.g. bekannten Intro einfach zack und los! Um 21.40 Uhr erschienen Honey und & Alf in der bekannten Welle:Erdball – Uniform, sprich weiße Hemden, schwarze Handschuhe, schwarze Krawatte, schwarzes Jacket; Frl. Venus und Plastique in schwarz-weißen 50er Jahre Kleidern und passenden Accessoires.

Spätestens nach “Funkbereit” und “Gib mir mein Gefühl zurück” brannte die Luft und die Menge tobte. Wunderkerzen und Leuchtstäbe wurden hochgehalten und das begeisterte Publikum ging sofort mit. Das ist Entertainment der Superlative. Welle:Erdball inszenieren jeden Song wie ein Theaterstück, das heißt: Beim Song “Schweben, Fliegen, Fallen” werden große Luftballons ins Publikum geworfen. Beim Song “Arbeit Adelt” bearbeitet Honey ohrenbetäubend und martialisch eine große Blechtonne, halt echte Arbeit, beim Song “Super 8? wird dementsprechend eine Super 8-Kamera präsentiert und passend in die Show integriert. Beim Song “Starfighter” werden Papierflieger ins Publikum geworfen. Auch der Klassiker “Elektrosmog” wird passend präsentiert: Frl. Venus und Plastique (mittlerweile in hautengen, schwarzen Lederkostümen) “beschiessen” das Publikum mit Kinder-Laserpistolen. Das absolute Highlight der Show ist “Hoch die Fahnen” bei dem Song schwingen Frl. Venus und Plastique Welle:Erdball – Fahnen. Man könnte fast meinen, man ist auf einer Jugendweihe in der ehemaligen DDR. Gänshautfeeling!

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Die optische Präsentation ist bei Welle:Erdball ein echtes Erlebnis und zieht fast zwangsläufig das Publikum in seinen Bann. Und in diese Gefühlswelt brechen dann auch nachdenkliche Songs ein: Honey fragt zweimal, ob das Publikum gut drauf ist und spielt dann mit einem Lächeln im Gesicht “Contergan”. Ein Song, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Hier schaffen es Honey & Co, ein hochsensibles Thema unterhaltsam und nachdenklich rüberzubringen. Aber man merkte dem Publikum an, dass es diese schwere Kost nicht so einfach zu verdauen vermochte. Auch der Serge Gainbourg-Klassiker “Poupée de Cire, Poupée de Son” im Original von France Gall, der nur von Frl. Venus und Plastique präsentiert wird, ist weiteres Highlight. Der einzige Song, der nicht auf Deutsch gesungen wurde.

Und immer wieder wird der COMMODORE 64 als Mitglied des Senders Welle:Erdball in Klang, Bild, Text und Sprache gefeiert. Nach 2 Stunden und 30 min Programm, inkl. zwei Zugaben, in denen die Worte Sarkasmus, Ironie, Satire und Humor eine ganz neue Bedeutung bekommen haben, verabschieden sich Welle:Erdball von ihren Fans. Ein gelungener Abend, das Publikum ging erschöpft, aber in Partystimmung nach Hause und auch die Welle:Erdball-Fans der ersten Stunde haben das Konzert mit Begeisterung genossen.



And One: Bodypop-Tour 2006 in Köln Live Musik Hall am 29.10.2006

5. November 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte | 209 mal aufgerufen

Es versprach ein Ereignis der besonderen Art zu werden, welches mich an diesem lauen Oktoberabend in der Kölner Live Musik Hall erwartete: And One hatten zum Konzert geladen. Ihr Album “Bodypop” zählt zu den absoluten musikalischen Highlights des Jahres 2006. Bei meiner Ankunft in der bereits gut gefüllten Live Musik Hall stach mir sofort das auffällige Bühnenbild von And One ins Auge.

Eröffnet wurde der Abend von Obscenity Trial. Bitte wer?

Nach einer Internetrecherche war ich schlauer: Das Duo Obscenity Trial bestehend aus Frontmann Oliver Wand und Frank Hass an den Keyboards. Der “Obszönitäten Versuch” oder “Prozess” wird mit dem Album “Here and Now” hoffentlich sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Sie präsentierten schöne Electropop Perlen, die teils an NamNamBulu oder Camouflage erinnern, dabei aber jede Menge Eigenständigkeit ausstrahlen. Der Song “Here and Now” ist der Hit Ihres gleichnamigen aktuellen Albums. Einziger Kritikpunkt bleibt die sichtbare Nervosität von Oliver. Hey, Du hast eine fantastische, ausgebildete Stimme; lass die Rampensau raus und unterhalte Dein Publikum!

Von Obscenity Trial werden wir hoffentlich noch viel hören!

Nach einer kurzen Umbaupause enterten Spetsnaz die Bühne. Die Schweden konnten mich leider nicht überzeugen. Stampf – EBM mit Grunzgesang ist zwar tanzbar, aber unspektakulär . Die neue Single “Hardcore Hooligans” ist ein typischer EBM-Kracher bei dem man das Gefühl hat, den Song schon mehrmals in ähnlicher Form gehört zu haben. Wenn man Oldschool – EBM hören möchte, dann die Originale; sprich:
Nitzer Ebb, Front 242!

Wer hier Innovation sucht, suchte vergeblich.

Endlich war es soweit. Der übergroße And One Schriftzug erstrahlte in grellem, orange farbigem Licht. Die beiden Keyboards und Mikrofonstative von Chris Ruiz und Gio van Oli wurden genial ins Bühnenbild integriert. Nach den ersten 15 Sekunden des Intros konnte man erahnen, was einen erwartet. Chris und Gio betraten die Bühne.

andoneZu den ersten Klängen von “Dein Ende” betrat der Zeremonienmeister Steve Naghavi die Bühne: Dunkler Anzug, dunkles Hemd, orange Krawatte – und mit einem breitem Grinsen im Gesicht, Steve der Herr im Ring für heute Abend. Nach “Military Fashion Show” und “High” begann eine muntere Reise durch die And One Vergangenheit: Angefangen bei “Metallhammer”, “Panzermensch”, “Sometimes” bis zu “Deutschmaschine”, “Consequenz of Time”, “Krieger” und “Wasted”. Auch wenn das Publikum die neuen Songs “Body Company”, Enjoy the Unknown”, “Traumfrau” noch nicht so mitsingen konnten. Dies wird sich sicherlich bald ändern, da die Songs melodisch, tanzbodentauglich und einprägsam sind.

Die Ausleuchtung und Bühnengestaltung sollten die ganze Show hindurch überdurchschnittlich durchdacht bleiben – ein Beweis dafür, dass man auch sehr effektive Visualisierungen erschaffen kann, wenn man nicht über das Budget einer Stadion-Rock-Band verfügt. Was man braucht ist nur ein wenig Phantasie.

Highlights waren alle Songs, die Steve gemeinsam mit Gio gesungen hat (z.B. “Metallhammer” und “Panzermensch”). Auch die And One Medleys und And One vs. Depeche Mode Medleys wurden passend integriert und vom Publikum begeistert abgefeiert.

Steve, Chris und Gio waren vollen Spielfreude und legten allesamt eine Show auf die Bretter, als ginge es um ihr Leben. Bei AND ONE gibt es keine Statisten – nur Macher. Steve brachte mit seiner energiegeladenen Show auch die letzten Reihen der Live Musik Hall gehörig ins schwitzen. Nach knapp zwei Stunden war das Konzert leider bereits vorbei. Die Zeit verging wie im Fluge und es hätte ruhig noch weiter gehen können, was Wohl das beste Kompliment ist, welches man einem Künstler machen kann.

Der krönende Abschluss des Konzerts war eine von den Fans geforderte A Capella Version von “Pimmelmann”. Danach gingen Steve, Chris und Gio sichtbar erschöpft von der Bühne. Auf jeden Fall gehört die Show von Steve, Chris und Gio zum Besten, was ich seit langem gesehen habe. Ich kann mit Fug und Recht von einem rundum gelungenen Abend sprechen.

www.andone.de



2. Orkus Festival Club Tour im Schlachthof Wiesbaden am 4.10.06

24. Oktober 2006 | Von Kamuflaro | Kategorie: Konzertberichte | 330 mal aufgerufen

Kommunikativ zu sein hat seine Vor- und Nachteile…

unheilig+pitchforkEinerseits unterhält man sich mit Leuten, die meinen sie hätten schon bessere Konzerte einer Band erlebt, was dann ein wenig die Laune drückt und andererseits kann man so die hübschen Bilderchen ergattern mit denen dieser Artikel hier bespickt ist. Einfach die nette Dame neben sich mit dem Riesen-Fotoapparat mal fragen, ob sie die Bilder bei uns veröffentlichen will, wenn man eh schon im Gespräch ist.

Bevor ich näher auf die Bands eingehe erst mal ein paar Worte zur Location, sprich dem Ambiente. Das Ganze läuft unter dem Titel Festival, wie man im Titel der Veranstaltung ganz gut erkennen kann, aber ehrlich gesagt, kam bei mir nicht gerade Festivalstimmung auf.

Egal…

Der Schlachthof ist quasi eine große Lagerhalle mit einem Anbau in dem sich noch eine andere nicht direkt dazugehörende Bar und natürlich Backstagebereich und Toiletten befinden.

Warum ich das sage?

Weil die Herrentoilette eine, nein zwei Blechwannen anstelle von Pissoirs hatten, das sah ein wenig eklig aus – Habe sie mir dann auch nicht näher angeguckt – wollt dann nur möglichst schnell mein Geschäft erledigen und wieder verschwinden… Resultierenderweise habe ich mich dann auf einen Besuch dort beschränkt, auch wenn die Getränkepreise für eine Flasche Malzbier bzw. einer Cola erfreulicherweise bei einem Euro lagen. Wobei das Problem bei der Cola ist, dass du zwar Cola bestellst aber Afri bekommst. Sinn macht das nicht, also nehmt bitte ebenfalls zur Notiz, dass man wenn man eine Cola bestellen möchte an einer Örtlichkeit, an der man noch nie zuvor Cola bestellt hat, dann auch auf Coca Cola bestehen sollte und sich nicht so ein Gesöff andrehen lässt.

Wer jetzt meint ich sei in Meckerlaune, der hat vermutlich ganz Recht, denn es kommt noch besser…

Mit dem Getränk, dass sich Cola schimpft, aber keine ist, in der Hand sieht man sich mal vor der Bühne um – ziemlich stabile Gitter, ob da wirklich Fotographen riskieren wollen zwischen diesen Gittern, die für Headbanger bestens geeignet sind und der Bühne zu stehen? Aber ich wollte ja meckern: Also stand ich da vorne, hab meine Jacke irgendwo verstaut und mir ein wenig die Musik im Vorprogramm angehört – das war zumindest der Plan.

Der Fehler war, dass der Anteil an Musik gleichzog mit dem Anteil an gottverdammter, schnöder Werbung für ein und das selbe Produkt und das ging mir so was von auf den Zeiger, besonders, wenn man bedenkt, dass die Werbeheinis, die so was verbrechen eigentlich wissen müssten, bzw. recherchiert haben sollten, wie man gewisse Namen ausspricht… Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber was würdet ihr davon halten alle drei Minuten mit derselben Werbung über eine Stunde hinweg berieselt zu werden? Stumpfsinnig ist das und bringt mich dazu so etwas dann als Konsequenz nicht (mehr) zu unterstützen.

Nun denn, kommen wir ohne weitere Umschweife zur Vorband des Abends: Die unglaublich schlechten Down Below. Ich hatte schon die Befürchtung, dass die nachfolgenden Bands dann nachziehen würden…

Vielleicht sollte ich ein paar begründende Worte für meine durchaus schmähende Betitelung sagen. Die Musik der Band war ok, an der habe ich klangtechnisch nichts auszusetzen, aber der Gesang ist nicht so das Gelbe vom Ei, wenn er mal in der Tonlage hochgeht klingt das sehr seltsam und wenn er dann wieder runtergeht und wie HIM klingt, dann brauch ich dazu wohl nichts mehr zu sagen. Aber ehrlich gesagt hat der Knabe schon verloren, als er angefangen hat halb pantomimisch, halb roboterartig mit den Armen zu zappeln, das war nichts Halbes und nichts Ganzes, sondern einfach lahm…

Wieso er dann am Ende der Show das Hemd auszog und einen Blick auf seine enthaarte Putenbrust gewährte weiß ich auch nicht… Gott bewahre, aber das sah so sehr nach einer Boyband aus, dass ich mir den Affront schlechthin erlaubt habe: “Wie sieht der denn aus?” Aber er wirkte auf mich einfach verklemmt und gesanglich deplaziert. Orkus, das war ein Griff in die sprichwörtliche Porzellanschüssel.

Genug. Weiter im Text.

zeromancerDie folgenden Zeromancer haben glücklicherweise nur in einem Punkt angefangen, wo die Vorband aufgehört hat. Die Rede ist von der Oberkörperbekleidung des Frontmannes. Die Betonung liegt hier auf Mann – Da waren wenigstens ein paar Haare zu sehen, aber ich wollt mich ja jetzt nicht mehr mit der Vorband beschäftigen.

Die Schnuckelchen haben gleich ein wenig Tempo ins Spiel gebracht und kamen mit ihrem größten Hit “Doctor Online” auf die Bühne. Insgesamt war es eine gute Show, wenn auch nur wegen dem Einstiegssong, Dem Cover “Send me an Angel” von “Real Life” und natürlich dem Evergreen “Clone your Lover”. Die restlichen Songs klangen einfach nicht so prickelnd für mich, was der allgemeinen Stimmung in der rechten Ecke vor der Bühne keinen Abbruch tat, wo man fröhlich zur Musik auf und ab hüpfte. Ich persönlich hätte gerne noch eine Zugabe gehört, bin mir auch recht sicher, dass ZMR noch eine gespielt hätte – so von der Stimmung her machten die nämlich auch einen guten Eindruck, aber beim Publikum hat es leider nicht geklappt und die schnell einspringende seichte Hintergrundmusik zusammen mit dem satten Licht seitens des Veranstalters, bzw. des angestellten Personals hätte jeglichen Versuch im Keim erstickt.

Vielleicht nicht die Supi-Dupi Band für jemanden (wie mich), der die Platten nicht kennt und daher etwas ernüchternd, aber keinesfalls enttäuschend.

unheiligAls nächstes stand Unheilig auf dem Programm, aber den konnte man ja vorher auch schon am Merchandise Stand bewundern, belagern und begatten… Moment begatten konnte man ihn nicht, aber sich mit ihm fotografieren lassen und diverse… Objekte… sich unterschreiben lassen. Ich habe dem Ganzen nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt – vornehmlich wurden da wohl spezielle Autogrammkarten unterzeichnet, aber wer weiß wovor der nicht zurückschreckt – obgleich da mehrere Schreibutensilien herumlagen. Ich übertreibe mal wieder etwas, aber will eigentlich nur meinen, dass er publikumsnäher ist, als ich gedacht hätte.

Die Show war dann eher Geschmackssache, den einen konnte das Zappeln, wie ein verwirrter Dirigent eines Monsterrockorchesters auf Speed gepaart mit weit ausladenden Gestiken gestört haben und der Andere bewundert die Bühnenpräsenz des Grafen im Schweiße seines Angesichts – Und Schweiß floss reichlich. Ich wäre nicht überrascht gewesen, wenn er noch mehr, als sein Jackett abgelegt hätte. Dem war aber (leider) nicht so – man muss ja nicht alles nachmachen, was die Jugend von heute so treibt.

Mich konnte von dem ganzen neuen Kram des Grafen nichts wirklich überzeugen und die “Feuerzeugschwingzugabe” hätte man sich auch sparen können… Lediglich “Sage ja” hat er von der “Phosphor” gespielt, ansonsten bin ich kein wirklicher Fan von “Moderne Zeiten” und ausgerechnet mit dem gleichnamigen Song kam er auf die Bühne… Rückblickend war dann doch “Freiheit” für meine Wenigkeit der Höhepunkt des Konzerts, weil dieses Stück einfach polarisiert. Es ist ein herrliches Stück zum Mitsingen und das hat seitens des Publikums eigentlich ganz hervorragend funktioniert.

Für mich war Unheilig eher eine Enttäuschung, der eingefleischte Fan im Publikum hingegen war aber sichtlich und hörbar begeistert von der Live-Premiere des Songs “Mein König”. Mir sind die Füße dabei eingeschlafen – der nette Herr neben mir sah sich zu einem “Yatta!”* hingerissen. Denn bei Unheilig nimmt man sich die Wünsche der Fans zu Herzen und dieser Titel war live offensichtlich heiß begehrt. Ich will es noch einmal betonen, dass nur ich der Vorstellung nicht wirklich viel abgewinnen konnte, dem Publikum schien es ganz gut zu gehen, so bewegte man sich doch in der üblichen Grufti-Manier von links und rechts und zurück – schwer für mich in Worten zu beschreiben, ohne mehrere DinA4 Seiten zu verfassen – will heißen, dass man tanzte.

unheilig+pitchfork2Der wohl geplante, aber nicht gefühlte Höhepunkt war dann irgendwo im letzten Drittel des Konzert, als Peter Spilles die Bühne betrat und es hieß: “Ich will leben” Aber bis auf den gebrüllten Refrain ging das Ganze recht unspektakulär über die Bühne, während Spilles auf mich etwas orientierungslos und deplaziert wirkte. Vielleicht hat er sich ja selbst wieder die Frage gestellt: “Was mach ich hier eigentlich und wie weit soll das gehen?” Wieso Klatschen zwei alte Säcke ab, nachdem sie zusammen vor einem mageren Publikum eine eher magere Nummer hingelegt haben? Naja, vielleicht nicht mager, aber ernüchternd.

Warum?

Wie gesagt, das Beste (so denke ich zumindest) an dem Song ist der Refrain und den muss man auch erst mal mögen, ansonsten haben mich die Lyrics nicht gerade umgeworfen und die Melodie schon gar nicht. Aber was soll es, ich kann hier argumentieren, wie ich will, letztendlich wäre es aber immer noch das Beste, ihr würdet es euch selbst anhören… Wir sind ja schließlich das Radio eures Vertrauens und der Song ist in den DAC Charts gerade von der Vier auf die Acht gefallen – also eventuell spielt DustDevil ihn nächsten Mittwoch noch einmal – und wenn nicht… Wir sind zwar kein Wunschradio, aber Fragen kostet nix. Genug von der Kollaboration zweier Szene-Künstler und hin zum Grande Finale.

pitchforkProject Pitchfork sind seit gut 15 Jahren im Geschäft und ich sollte sie zum ersten Mal sehen. Gut neben mir munkelte es, dass sie schon mal besser gewesen seien, aber das hat mir keinen wirklich großen Abbruch getan. Auf die Bühne kamen sie mit “Requiem” in meinen Augen die beste Entscheidung überhaupt, vor allem wegen der Lyrics… Ebenfalls im Programm waren natürlich “Timekiller” und der Megakracher “Existance”, dank dem mein Beitrag zu Project Pitchfork etwas kürzer ausfällt. Das liegt ganz einfach daran, dass ich alt werde und sportliche Betätigung auf mich so wirkt, wie ich mir das bei diversen bewusstseinsverändernden Drogen vorstelle. Meine folgenden Erinnerungen an das weibliche Publikum sind jetzt noch frischer, als die an die Band; ich hoffe man möge mir das verzeihen und gewinnt einen besseren Eindruck durch die Bilder hier.

Jedenfalls eine Sache, die mir gegen Ende übel aufgestoßen ist möchte ich noch loswerden und das ist das, was mich bei einer Show eines anderen Headliner zum gehen bewogen hat: Klasse Beat, aber auf Dauer monoton und nervig. Ansonsten machten die Pitchies das ganz geschickt und brachten abwechselnd neue und alte Songs. Darüber, ob sie jetzt den Erfolg hatten, den man von einem Headliner vergleichsweise erwartet hätte, lässt sich streiten, aber mir haben sie definitiv besser gefallen, als die Vorbands oder Unheilig.

Nach dem Konzert sind mir eigentlich nur der Graf am Merchandise Stand wieder, wie er es nach der angekündigten Dusche versprochen hat, und dazu noch der Bassist von Zeromancer aufgefallen, aber das war es auch schon… Die meisten Leute sind zügig nach Hause gegangen und ich wartete noch ein Weilchen auf den freundlichen Mitarbeiter, der mir den Weg nach draußen zeigte – ich brauch das nächste Mal einen VIP-Pass in Form eines Bändchens oder so!

Links:

*Yatta ist der japanische Ausruf bei besonderem Erfolg
(Die Photos wurden freundlicherweise von georgia zur Verfügung gestellt.)



Die 2. Orkus-Club-Tour hat am 3.10. in Nürnberg Station gemacht

24. Oktober 2006 | Von Azazel | Kategorie: Konzertberichte | 110 mal aufgerufen

Und ich war live dabei.

Die LocationDer Hirsch – fasst ungefähr 500 oder 600 Leute und der Laden war fast voll. Das ist eine Tatsache, die Locals nicht verblüfft, denn die Gothic/Wave-Szene hier in Franken ist relativ groß und hält sich schon seit Mitte der 80er hartnäckig einen festen Stamm.

Das Ganze hat schon sehr positiv begonnen, indem die erste Band tatsächlich, wie angekündigt kurz nach 20 Uhr begonnen hat – ein Fakt, den man zuweilen nicht immer erlebt (ich war schon auf Konzerten, bei denen sich die Bandmitglieder erst zwei Stunden nach angekündigtem Beginn auf die Bühne gewagt haben).

Als erstes spielte Down Below, mir bis dato zur Gänze unbekannt und im Nachhinein betrachtet ist mir da auch nichts entgangen, denn die Jungs hatten einen Stil zwischen allen Stühlen… manche Passagen erinnerten an Rammsteinsongs, wenn nicht der Sänger gewesen wäre, der eher eine Stimme für eine Softrockband hatte. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass die gespielten Stücke, denen nachempfunden waren, die die Mitglieder der Band zuhause an aktueller Musik hören.

Danach kam Zeromancer – hier muss ich kurz einfügen, dass die zwischen den einzelnen Acts stattfindenden Umbaupausen sehr kurz waren, ebenfalls ein sehr positives Faktum. Der Auftritt von Zeromancer war deutlich professioneller und die Jungs aus Norwegen schafften es dann auch mit ihrer Musik das bis dato eher gelangweilte Publikum zu einigen Beifallsbezeugungen anzuregen.

Insgesamt ein gelungener Auftritt der Band.

unheilig+pitchfork3Danach kam der Act für in der Hauptsache gekommen war -
nämlich Unheilig. Mit dieser Einstellung sah ich mich auch nicht alleine, denn während des Auftritts von Unheilig schien alles auf gar magische Art und Weise zur Bühne hingezogen worden zu sein.

Ich hatte noch nicht das Vergnügen bis dato Unheilig live zu sehen und kann jedem nur raten sich das einmal reinzuziehen, denn die Band… oder vielmehr der Graf ist live wirklich gigantisch. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihm mit seiner charismatischen Art die Leute, die bis dato eher ruhig vor sich hin schunkelten aufzuwecken und mitzureißen. Seine Aura war omnipotent und allein seine Texte unterstreichende Gestik war es wert an diesem Abend herzukommen. Ein Kumpel von mir – der hier im örtlichen lokalen UKW-Radio eine Metal-Sendung moderiert und der von Natur aus eigentlich mit der Musik von Unheilig wenig anfangen kann, war nichtsdestotrotz ziemlich erstaunt und zugleich voll des Lobes über diesen wirklich gelungen Liveact! Der Graf spielte so ziemlich alle die Songs, die man von Unheilig hören wollte: “Ich will alles”, “Auf zum Mond”, “Sieh in mein Gesicht” und natürlich “Freiheit” – letzteres mit Hilfe des Publikums fast zelebriert dargebracht.

Ca. 20 min. später stand er dann am Merchandising-Stand unter den Leuten und hat sich mit jedem unterhalten, der das wünschte. Also keineswegs abgehoben, wie man das vielleicht auf Grund seines Auftretens meinen könnte, sondern locker und publikumsnah.

Der letzte Act Project Pitchfork, die ich das letztemal vor 12-15 Jahren live sah, spielten in gewohnter professioneller Manier ihr Pensum ab.
Irgendwie haben die auch nicht wirklich Glück in Nürnberg mit ihren Begleitacts – hier war es Unheilig, die ihnen den Rang abliefen, denn nicht wenige der Besucher gingen nach Unheilig und das ist für den Headliner doch eher unbefriedigend. Damals spielten sie mit Rammstein als Vorband…welche zu dem Zeitpunkt noch völlig unbekannt waren, ihnen aber derart den Rang abliefen, dass noch während der ersten Pitchfork-Songs Leute nach Rammstein riefen. Aber so ist es halt manches Mal.

Insgesamt auf jeden Fall ein gelungener Abend!