Alle Beiträge dieses Autors

Illusion of Light: Ferngesteuert

15. April 2007 | Von Karsten | Kategorie: CD-Kritiken

Illusion Of Light - FerngesteuertDas lang herbeigesehnte, neue Illusion of Light - Album ist da. Beim europaweiten “Battle of the Bands 2006/2007″ des Szene-Hochglanzmagazins Sonic Seducer erreichten Illusion of Light unter mehr als 1200 Teilnehmern den 9. Platz. Mit gewissen Erwartungen legte ich die CD in den Player…

Und ich hörte einprägsame Refrains, welche auf ein klassisches Arrangement treffen.

Bedrohliche Soundscapes wurden mit harten, energiegeladenen Beats und auch ruhigeren Passagen verknüpft und mit catchy Melodien und Futurpop-Splittern angereichert. Mit einfachen, aber raffiniert angewendeten Mitteln, weiß man zu überzeugen. Illusion of Light haben ihre Nische im Dark-Electro-Dschungel gefunden.

Das Rad wird nicht neu erfunden. Insbesondere überzeuge die beiden Remixe der Songs “Electronic History” und “Licht und Wärme”. Dem Future-Electro-Jazz-Mix von “Electronic History” merkt man an, dass hier ein echter Soundtüftler am Werk war. Matthias von Nova Spes hat hier mal wieder ein produktionstechnisches Meisterwerk hingelegt.

Der Remix von “Licht und Wärme” geremixed von Malte (Superikone) könnte auch ein Song von Witt, Wolfsheim & Co. sein. Überzeugende deutsche Lyrics mit aufwendigen Sounds und hochwertigen Arrangements. Sehr intensiv aber dennoch radiotauglich. Ein gelungenes Album, keine Frage.

Link: Illusion Of Light



Superikone: Master and Servant Party am 16.03.2007

21. März 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte

Superikone ist eins der wenigen Projekte, die kein neues Album benötigen, damit die Leute zu seinen Konzerten kommen. Insbesondere im Osten ist die Stimmung auf Konzerten eigentlich immer sehr gut. Malte (Superikone) vereint als “Alleinunterhalter” nahezu alle Qualitäten, die man für diesen Job braucht: Er kann unterhalten, er kann tanzen, der lebt die Songs auf der Bühne und ein paar Mädels sagen auch, dass er gut aussieht. Da geriet das aktuelle Online - Album “Endorphin” und die Online - Re-Release der Single “Opiate” und des Album “Opiate” fast zu Nebensache.

Gleich von Beginn hat Malte richtig Gas gegeben. Die Pegel schlugen aus bei den zahllosen Superikone - Evergreens, ob dies nun “Höher, schneller, weiter”, “Machtmenschen” oder “Opiate” heißen. Aber auch die neuen Song gehören wieder zu Premium - Liga des Elektropops, dies spricht für Malte. Superikone - Konzerte leben von der intensive Kommunikation mit dem Publikum, dies wurde Ihm durch das Cottbusser - Publikum nicht gerade leicht gemacht.

Nach dem Konzert gab DJ DustDevil richtig Gas. Nach dem ersten Depeche Mode - Songs starteten die Cottbusser dann endlich richtig durch. Bis in die frühen Morgenstunden feierte DJ Dust Devil seinen Geburtstag mit einem Best-of-Mix der elektronischen Tanzmusik der letzen 25 Jahre. Die leichten, alkoholbedingten Kopfschmerzen am nächsten Tage könnten als Beweis für eine gelungene Party gewertet werden.

Link: Superikone



Tape: #2 Tour 2007 am 28.01.2007 in Köln Underground

2. Februar 2007 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte

Tape PR 01 rgb 150dpiDas Showcase von TAPE in Köln stand unter keinem guten Stern. Sonntagsabends im Januar bekommt man den gemeinen Kölner nur sehr schwer vom warmen, trockenen Sofa in die Kälte und den Nieselregen…Aber es kam noch schlimmer, in der nahe gelegenen Live Music Hall spielten Killswitch Engage , also harte Konkurrenz. Und so war es trotz freiem Eintritt nicht mal halb voll im Underground, so zumindest der optische Eindruck.

Mongofünf spielten Support. Ihr Motto gemäß Flyer “Das letzte bisschen Heilanstalt” - ich verkneife mir jetzt hier einen Dieter-Bohlen-Spruch dazu.

Aber das total Groove-resistente Gegröle und Gegrunze nahm seinen Lauf. Sollte diese Bands verschiedene Songs auf Lager haben habe ich sie trotz 30 min. Trommelfellvergewaltigung nicht gehört. Auch die Posen des Sängers, vermutlich Gelegenheitssatanist, können nicht überzeugen. Sorry, Ihr seid bei mir nicht im Recall! Fairerweise sollte man jedoch anmerken, dass sie beim Publikum überraschend gut ankamen. Wie immer Geschmackssache halt.

Nach einer Umbaupause erschienen die Jungs und das Mädel von Tape . Man merkt es den Jungs an, sie sind die großen Bühnen gewöhnt. Dieses Showcase war trotzdem eines der schwierigsten. Nach der einstweiligen Verfügung gegen Ihre Plattenfirma konnten Sie sich nicht mal richtig vorstellen, denn zu dem Zeitpunkt des Konzertes durften sie Ihren Namen nicht nennen.

TAPE waren auf der Bühne!

Die Show von TAPE lebt von Ihrer neuen Sängerin Peti. Was für eine Erscheinung ! Die bildschöne Peti ist eine Augenweide. Man merkt direkt, dass Sie langjährige Bühnenerfahrung hat. Peti rockt! Jedoch gelang es Ihr trotzdem nur sehr schwer, das Publikum mit Ihrer tollen Stimme zu überzeugen. Hauptaugenmerk lag auf den Stücken des neuen Albums, das augenscheinlich beim Großteil noch nicht bekannt war.

Fazit: TAPE spielen rundum befriedigenden New Metal (hören sie selbst wahrscheinlich nicht so gerne); nicht mehr, aber auch nicht weniger. Teilweise zu angepasst, zu austauschbar. Wer hier Innovation suchte, war fehl am Platz. Nach gut 70 Minuten wurden wir wieder in die trübe Kölner Kälte entlassen.

www.tape-music.de

www.mongofuenf.de



Welle:Erdball: Chaos Total Tour 2006 am 24.11.2006 in Krefeld

14. Dezember 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte

we quartett“Hallo, hier spricht Welle: Erdball, Symphonie der Zeit. Aus dem Äther schwingt und schwillt sie in die Ewigkeit!”

Das Hauptkonzept Welle:Erdball ist die Arbeit eines Radiosenders. Nach mehreren Jahren verläst nun wieder ein neues Programm mit dem Namen “Chaos Total” das Funkhaus Welle:Erdball. Ein Grund aufzuhorchen. Der Aufwand, den die Beschäftigten der Sendeanstalt beim neuen Tonträger betrieben haben, spiegelt sich auch auf der Bühne wieder.

In der fast ausverkauften Krefelder Kulturfabrik zeigten Honey, Alf und die Mädels Frl. Venus und Plastique, was zur Zeit in deutscher - minimal elektronischer - Popmusik so möglich und machbar ist. Support gab es keinen - also nach ein bisschen elektronischer Tanzmusik aus der Konserve und dem o.g. bekannten Intro einfach zack und los! Um 21.40 Uhr erschienen Honey und & Alf in der bekannten Welle:Erdball – Uniform, sprich weiße Hemden, schwarze Handschuhe, schwarze Krawatte, schwarzes Jacket; Frl. Venus und Plastique in schwarz-weißen 50er Jahre Kleidern und passenden Accessoires.

Spätestens nach “Funkbereit” und “Gib mir mein Gefühl zurück” brannte die Luft und die Menge tobte. Wunderkerzen und Leuchtstäbe wurden hochgehalten und das begeisterte Publikum ging sofort mit. Das ist Entertainment der Superlative. Welle:Erdball inszenieren jeden Song wie ein Theaterstück, das heißt: Beim Song “Schweben, Fliegen, Fallen” werden große Luftballons ins Publikum geworfen. Beim Song “Arbeit Adelt” bearbeitet Honey ohrenbetäubend und martialisch eine große Blechtonne, halt echte Arbeit, beim Song “Super 8? wird dementsprechend eine Super 8-Kamera präsentiert und passend in die Show integriert. Beim Song “Starfighter” werden Papierflieger ins Publikum geworfen. Auch der Klassiker “Elektrosmog” wird passend präsentiert: Frl. Venus und Plastique (mittlerweile in hautengen, schwarzen Lederkostümen) “beschiessen” das Publikum mit Kinder-Laserpistolen. Das absolute Highlight der Show ist “Hoch die Fahnen” bei dem Song schwingen Frl. Venus und Plastique Welle:Erdball - Fahnen. Man könnte fast meinen, man ist auf einer Jugendweihe in der ehemaligen DDR. Gänshautfeeling!

IMG 0979

Die optische Präsentation ist bei Welle:Erdball ein echtes Erlebnis und zieht fast zwangsläufig das Publikum in seinen Bann. Und in diese Gefühlswelt brechen dann auch nachdenkliche Songs ein: Honey fragt zweimal, ob das Publikum gut drauf ist und spielt dann mit einem Lächeln im Gesicht “Contergan”. Ein Song, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Hier schaffen es Honey & Co, ein hochsensibles Thema unterhaltsam und nachdenklich rüberzubringen. Aber man merkte dem Publikum an, dass es diese schwere Kost nicht so einfach zu verdauen vermochte. Auch der Serge Gainbourg-Klassiker “Poupée de Cire, Poupée de Son” im Original von France Gall, der nur von Frl. Venus und Plastique präsentiert wird, ist weiteres Highlight. Der einzige Song, der nicht auf Deutsch gesungen wurde.

Und immer wieder wird der COMMODORE 64 als Mitglied des Senders Welle:Erdball in Klang, Bild, Text und Sprache gefeiert. Nach 2 Stunden und 30 min Programm, inkl. zwei Zugaben, in denen die Worte Sarkasmus, Ironie, Satire und Humor eine ganz neue Bedeutung bekommen haben, verabschieden sich Welle:Erdball von ihren Fans. Ein gelungener Abend, das Publikum ging erschöpft, aber in Partystimmung nach Hause und auch die Welle:Erdball-Fans der ersten Stunde haben das Konzert mit Begeisterung genossen.



Obscenity Trial: Here And Now

17. November 2006 | Von Karsten | Kategorie: CD-Kritiken

otrial-hereandnowMan nehme einen Esslöffel VNV Nation, ein wenig Camouflage und eine Prise New Order, bringe diese Mixtur unter ständigem Rühren zum kurzen Aufkochen: Obscenity Trial ist servierbereit. “Here and now” ist das erste Album von Obscenity Trial, sprich Oliver Wand und Frank Hass. Aufgenommen wurde es von keinem Geringeren als Olaf Wollschläger (Produzent von u.a. Melotron, In Strict Confidence u.a.).

Das Resultat dürfte jedem Electro - Insider wohl klar sein:

Treibende Drumprogrammierung, jagen atomsphärische Vocals. Man merkt, das Oliver eine ausgebildete Stimme besitzt. Er unterstreicht mit seiner Stimme den teilweise sphärischen, melancholischen Charakter der Songs. Insbesondere der Song “Here and now”, zu dem auch ein Video gedreht wurde, überzeugt. Oder anders gesagt: Es wurde das Electropop-Rad nicht neu erfunden, aber weiterentwickelt, intensiviert und optimiert.

Fast alle Tracks bleiben im Ohr bzw. Gedächtnis hängen. Elf durchweg tanzbare, mitunter hypnotisch, eindringliche Stücke mit Ohrwurmcharakter + drei Remixe. Von Obscenity Trial wird man noch viel hören.

Weitere Anspieltipps: “Afraid”, “Silence” - der melancholischen Herbsthymne und “Never too Late”.

(Infacted Recordings/Soulfood)

http://www.otrial.de
http://www.myspace.com/obscenitytrial



And One: Bodypop-Tour 2006 in Köln Live Musik Hall am 29.10.2006

5. November 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte

Es versprach ein Ereignis der besonderen Art zu werden, welches mich an diesem lauen Oktoberabend in der Kölner Live Musik Hall erwartete: And One hatten zum Konzert geladen. Ihr Album “Bodypop” zählt zu den absoluten musikalischen Highlights des Jahres 2006. Bei meiner Ankunft in der bereits gut gefüllten Live Musik Hall stach mir sofort das auffällige Bühnenbild von And One ins Auge.

Eröffnet wurde der Abend von Obscenity Trial. Bitte wer?

Nach einer Internetrecherche war ich schlauer: Das Duo Obscenity Trial bestehend aus Frontmann Oliver Wand und Frank Hass an den Keyboards. Der “Obszönitäten Versuch” oder “Prozess” wird mit dem Album “Here and Now” hoffentlich sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Sie präsentierten schöne Electropop Perlen, die teils an NamNamBulu oder Camouflage erinnern, dabei aber jede Menge Eigenständigkeit ausstrahlen. Der Song “Here and Now” ist der Hit Ihres gleichnamigen aktuellen Albums. Einziger Kritikpunkt bleibt die sichtbare Nervosität von Oliver. Hey, Du hast eine fantastische, ausgebildete Stimme; lass die Rampensau raus und unterhalte Dein Publikum!

Von Obscenity Trial werden wir hoffentlich noch viel hören!

Nach einer kurzen Umbaupause enterten Spetsnaz die Bühne. Die Schweden konnten mich leider nicht überzeugen. Stampf - EBM mit Grunzgesang ist zwar tanzbar, aber unspektakulär . Die neue Single “Hardcore Hooligans” ist ein typischer EBM-Kracher bei dem man das Gefühl hat, den Song schon mehrmals in ähnlicher Form gehört zu haben. Wenn man Oldschool - EBM hören möchte, dann die Originale; sprich:
Nitzer Ebb, Front 242!

Wer hier Innovation sucht, suchte vergeblich.

Endlich war es soweit. Der übergroße And One Schriftzug erstrahlte in grellem, orange farbigem Licht. Die beiden Keyboards und Mikrofonstative von Chris Ruiz und Gio van Oli wurden genial ins Bühnenbild integriert. Nach den ersten 15 Sekunden des Intros konnte man erahnen, was einen erwartet. Chris und Gio betraten die Bühne.

andoneZu den ersten Klängen von “Dein Ende” betrat der Zeremonienmeister Steve Naghavi die Bühne: Dunkler Anzug, dunkles Hemd, orange Krawatte - und mit einem breitem Grinsen im Gesicht, Steve der Herr im Ring für heute Abend. Nach “Military Fashion Show” und “High” begann eine muntere Reise durch die And One Vergangenheit: Angefangen bei “Metallhammer”, “Panzermensch”, “Sometimes” bis zu “Deutschmaschine”, “Consequenz of Time”, “Krieger” und “Wasted”. Auch wenn das Publikum die neuen Songs “Body Company”, Enjoy the Unknown”, “Traumfrau” noch nicht so mitsingen konnten. Dies wird sich sicherlich bald ändern, da die Songs melodisch, tanzbodentauglich und einprägsam sind.

Die Ausleuchtung und Bühnengestaltung sollten die ganze Show hindurch überdurchschnittlich durchdacht bleiben - ein Beweis dafür, dass man auch sehr effektive Visualisierungen erschaffen kann, wenn man nicht über das Budget einer Stadion-Rock-Band verfügt. Was man braucht ist nur ein wenig Phantasie.

Highlights waren alle Songs, die Steve gemeinsam mit Gio gesungen hat (z.B. “Metallhammer” und “Panzermensch”). Auch die And One Medleys und And One vs. Depeche Mode Medleys wurden passend integriert und vom Publikum begeistert abgefeiert.

Steve, Chris und Gio waren vollen Spielfreude und legten allesamt eine Show auf die Bretter, als ginge es um ihr Leben. Bei AND ONE gibt es keine Statisten - nur Macher. Steve brachte mit seiner energiegeladenen Show auch die letzten Reihen der Live Musik Hall gehörig ins schwitzen. Nach knapp zwei Stunden war das Konzert leider bereits vorbei. Die Zeit verging wie im Fluge und es hätte ruhig noch weiter gehen können, was Wohl das beste Kompliment ist, welches man einem Künstler machen kann.

Der krönende Abschluss des Konzerts war eine von den Fans geforderte A Capella Version von “Pimmelmann”. Danach gingen Steve, Chris und Gio sichtbar erschöpft von der Bühne. Auf jeden Fall gehört die Show von Steve, Chris und Gio zum Besten, was ich seit langem gesehen habe. Ich kann mit Fug und Recht von einem rundum gelungenen Abend sprechen.

www.andone.de



Terminal Choice: New Born Enemies Tour 2006

22. Oktober 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte

Support: Limbogott + Jesus on Extasy

Krefeld, Kulturfabrik, 19.10.2006

LimbogottPünktlich um 20 Uhr lieferte Limbogott sein Liveset ab. Limbogott… was für ein Bandname! Ihr fragt euch jetzt sicher, wie man auf so einen Namen kommt.

Ganz einfach: Drogen! Drogen im Übermaß, in allen Farben, in allen Formen und am besten in hoher Dosierung.

Musikalisch bedienen sich Limbogott bei Bands wie Nine Inch Nails, Marilyn Manson oder Ministry und mischen auch ein wenig The Prodigy dazu. Das ist nicht revolutionär, macht aber gute Laune und ist bestens geeignet, ein bisschen Druck abzulassen. Um sinnlose Stilbezeichnungen sind sie auch nicht verlegen, und so nennen sie ihren Sound Post-Industrial-Violence-Metal oder New Level Shit.

Nach kurzer Umbaupause enterten Jesus on Extasy die Bühne. Man denkt sofort an die üblichen Verdächtigen: The Crüxshadows, The Birthday Massacre & Co. Und wie soll es anders sein, Sänger Dorian kommt aus New Orleans, USA. Laut Presseinfo machen sie “the future of industial”. Keine Frage: Die Songs sind gut gemacht aber irgendwie fehlte die besondere Note.

TerminalChoice

Es ertönte das Intro von Terminal Choice! Chris Pohl und seine Mitstreiter betraten die Bühne. Vom ersten Song (”Animal”) an wusste Chris Pohl zu überzeugen. Der sprichwörtliche Funke sprang sofort über. Die Bühne war fast schon zu klein für den agilen Chris, Schlagzeug, Keyboard, die Kollegen mit Gitarre und Bass und ein Bildschirm mit passender DVD-Show verliehen dem Bühnengeschehen gelungen mehr Dynamik. Passende Gesten, passende Kommentare, passende Samples und ein energiegeladener Chris Pohl sorgten schnell dafür, dass die Fans mitgingen.

Gleich der zweite Song war “Don’t go”, im Orginal von Yazoo, einer der Coversongs des neuen Albums. Es wurde das passende und sehr gut gemachte Video eingespielt. Die elf Songs des Hauptsets boten ein gelungenes Potpourri aus alten und neuen Nummern. Insbesondere seien die Hits des neuen Albums erwähnt: “Golden Days”, “I want 2 know” und “Devil Daddy” aber mit “Animal”, “Collective Suicide” und “Death fuck” waren natürlich auch viele Gassenhauer aus früheren Jahren dabei. Das Publikum quittierte diese mit Euphorie und lautem Mitsingen. Chris war freundlich, bodenständig und suchte stets den Kontakt zum Publikum.

Nach zwei Zugaben mit insgesamt fünf Songs: “Pull the trigger”, “Amagedoon”, “Crack up”, “She is the devil” und “Rockstar” war das Publikum entgültig außer Rand und Band. Unterhaltsame Ansagen, witzige Samples und selbstverständlich die passenden Video-Sequenzen inbegriffen. Nach anderthalb schweißtreibenden Stunden verließen ca. 400 glückliche und nassgeschwitzte Gestalten die Kulturfabrik. Ein gelungenes Konzert war zu Ende gegangen, in dem Chris Pohl und seine Mitstreiter mal wieder mit Bravour beweisen konnten, warum sie zu den beliebtesten Liveacts der Szene gehören.

Nach dem Konzert kamen Chris & Co. noch an den Merchandising-Stand und erfüllten alle noch so absurden Wünsche der Fans (von Autogrammen auf Handyschalen bis zu selbst gebastelten Chris-Pohl-Ikonen war alles dabei) von distanziertem Gehabe und Starallüren keine Spur!

Ordentlich durchgerüttelt und mit tauben Ohren, aber extrem guter Laune, machten wir uns auf den Heimweg.

(Quelle Bilder: Carsten Terres)



Camouflage: Relocated - Tour 2006 am 19.09. in Köln Live Musik Hall

24. September 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte

16 Termine quer durch Deutschland dauert die jüngste Tournee von Camouflage. Das mittlerweile siebte Studioalbum “Relocated” steht seit 25.08.2006 in den Läden und will präsentiert werden. Markus Meyn, Oliver Kreysing und Heiko Maile werden mit “Relocated” einen weiteren Meilenstein in der Bandgeschichte markieren.

Weiterlesen… »