Blackfield-Festival 2008 – ein Résumé
14. August 2008 | Von Andy | Kategorie: Konzertberichte | 170 mal aufgerufenDas war es also, das erste Blackfield Festival im Amphitheater im Nordsternpark Gelsenkirchen. Hier nun meine Eindrücke der 3 Tage.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen Freitag pünktlich zur ersten Band Pink Turns Blue am Ort des Geschehens zu sein. Aber leider hatte die Autobahn rund um Hamburg etwas dagegen, so das ich nicht nur Pink Turns Blue, sondern ärgerlicherweise auch Stromkern verpasste. Der Ärger war jedoch aufgrund der perfekten Organisation schnell verflogen. Kein langes Warten bei der Bändchenausgabe und auch meinen Fotopass hatte ich fix, obwohl ich leider im Vorfeld vergass anzugeben das ich fotografieren will. Danke nochmal an dieser Stelle an Martin vom Veranstaltungsteam.
Die erste Band die ich dann bewundern durfte waren Icon Of Coil. Und ich wurde nicht enttäuscht, wie erwartet lieferten Andy & Co. eine perfekte Show ab. Man merkte nichts von der langen Live-Pause. Nach einer kurzen Umbaupause folgten dann Dreadful Shadows. Für mich das erste Konzert und es war eine solide Vorstellung. Die nun folgenden Blutengel habe ich mir aufgrund nicht vorhandenen Interesses geschenkt. Es sei mir verziehen. Stattdessen ein kurzer Gang übers wunderschöne Gelände. Für mich eine perfekte Location. Die Händlermeile war vielleicht ein wenig dürftig, aber das wird sich in den nächsten Jahren sicher ändern.
Der Samstag begann mit Colony 5. Ich hatte die Jungs kurz vorher bereits live gesehen und musste abermals bemerken das sie ein fantastische Live-Band sind. Das Set bestand grösstenteils aus Songs des letzten Albums “Buried Again” was dem Grossteil des Publikums entgegen zu kommen schien. Es folgten Iris, die anfangs leider technische Probleme hatten. Diese Zeit Zeit wurde allerdings grossartig überbrückt. Sänger Reagon Jones und Gastmusiker Ned Kirby (Stromkern) legten ein spontanes Unplugged-Set aus Stimme und Bassgitarre hin – Gänsehaut pur. Irgendwann spielte dann auch die Technik mit und Iris boten einen Mix aus alten und neuen Songs.
Solar Fake ist das Soloprojekt von Sven Friedrich (Zeraphine, Dreadful Shadows) und enterte als nächstes die Bühne. Gespielt wurden selbstverständlich ausschliesslich Stück des Debütalbums “Broken Grid”. Der eine oder andere der Solar Fake noch nicht kannte, dürte wohl angesichts der doch etwas schwungvolleren Bühnenshow, als man das beispielsweise bei Zeraphine gewohnt ist, überrascht gewesen sein. Man merkte Sven den Spass an diesem Projekt mit jedem Ton an und so war es ein rundum gelungener Auftritt.
Gespannt wartete ich nun auf Diorama, die ich bisher leider noch nicht live gesehen hatte. Ein schweres Versäumnis wie sich herausstellen sollte. Torben Wendt und seine Jungs legten auch sofort mit ihrem Club-Hit “Advance” los und sorgten somit gleich für die richtige Stimmung. Auch Songs wie “Erase me”, “Kein Mord” und “Synthesize Me” entpuppten sich als Ohren- und Augenschmaus. Ein absolut überzeugender Auftritt den ich mir gerne noch einmal mit längerer Spielzeit anschaue.
Im Anschluss erwartete ich Northern Lite. Doch leider wollte der Funken von Anfang an nicht richtig überspringen und die Band wirkte eher etwas gelangweilt und deplatziert. Also nutzte ich die Zeit der mittlerweile brütenden Hitze etwas zu entkommen und für Nachschub bei der Flüssigkeitszufuhr zu sorgen.
Pünktlich war ich dann zu Catastrophe Ballet zurück. Eine Band die ich vor Jahren schon einmal live gesehen hatte, von denen mir aber kaum etwas geläufig war. Und so war ich doch positiv überrascht. Überzeugender Goth-Rock der bei mir doch den einen oder anderen Ohrwurm hinterliess. Einzig und allein auf den Gastauftritt von Oswald Henke hätte ich verzichten können, aber das ist und bleibt ja bekanntlich Geschmackssache.
Nach kurzer Umbaupause betrat Ronan Harris (VNV Nation) mit seinem Projekt Modcom die Bühne. Im Vorfeld waren mir nur ein Samplerbeitrag sowie Remixe bekannt. Umso erstaunter war ich, das sich auch diese Remixe tatsächlich im Set wiederfanden. Ansonsten wirkte das Ganze ein wenig unspektakulär, ein in die Menge grinsender Ronan Harris, der sich hinter seinem Laptop verschanzt hatte und ab und zu ein paar Knöpfe drehte. Sowas schaue ich mir gerne als DJ in einem Club an, auf einer Live-Bühne ist das für mich aber eine ganz klare Fehlbesetzung. Dem tanzwütigen Publikum jedoch schien es zu gefallen. Sei es drum, mir sind VNV Nation da eindeutig lieber.
Nach technoiden Klängen gab es dann Samsas Traum zu bestaunen, was für ein Break im Line-Up. Knüppelharter Metal schallte aus den Boxen und es gab zum Leidwesen einiger Fans ausschliesslich neues Material von Alexander Kaschte zu hören. Auch dem Ruf als arroganteste Band der Welt wurde wieder ordentlich Futter gegeben. Herr Kaschte hielt sich mit Bemerkungen Richtung Publikum jedenfalls nicht zurück. Aber was tut man nicht alles für sein Image. Mein Fazit : kann man sich geben, muss man aber nicht.
Danach wurde es dann richtig voll vor der Bühne, denn Subway To Sally rockten das Amphitheater und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine explosive Bühnenshow mit vielen Pyroeinlagen sorgten für die bis dato vielleicht beste Stimmung im Publikum. Die Pyroeinlagen sorgten auch dafür, das die Fotgrafen erst etwas später vor die Bühne durften, vielleicht angesichts der eh schon sängenden Hitze besser so. Eric Fish bedankte sich nochmal artig bei Nordrhein-Westfalen für den Sieg beim Bundesvision Song Contest und hatte damit natürlich den Applaus auf seiner Seite. Die Verbundenheit zu ihren Fans wurde auch nochmal beim Song “Eisblumen” deutlich. Hier durfte eine junge Frau aus dem Publikum auf die Bühne, die ihren kurzen Auftritt neben Eric Fish sichtlich genoss. Natürlich fehlten auch die Überhits “Sieben” und “Julia und die Räuber” nicht und so liessen Subway To Sally ein sichtlich zufriedenes Publikum zurück, das sich nun auf den Headliner des Samstags vorbereitete.
Es war Zeit für Douglas McCarthy und Bon Harris alias Nitzer Ebb. Unterstützt von Jason Payne betraten sie zum Einbruch der Dunkelheit die Bühne. Wie nicht anders zu erwarten folgte nach einem kurzen Intro “Getting Closer” und Nitzer Ebb hatten das Publikum sofort im Griff. Was folgte war ein Feuerwerk der grössten Hits, doch auch der neueste Song “Payroll” sollte nicht fehlen. Auch der einsetzende Regen konnte die Masse nicht davon abhalten sich dieses grossartige Erlebnis bis zum Ende anzusehen. Für mich definitiv ein Highlight.
Der Sonntag startete mit Solitary Experiments. Ein Konzert auf das ich mich schon im Vorfeld gefreut hatte und das zurecht. Mit dieser Freude war ich anscheinend auch nicht alleine, da trotz der frühen Spielzeit bereits der Grossteil der Festival-Besucher anwesend war. Die Setlist entsprach wohl auch dem Geschmack des Publikums was die Reaktionen deutlich zeigten. Auch einen neuen Song gab es bereits zu hören, da darf man sich auf´s kommende Album freuen. Ein perfekter Auftakt für den Sonntag.
Die nächste Band im Line-Up sollten Schelmish sein. An dieser Stelle kann ich auch nicht viel sagen, ausser das mich wieder der Durst packte. Das Mittelalter und ich werden wohl nie richtige Freunde.
Nach Durst stillen und Umbaupause betraten Reaper die Bühne. Am Publikum konnte man auch wieder deutlich erkennen was nun folgen sollte. Das Projekt von Vasi Vallis (Frozen Plasma, Ex-Nam Nam Bulu) zog wieder die tanzfreudigen Besucher in seinen Bann. Bei mir wollte der Funke jedoch nicht so richtig überspringen. Zu statisch wirkte das ganze auf der Bühne und die für mich inakzeptale Stimmleistung tat ihr übriges. Mal abgesehen davon das ich kein Freund von schnell produzierter Club-Musik bin. Aber auch hier gilt wieder Geschmackssache.
Geschmackssache auch die nächste Band : Heimataerde. Schon auf CD absolut nicht mein Fall, konnte mich dieses Projekt auch live nicht überzeugen. Electro gepaart mit Mittelalter und einer entsprechenden Show im Ritterkostüm, die sicher nett anzusehen war, aber wie gesagt meinen Nerv nicht traf. Dem Publikum schiens jedoch grösstenteils zu gefallen, also Mission erfüllt.
Für mich ein weiteres persönliches Highlight war der Auftritt von Tom Shear alias Assemblage 23. Um Es auf den Punkt zu bringen, ein absolut fantastischer Auftritt mit einer perfekten Songauswahl. Einzig und allein die Stimme war ein wenig zu leise abgemischt.
Die nun folgenden Spetsnaz, [:SITD:], The Crüxshadows, Schandmaul und Lacrimosa bekam ich leider nicht mehr zu Gesicht, da mich bereits frühzeitig entschlossen hatte nach Assemblage 23 die Heimreise anzutreten, die mit 6 Stunden Fahrt nicht zu verachten war.
Bleibt noch mein Fazit des ersten Blackfield Festivals. Für mich ein lohnendes Wochenende. Von der Organisation her gibt es absolut nichts zu meckern. Getränke- und Essenpreise lagen teils unter dem festivalüblichen Niveau. Die Aftershow-Parties waren ohne zusätzlichen Eintritt zu besuchen, ein deutliches Plus gegenüber anderen Festivals. Ich für meinen Teil nehme auch lieber eine 20-minütige Umbaupause in Kauf, als ein ständiges Hin- und Hergehetze zwischen verschiedenen Bühnen, also auch hier ein Pluspunkt. Also bitte weiter so….
Wer dieses Jahr verpasst hat, sollte sich also das 2.Blackfield Festival 2009 vom 27.06.-28.06. vormerken. Als Bands stehen bereits VNV Nation, ASP und Diary of Dreams fest.
Ganz unscheinbar hängt ein schwarzes DIN A1 Plakat in der Fußgängerzone der bayrischen “Weißbier-HighTech Metropole”. Man muss sich ganz schön konzentrieren um nicht einfach daran vorbei zu laufen. “Performance 2007?, so wird das ganze betitelt. Naja harte Nippel bekommt man davon noch nicht. Aber ein kleiner kalter Schauer lief mir schon über den Rücken.
Superikone ist eins der wenigen Projekte, die kein neues Album benötigen, damit die Leute zu seinen Konzerten kommen. Insbesondere im Osten ist die Stimmung auf Konzerten eigentlich immer sehr gut. Malte (Superikone) vereint als “Alleinunterhalter” nahezu alle Qualitäten, die man für diesen Job braucht: Er kann unterhalten, er kann tanzen, der lebt die Songs auf der Bühne und ein paar Mädels sagen auch, dass er gut aussieht. Da geriet das aktuelle Online – Album “Endorphin” und die Online – Re-Release der Single “Opiate” und des Album “Opiate” fast zu Nebensache.
Das Showcase von TAPE in Köln stand unter keinem guten Stern. Sonntagsabends im Januar bekommt man den gemeinen Kölner nur sehr schwer vom warmen, trockenen Sofa in die Kälte und den Nieselregen…Aber es kam noch schlimmer, in der nahe gelegenen Live Music Hall spielten Killswitch Engage , also harte Konkurrenz. Und so war es trotz freiem Eintritt nicht mal halb voll im Underground, so zumindest der optische Eindruck.
“Hallo, hier spricht Welle: Erdball, Symphonie der Zeit. Aus dem Äther schwingt und schwillt sie in die Ewigkeit!”
Zu den ersten Klängen von “Dein Ende” betrat der Zeremonienmeister Steve Naghavi die Bühne: Dunkler Anzug, dunkles Hemd, orange Krawatte – und mit einem breitem Grinsen im Gesicht, Steve der Herr im Ring für heute Abend. Nach “Military Fashion Show” und “High” begann eine muntere Reise durch die And One Vergangenheit: Angefangen bei “Metallhammer”, “Panzermensch”, “Sometimes” bis zu “Deutschmaschine”, “Consequenz of Time”, “Krieger” und “Wasted”. Auch wenn das Publikum die neuen Songs “Body Company”, Enjoy the Unknown”, “Traumfrau” noch nicht so mitsingen konnten. Dies wird sich sicherlich bald ändern, da die Songs melodisch, tanzbodentauglich und einprägsam sind.
Einerseits unterhält man sich mit Leuten, die meinen sie hätten schon bessere Konzerte einer Band erlebt, was dann ein wenig die Laune drückt und andererseits kann man so die hübschen Bilderchen ergattern mit denen dieser Artikel hier bespickt ist. Einfach die nette Dame neben sich mit dem Riesen-Fotoapparat mal fragen, ob sie die Bilder bei uns veröffentlichen will, wenn man eh schon im Gespräch ist.
Die folgenden Zeromancer haben glücklicherweise nur in einem Punkt angefangen, wo die Vorband aufgehört hat. Die Rede ist von der Oberkörperbekleidung des Frontmannes. Die Betonung liegt hier auf Mann – Da waren wenigstens ein paar Haare zu sehen, aber ich wollt mich ja jetzt nicht mehr mit der Vorband beschäftigen.
Als nächstes stand Unheilig auf dem Programm, aber den konnte man ja vorher auch schon am Merchandise Stand bewundern, belagern und begatten… Moment begatten konnte man ihn nicht, aber sich mit ihm fotografieren lassen und diverse… Objekte… sich unterschreiben lassen. Ich habe dem Ganzen nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt – vornehmlich wurden da wohl spezielle Autogrammkarten unterzeichnet, aber wer weiß wovor der nicht zurückschreckt – obgleich da mehrere Schreibutensilien herumlagen. Ich übertreibe mal wieder etwas, aber will eigentlich nur meinen, dass er publikumsnäher ist, als ich gedacht hätte.
Der wohl geplante, aber nicht gefühlte Höhepunkt war dann irgendwo im letzten Drittel des Konzert, als Peter Spilles die Bühne betrat und es hieß: “Ich will leben” Aber bis auf den gebrüllten Refrain ging das Ganze recht unspektakulär über die Bühne, während Spilles auf mich etwas orientierungslos und deplaziert wirkte. Vielleicht hat er sich ja selbst wieder die Frage gestellt: “Was mach ich hier eigentlich und wie weit soll das gehen?” Wieso Klatschen zwei alte Säcke ab, nachdem sie zusammen vor einem mageren Publikum eine eher magere Nummer hingelegt haben? Naja, vielleicht nicht mager, aber ernüchternd.
Project Pitchfork sind seit gut 15 Jahren im Geschäft und ich sollte sie zum ersten Mal sehen. Gut neben mir munkelte es, dass sie schon mal besser gewesen seien, aber das hat mir keinen wirklich großen Abbruch getan. Auf die Bühne kamen sie mit “Requiem” in meinen Augen die beste Entscheidung überhaupt, vor allem wegen der Lyrics… Ebenfalls im Programm waren natürlich “Timekiller” und der Megakracher “Existance”, dank dem mein Beitrag zu Project Pitchfork etwas kürzer ausfällt. Das liegt ganz einfach daran, dass ich alt werde und sportliche Betätigung auf mich so wirkt, wie ich mir das bei diversen bewusstseinsverändernden Drogen vorstelle. Meine folgenden Erinnerungen an das weibliche Publikum sind jetzt noch frischer, als die an die Band; ich hoffe man möge mir das verzeihen und gewinnt einen besseren Eindruck durch die Bilder hier.
Danach kam der Act für in der Hauptsache gekommen war -



