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:Wumpscut: im Interview

11. Februar 2009 | Von Andy | Kategorie: Interviews, News | 307 mal aufgerufen

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Ein neues :Wumpscut: Album im ersten Quartal des Jahres ist mittlerweile schon fast Tradition geworden. So beglückt uns Rudy Ratzinger auch dieses Jahr wieder mit einer neuen Veröffentlichung. Am 3.April 2009 erscheint “Fuckit”. Dies nahm ich zum Anlass Rudy zu diesem und anderen Themen zu befragen.

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Memento Mori – Die Spur des Todesengels

10. Dezember 2008 | Von Andy | Kategorie: Artikel, News | 185 mal aufgerufen

Aufgrund des Titels könnt man vermuten es handelt sich hier um eine CD-Rezension. Bei “Memento Mori – Die Spur des Todesengels” handelt es sich jedoch um ein PC-Game aus dem Hause dtp. Nun mag der eine oder andere denken darkerradio und PC-Games, wie passt das? Das passt sehr wohl, doch dazu komme ich später.

Bei Memento Mori handelt es sich um ein klassisches Point & Click Adventure. Schon der Vorspann lässt erahnen was uns erwartert. Mystische Bilder und Musik stimmen uns auf den Plot ein.

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Wenn stumme Stimmen reden – P24 im Interview

13. November 2008 | Von Andy | Kategorie: Interviews, News | 110 mal aufgerufen

Am 05.09.2008 erschien das zweite Album von P24 “Stimmen bleiben stumm”. Seit über 12 Jahren ist Rico musikalisch aktiv. Unter anderem als Mastermind der Band “D.-Pressiv” so wie Remixer von Camouflage, !distain, Lights of Euphoria und vielen weiteren. Lest im folgenden Rico´s Gedanken zu Gefühlen, Plänen und das neue Album :

Rico, wie geht es Dir heute?
Sehr gut, danke, sehr gut.

Jemand hat Dich kürzlich als überzogen emotionalisiert und schüchtern bezeichnet. Trifft das zu ?

Ja, ich bin zwar ein sehr emotionaler Mensch, aber als überzogen emotionalisiert würde ich mich nicht bezeichnen. Und ob ich schüchtern bin, will ich selber nicht beurteilen. Aber sollte es so sein, sehe ich dies nicht als schwäche sondern Stärke.

Große, vielleicht übertriebene Gefühle spielen bei P24-Songs eine wesentliche Rolle. Wie siehst Du das ?

Ohne Emotionen lassen sich Melodien erst gar nicht kreieren. Ob das nun übertrieben wirkt, kann ich nicht beurteilen, würde es aber in die Riege subjektiver Wahrnehmung einordnen. Klar ist, dass ich in den Songs meine persönlichen Erlebnisse verarbeite, auch wenn meine Standpunkte oftmals rein subjektiv zu betrachten sind. Aber anders funktioniert es nun mal nicht.

Bist Du nach über 12 Jahren musikalischer Geschichte immer noch nervös wenn ein neues P24-Album erscheint ?

Und wie! Ich bin und war nie der coole Künstler, an dem Kritik völlig spurlos vorbei gegangen ist. Sicherlich wächst im Laufe der Zeit eine gewisse Leichtigkeit im Umgang mit Kritik oder der Tatsache, dass man auf der Bühne genauestens beobachtet wird. In den ersten Jahren hat mir das Lampenfieber ziemlich zugesetzt, aber inzwischen ist das ganze schon weitgehend entspannter geworden.

Coolness, genauso wie Sexyness, sind zwei grundlegende Pop-Begriffe, die im Zusammenhang mit P24 praktisch keine Anwendung finden.

Ich muss nicht cool sein und bin sind es insofern auch nicht, als dass die Pose bei mir niemals vor der Aussage steht. Den popüblichen Sold an Coolness können andere abarbeiten. P24 bzw. ich stehe auch genauso wenig für Sexyness. Sexy würden ich und meine Liveband uns nicht nennen. Jedenfalls tue ich auch nichts dafür, als sexy wahrgenommen zu werden.Ich stehe für meine Texte, die Musik und dafür, dass beides etwas bei den Zuhörern auslösen soll.

Kommen wir zu Deinem neuen Album „Stimmen bleiben stumm“. Gilt „Stimmen bleiben stumm“ als allgemeines Lebensmotto von Dir ?

Bestimmt nicht! Es gibt viel zu sagen…. Und werde dies auch konsequent tun.Es gibt aber kaum einen Titel der lebensbejahender, intensiver und konsequenter ist als der Titeltrack meines neuen Albums „Stimmen bleiben stumm“. Im vergangenen Jahrzehnt hat die Entwicklung der Menschheit enorm zugelegt. Der Prozess läuft und läuft und läuft. Es wird immer schneller wie ich finde. Egal aus welchem Augenwinkel man es betrachtet. Ob negativ oder positiv, ob aus sozialer, politischer oder technischer, wissenschaftlicher Hinsicht. Es stellt sich die Frage: Was kommt in der Zukunft noch auf uns zu? Es gibt die Stimme der Vorahnung, die Stimme der Neuankündigung, die Stimme der Angst, die Stimme der Träume, die Stimme der Hoffnung…usw. Was ist wenn diese Stimmen stumm bleiben?

Inhaltlich werden viele Themen von Dir durchleuchtet. Unter anderem ein aktuelles Topthema „Geldgier“. Was willst Du uns hier in Zeit wo Banken zusammenbrechen als wären es Frittenbuden mit auf den Weg geben ?

Geldgier – Das Thema ist in unserer heutigen Gesellschaft mehr als nur aktuell. Der Song ist eine Psycho-Variation des Mottos „Je höher der Aufstieg umso tiefer der Fall“ wenn man nicht aufpasst. Der Ehrgeiz zum Reichtum ist wie Feuer es sollte unter Kontrolle sein und man sollte nicht damit zu offensichtlich herumspielen denn sonst verbrennt man sich sehr leicht.Oder anders ausgedrückt: Der materielle Faktor unserer Gemeinschaft wächst proportional zum technischen Fortschritt und dem Willen, immer mehr und mehr zu erreichen. Die Gemeinschaft, die unser Leben bereichern sollte, wird dabei in verschiedene Gruppierungen gespalten. Aus der Geschichte unserer vorherigen Generationen wissen wir, dass wir wieder auf den Höhepunkt der früheren Ständegesellschaft hinarbeiten, und wie das endet wissen wir auch aus der Geschichte. Es schmerzt, zusehen zu müssen, wie Gier und Neid unsere Gemeinschaft zerstören. Meinen Protest drücke in Form von Songs aus und hoffe, dass er viele Menschen erreicht und anspricht.

Ist ein Musikprojekt mit devoter Gefolgschaft, wie P24, eigentlich frei von Stalkern ?

Das schöne an diesem komischen Ding P24 ist das völlige Ausbleiben von jeglichem Personenkult. Ich versuche auch alles dafür zu tun, dass das so bleibt. Meinem Selbstverständnis nach bin ich Musiker und kein Star. Auch liebe ich den Kontakt zu meinen Fans, somit war das Thema “Stalking” bisher nie eines.

Spielst Du gerne Konzerte ?

Ich liebe die Bühne, und natürlich ist das auch die Chance, neue Zuhörer zu gewinnen.

Hast Du einen regelmäßig wiederkehrenden Traum, der mit Deinem künstlerischen Schaffen zu tun hat ?

Früher träumte ich von einem Plattenvertrag bei einem großen Label, aber die Realität hat auch mich über die Zeit hinweg eingeholt, deshalb sucht man sich Faktoren im Leben, die den Weg zum Wunschdenken unabhängig gestalten. Hinzu kommt, dass mein früherer Traum jetzt nicht mehr zu meinen Plänen passt. Ich habe einen Weg gefunden, um mich musikalisch zu vewirklichen, das ist doch traumhaft.

Was planst Du/Ihr für die nächste Zeit ?

Live wieder auf Bühnen unterwegs sein, es wird eine Remix-Variante des aktuellen Albums “Stimmen bleiben stumm” online veröffentlicht und ausserdem ist eine neue EP als Featuring mit dem Produzenten “Ohrenfleisch” plus dazugehörigem Bühnenkonzept in Vorbereitung. Es gibt noch sehr viel zu tun.

Ich gebe Dir drei Stichworte vor und würde mich freuen, dazu ein kurzes Statement von Dir zu hören:
- Kapitalismus

Die abgewandelte Form der Planwirtschaft, nur ohne realistischen Plan.

- Egoismus

Zerstört sehr viel Lebensqualität untereinander.

- Gefühle

Geben uns Kraft und Zuversicht, um Mensch zu sein.

Dein Schlusswort  ?

Danke für das Interview, Danke an das DarkerRadio-Team für den Support und wünsche Euch weiterhin viel Erfolg und vorallem endlos wachsende Zuhörerschaft. Wir hören uns! Tune it !

01 Geldgier
02 Zu weit weg
03 Haferschleim und Müslibrei
04 Der Himmel ist frei
05 Genug ist genug
06 Nur für einen Moment
07 Auf und davon
08 Freiheit aus Träumen
09 Geheimnisvoll
10 Hallo Gewalt!
11 Neid
12 Blickfeld
13 Stimmen bleiben stumm

VÖ : 05.09.2008 Phobotaxis Media
P24 MySpace

Das Interview führte Karsten Allenstein.



The Cure – 4:13 Dream

10. November 2008 | Von Falk | Kategorie: CD der Woche, CD-Kritiken | 185 mal aufgerufen

Die Beste Band Der Welt (zumindestens aus Sicht der “Letzten Enklave Des Guten Geschmacks”) hat ein neues Album veröffentlicht: 4:13 Dream.

Nach mehrmaliger Verschiebung, Single-Marathon und einem Remix-Zwischenhäppchen ist das 13te Studio Album von The Cure endlich in die Vinyl-Schränke der Fans gewandert. Viele, vor allem alte Gruftsportler sind der Meinung, nach “Disintegration” hätte sich die Band auflösen sollen. Hat sie ja auch. Zum geschätzten 13. Mal.

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Heavy Current im Interview

26. Oktober 2008 | Von Andy | Kategorie: Interviews, News | 98 mal aufgerufen

Schon vor einiger Zeit stellten wir Euch die neue Heavy Current EP “Ratrace” vor. Nun kommt Jan von Heavy Current im folgenden Interview selbst zu Wort – über Diven, Egomanen und Erinnerungen, doch lest selbst :

Jan, wie geht es Dir heute?

Jan: Danke der Nachfrage, freut mich echt! Ist ja nicht mehr selbstverständlich, dass sich jemand für das Befinden interessiert. Mir geht’s ganz gut!

Wie würdest Du den Stil von Heavy Current beschreiben? Wohin geht “die Reise” bei der neuen e.p. “Ratrace”?

Jan: Ratrace ist mehr ein “Übergangssong” vom Album EDACIOUS zum kommenden Album PUSH THE FIRE. Ratrace zeigt, dass das neue Material, frischer, punkiger, trashiger, aber auch ausgereifter klingen wird, ohne dass wir uns untreu werden. Speziell auf dieser EP wirst du neben dem Titeltrack noch einige sehr gute Remixes vom letzten Album zu hören bekommen.

Welche Bands & Künstler hörst Du privat zu Hause?

Jan: Ich lege mich da Genremässig nicht fest… Bands und Musiker wie IAMX, Muse, Björk, Prodigy, NIN, David Bowie, The Knife, Alec Empire find ich momentan recht interessant, was sich bei mir schnell ändert oder einfach erweitert.

Mit welchen Künstlern oder Produzenten würdest Du gerne mal zusammenarbeiten? Und warum?

Jan: Naja, mit Produzenten möchte ich eigentlich nicht mehr zusammenarbeiten, denn die versuchen immer einen Stempel ihrerseits drauf zu drücken. Klar auf der anderen Seite hab ich ne Menge über Produktionen und gewisse Feinheiten gelernt, aber im Grunde kommt eben nicht das raus, was der Musiker will. Ansonsten gibt es einige Künstler, mit denen ich gern was machen möchte… Björk oder Peter Gabriel zum Beispiel, aber das sind eher Träume. Momentan arbeite ich ja mit echt guten Musikern zusammen, siehe Felix an der Gitarre und Nook an den Drums und ich bin stolz auf die beiden.

Welche neuen Bands / Künstler bewunderst Du im Moment? Was findest Du im Moment innovativ?

Jan: Bewundern ist sehr hochgegriffen, aber die Bands und Künstler, die ich privat höre verfolge ich auch in ihren Produktionsprozessen. Man versucht immer herauszufinden, “… was haben die da gemacht, dass das sooo knallt…”
Innovativ finde ich momentan die Leichtigkeit Musik zu schaffen. Ich selbst arbeite zu 75% an meinem Notebook, was gerade unterwegs richtig praktisch ist. Miditaste, Kopfhörer und Mic – mehr brauchste nicht zum Musik machen.

Künstler sind Egomanen. Wie lief die Zusammenarbeit und Produktion ab? Wie habt Ihr interne Konflikte gelöst?

Jan: Bei der Produktion klappt unser Zusammenspiel recht gut. Ich bringe zwar die schon fast fertigen Songs mit, aber Nook und Felix geben mit ihren Ideen den letzten wichtigen Schliff und ersetzen den einen oder anderen Synth. Selbst Songs die ich schon ins Archiv verbannen wollte, konnten durch die kreative Ader der beiden “gerettet” werden. Sollte es doch verschiede Meinungen geben, diskutieren wir drüber und probieren eben alle Varianten aus, fertig!

Passend zum Thema: Was sind für Dich die Eckpfeiler einer Freundschaft?

Jan: Ehrlichkeit, Loyalität, Humor, Verständnis und der gewisse Draht, der eben ohne Worte zeigt, dass da eine Freundschaft ist.

Es gibt Menschen die behaupten, dass Du eine ziemliche “Diva” bist. Was sagst Du zu dem Vorwurf?

Jan: Ey Leute, kommt einfach zu mir und wir schauen mal bei einem Teechen, was so sehr “Diva” an mir ist, ok! ;)

Du machst seit fast 10 Jahren Musik. Was ist das seltsamste, was Dir je passiert ist?

Jan: An das seltsamste Konzert, an was ich mich erinnern kann, war das Abschlusskonzert auf unserer Tour mit Battle Scream und Cephalgy in Potsdam. Es schienen alle Pannen, die auf Tour hätten passieren können, sich auf ein Konzert zu konzentrieren. Erst fliegt Felix über das Notebook – Stille – Nix kaputt, weiter. Mein Mikrofonständer zerbricht – er war erst fünf Tage alt. Felix reist sein Gurt, dann verfängt sich sein Armband in der Gitarre. Und trotz alle dem, war es eines der besten Konzerte von uns überhaupt. Keine Fehler, super Zuhörer und eine riesen Stimmung!

Gibt es irgendwas, was Du bereust?

Jan: Naja, wie jeder Künstler bereut man nicht das Wissen und das Können schon eher gehabt zu haben – wie auch…? Ansonsten, ich hätte eher mit guten Leuten zusammenarbeiten sollen.

Gibt es ein Konzert, was Dir in bleibender Erinnerung geblieben ist? Und warum?

Jan: Auf der letzten Tour in Dresden musste ich bei EDACIOUS weinen, als ich meinen besten Freund im Publikum sah und wir uns in die Augen schauten. Wir wissen warum… Ansonsten sind mir einige Konzerte in Erinnerung, die in meinen Augen gigantisch waren, nicht weil viele Zuschauer da waren, oder wir ne Menge CD’s vertickt haben, sondern einfach, weil ein magischer Moment da war, der echt nur ganz kurz zu spüren schien…

Einige Staatsanwaltschaften lassen Raubkopieren mittlerweile unbehelligt, wenn diese weniger als 200 Filme oder 3000 Musikstücke heruntergeladen haben. Wie ist Deine Meinung dazu?

Jan: Was soll ich als Künstler sagen? Durch die Staatsanwaltschaft werden auch nicht mehr CD’s verkauft, oder? Es hilft eben nur geile Musik zu machen, die dem Zuhörer motiviert wieder “ja” zu einer CD zu sagen.

Glaubst Du, dass in 15 Jahren noch Tonträger (egal in welcher Form) veröffentlicht werden?

Jan: Tonträger wird es nur noch als “Werbemittel” geben, um eine Tour zu promoten. Wenn du dann ein Ticket kaufen willst, gehst du auf die Bestellseite, ziehst dir das Album und dann kaufst du eben deine Eintrittskarte.

Jan, bist Du religiös? Und wenn ja, woran glaubst Du?

Jan: Nein, ich bin nicht religiös… Das liegt einfach daran, dass alle Religionen sehr nach Regeln und Dogmen agieren und meine Vorstellung von Schöpfung und Verhalten nicht übereinstimmen. Der Glaube selbst ist jedoch frei und erlaubt mir auch meine eigene Welt zu machen. An was ich glaube? Schicksal – das ist bisher das einzige Phänomen was ich wirklich erlebt habe.

Ich gebe Dir drei Stichworte vor und würde mich freuen, dazu ein kurzes Statement von Dir zu hören:

- Kapitalismus: Wer Geld zum glücklich sein braucht, hat’s noch nicht kapiert!
- Apoptygma Berzek: Warum meinen alle, dass wir den gleichen Friseur haben? ;)
- Heimat: Such ich noch, aber werde sie finden…

Jan, vielen Dank für das Interview. Letzte Worte?

Jan: Herzlichen Dank für die Gelegenheit, uns vorstellen zu dürfen! Eure Diva..! :P

Dieses Interview führte Karsten Allenstein.



Blackfield-Festival 2008 – ein Résumé

14. August 2008 | Von Andy | Kategorie: Konzertberichte | 170 mal aufgerufen

Das war es also, das erste Blackfield Festival im Amphitheater im Nordsternpark Gelsenkirchen. Hier nun meine Eindrücke der 3 Tage.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen Freitag pünktlich zur ersten Band Pink Turns Blue am Ort des Geschehens zu sein. Aber leider hatte die Autobahn rund um Hamburg etwas dagegen, so das ich nicht nur Pink Turns Blue, sondern ärgerlicherweise auch Stromkern verpasste. Der Ärger war jedoch aufgrund der perfekten Organisation schnell verflogen. Kein langes Warten bei der Bändchenausgabe und auch meinen Fotopass hatte ich fix, obwohl ich leider im Vorfeld vergass anzugeben das ich fotografieren will. Danke nochmal an dieser Stelle an Martin vom Veranstaltungsteam.

Die erste Band die ich dann bewundern durfte waren Icon Of Coil. Und ich wurde nicht enttäuscht, wie erwartet lieferten Andy & Co. eine perfekte Show ab. Man merkte nichts von der langen Live-Pause. Nach einer kurzen Umbaupause folgten dann Dreadful Shadows. Für mich das erste Konzert und es war eine solide Vorstellung. Die nun folgenden Blutengel habe ich mir aufgrund nicht vorhandenen Interesses geschenkt. Es sei mir verziehen. Stattdessen ein kurzer Gang übers wunderschöne Gelände. Für mich eine perfekte Location. Die Händlermeile war vielleicht ein wenig dürftig, aber das wird sich in den nächsten Jahren sicher ändern.

Der Samstag begann mit Colony 5. Ich hatte die Jungs kurz vorher bereits live gesehen und musste abermals bemerken das sie ein fantastische Live-Band sind. Das Set bestand grösstenteils aus Songs des letzten Albums “Buried Again” was dem Grossteil des Publikums entgegen zu kommen schien. Es folgten Iris, die anfangs leider technische Probleme hatten. Diese Zeit Zeit wurde allerdings grossartig überbrückt. Sänger Reagon Jones und Gastmusiker Ned Kirby (Stromkern) legten ein spontanes Unplugged-Set aus Stimme und Bassgitarre hin – Gänsehaut pur. Irgendwann spielte dann auch die Technik mit und Iris boten einen Mix aus alten und neuen Songs.

Solar Fake ist das Soloprojekt von Sven Friedrich (Zeraphine, Dreadful Shadows) und enterte als nächstes die Bühne. Gespielt wurden selbstverständlich ausschliesslich Stück des Debütalbums “Broken Grid”. Der eine oder andere der Solar Fake noch nicht kannte, dürte wohl angesichts der doch etwas schwungvolleren Bühnenshow, als man das beispielsweise bei Zeraphine gewohnt ist, überrascht gewesen sein. Man merkte Sven den Spass an diesem Projekt mit jedem Ton an und so war es ein rundum gelungener Auftritt.

Gespannt wartete ich nun auf Diorama, die ich bisher leider noch nicht live gesehen hatte. Ein schweres Versäumnis wie sich herausstellen sollte. Torben Wendt und seine Jungs legten auch sofort mit ihrem Club-Hit “Advance” los und sorgten somit gleich für die richtige Stimmung. Auch Songs wie “Erase me”, “Kein Mord” und “Synthesize Me” entpuppten sich als Ohren- und Augenschmaus. Ein absolut überzeugender Auftritt den ich mir gerne noch einmal mit längerer Spielzeit anschaue.

Im Anschluss erwartete ich Northern Lite. Doch leider wollte der Funken von Anfang an nicht richtig überspringen und die Band wirkte eher etwas gelangweilt und deplatziert. Also nutzte ich die Zeit der mittlerweile brütenden Hitze etwas zu entkommen und für Nachschub bei der Flüssigkeitszufuhr zu sorgen.

Pünktlich war ich dann zu Catastrophe Ballet zurück. Eine Band die ich vor Jahren schon einmal live gesehen hatte, von denen mir aber kaum etwas geläufig war. Und so war ich doch positiv überrascht. Überzeugender Goth-Rock der bei mir doch den einen oder anderen Ohrwurm hinterliess. Einzig und allein auf den Gastauftritt von Oswald Henke hätte ich verzichten können, aber das ist und bleibt ja bekanntlich Geschmackssache.

Nach kurzer Umbaupause betrat Ronan Harris (VNV Nation) mit seinem Projekt Modcom die Bühne. Im Vorfeld waren mir nur ein Samplerbeitrag sowie Remixe bekannt. Umso erstaunter war ich, das sich auch diese Remixe tatsächlich im Set wiederfanden. Ansonsten wirkte das Ganze ein wenig unspektakulär, ein in die Menge grinsender Ronan Harris, der sich hinter seinem Laptop verschanzt hatte und ab und zu ein paar Knöpfe drehte. Sowas schaue ich mir gerne als DJ in einem Club an, auf einer Live-Bühne ist das für mich aber eine ganz klare Fehlbesetzung. Dem tanzwütigen Publikum jedoch schien es zu gefallen. Sei es drum, mir sind VNV Nation da eindeutig lieber.

Nach technoiden Klängen gab es dann Samsas Traum zu bestaunen, was für ein Break im Line-Up. Knüppelharter Metal schallte aus den Boxen und es gab zum Leidwesen einiger Fans ausschliesslich neues Material von Alexander Kaschte zu hören. Auch dem Ruf als arroganteste Band der Welt wurde wieder ordentlich Futter gegeben. Herr Kaschte hielt sich mit Bemerkungen Richtung Publikum jedenfalls nicht zurück. Aber was tut man nicht alles für sein Image. Mein Fazit : kann man sich geben, muss man aber nicht.

Danach wurde es dann richtig voll vor der Bühne, denn Subway To Sally rockten das Amphitheater und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine explosive Bühnenshow mit vielen Pyroeinlagen sorgten für die bis dato vielleicht beste Stimmung im Publikum. Die Pyroeinlagen sorgten auch dafür, das die Fotgrafen erst etwas später vor die Bühne durften, vielleicht angesichts der eh schon sängenden Hitze besser so. Eric Fish bedankte sich nochmal artig bei Nordrhein-Westfalen für den Sieg beim Bundesvision Song Contest und hatte damit natürlich den Applaus auf seiner Seite. Die Verbundenheit zu ihren Fans wurde auch nochmal beim Song “Eisblumen” deutlich. Hier durfte eine junge Frau aus dem Publikum auf die Bühne, die ihren kurzen Auftritt neben Eric Fish sichtlich genoss. Natürlich fehlten auch die Überhits “Sieben” und “Julia und die Räuber” nicht und so liessen Subway To Sally ein sichtlich zufriedenes Publikum zurück, das sich nun auf den Headliner des Samstags vorbereitete.

Es war Zeit für Douglas McCarthy und Bon Harris alias Nitzer Ebb. Unterstützt von Jason Payne betraten sie zum Einbruch der Dunkelheit die Bühne. Wie nicht anders zu erwarten folgte nach einem kurzen Intro “Getting Closer” und Nitzer Ebb hatten das Publikum sofort im Griff. Was folgte war ein Feuerwerk der grössten Hits, doch auch der neueste Song “Payroll” sollte nicht fehlen. Auch der einsetzende Regen konnte die Masse nicht davon abhalten sich dieses grossartige Erlebnis bis zum Ende anzusehen. Für mich definitiv ein Highlight.

Der Sonntag startete mit Solitary Experiments. Ein Konzert auf das ich mich schon im Vorfeld gefreut hatte und das zurecht. Mit dieser Freude war ich anscheinend auch nicht alleine, da trotz der frühen Spielzeit bereits der Grossteil der Festival-Besucher anwesend war. Die Setlist entsprach wohl auch dem Geschmack des Publikums was die Reaktionen deutlich zeigten. Auch einen neuen Song gab es bereits zu hören, da darf man sich auf´s kommende Album freuen. Ein perfekter Auftakt für den Sonntag.

Die nächste Band im Line-Up sollten Schelmish sein. An dieser Stelle kann ich auch nicht viel sagen, ausser das mich wieder der Durst packte. Das Mittelalter und ich werden wohl nie richtige Freunde.

Nach Durst stillen und Umbaupause betraten Reaper die Bühne. Am Publikum konnte man auch wieder deutlich erkennen was nun folgen sollte. Das Projekt von Vasi Vallis (Frozen Plasma, Ex-Nam Nam Bulu) zog wieder die tanzfreudigen Besucher in seinen Bann. Bei mir wollte der Funke jedoch nicht so richtig überspringen. Zu statisch wirkte das ganze auf der Bühne und die für mich inakzeptale Stimmleistung tat ihr übriges. Mal abgesehen davon das ich kein Freund von schnell produzierter Club-Musik bin. Aber auch hier gilt wieder Geschmackssache.

Geschmackssache auch die nächste Band : Heimataerde. Schon auf CD absolut nicht mein Fall, konnte mich dieses Projekt auch live nicht überzeugen. Electro gepaart mit Mittelalter und einer entsprechenden Show im Ritterkostüm, die sicher nett anzusehen war, aber wie gesagt meinen Nerv nicht traf. Dem Publikum schiens jedoch grösstenteils zu gefallen, also Mission erfüllt.

Für mich ein weiteres persönliches Highlight war der Auftritt von Tom Shear alias Assemblage 23. Um Es auf den Punkt zu bringen, ein absolut fantastischer Auftritt mit einer perfekten Songauswahl. Einzig und allein die Stimme war ein wenig zu leise abgemischt.

Die nun folgenden Spetsnaz, [:SITD:], The Crüxshadows, Schandmaul und Lacrimosa bekam ich leider nicht mehr zu Gesicht, da mich bereits frühzeitig entschlossen hatte nach Assemblage 23 die Heimreise anzutreten, die mit 6 Stunden Fahrt nicht zu verachten war.

Bleibt noch mein Fazit des ersten Blackfield Festivals. Für mich ein lohnendes Wochenende. Von der Organisation her gibt es absolut nichts zu meckern. Getränke- und Essenpreise lagen teils unter dem festivalüblichen Niveau. Die Aftershow-Parties waren ohne zusätzlichen Eintritt zu besuchen, ein deutliches Plus gegenüber anderen Festivals. Ich für meinen Teil nehme auch lieber eine 20-minütige Umbaupause in Kauf, als ein ständiges Hin- und Hergehetze zwischen verschiedenen Bühnen, also auch hier ein Pluspunkt. Also bitte weiter so….

Wer dieses Jahr verpasst hat, sollte sich also das 2.Blackfield Festival 2009 vom 27.06.-28.06. vormerken. Als Bands stehen bereits VNV Nation, ASP und Diary of Dreams fest.



Musikbusiness, oder: wo waren wir stehen geblieben?

11. Mai 2008 | Von Falk | Kategorie: Essays | 243 mal aufgerufen

(Ein Text von Pee Wee Vignold)

crossIrgendwann Ende 1997 habe ich einen alten Freund besucht, mit dem ich zusammen in der Oberstufe war. Er war damals schon – und ist es heute noch – ein ziemlicher Nerd, der während alle anderen noch auf dem Amiga 500 spielten, schon mit einem Amiga 2000 und einem 300 Baud Akustikkoppler in dem herumsurfte, was Jahre später erst das Internet werden sollte. Er erzählte mir, dass er schon lange keine CDs mehr brennt, das neue Ding sei jetzt MP3. Damit kriegt man die Musik auf den CDs so klein, dass man einen Song bei guter Bandbreite bequem in einer halben Stunde bis Stunde durch die Telefonleitung saugen kann.

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Zu kurz gedacht?

6. Januar 2008 | Von Falk | Kategorie: Essays | 161 mal aufgerufen

Trent Reznor scheint enttäuscht – zumindest, wenn ich einschlägige Kommentare zur Veröffentlichung der Downloadzahlen des Saul Williams-Albums “The Inevitable Rise And Liberation Of Niggy Tardust” lese. Allerdings finde ich, da wird einfach nicht weitergedacht…

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Grendel Konzert – trotz mangelndem Publikum voller Erfolg!

7. Dezember 2007 | Von Freddy | Kategorie: Konzertberichte | 181 mal aufgerufen

Als ich in die “Halle” reinkam, die kurzerhand auf einen kleinen Saal verlegt wurde, bekam ich ersteinmal einen ziemlichen Schock. Es war 19.30 (Konzertbeginn) und gerade mal 20-30 Leute befanden sich in dem Raum. Ich dachte “das kann nicht wahr sein” und habe nachgefragt… und tatsächlich, Karten wurden kaum verkauft im Vorverkauf…

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Das Jahr, als die Musikindustrie starb

10. Oktober 2007 | Von Falk | Kategorie: Essays | 281 mal aufgerufen

R-739311-1153818844Wenn das so weitergeht, wie bisher, dann könnte das Jahr 2007 tatsächlich in die Geschichte eingehen. Immer mehr Bands und Künstler verschenken einfach ihre neuesten Alben (The Crimea, Prince) oder lassen die Fans entscheiden, wieviel sie zahlen möchten (Radiohead).

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