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And One: Bodypop-Tour 2006 in Köln Live Musik Hall am 29.10.2006

5. November 2006 | Von Karsten | Kategorie: Konzertberichte

Es versprach ein Ereignis der besonderen Art zu werden, welches mich an diesem lauen Oktoberabend in der Kölner Live Musik Hall erwartete: And One hatten zum Konzert geladen. Ihr Album “Bodypop” zählt zu den absoluten musikalischen Highlights des Jahres 2006. Bei meiner Ankunft in der bereits gut gefüllten Live Musik Hall stach mir sofort das auffällige Bühnenbild von And One ins Auge.

Eröffnet wurde der Abend von Obscenity Trial. Bitte wer?

Nach einer Internetrecherche war ich schlauer: Das Duo Obscenity Trial bestehend aus Frontmann Oliver Wand und Frank Hass an den Keyboards. Der “Obszönitäten Versuch” oder “Prozess” wird mit dem Album “Here and Now” hoffentlich sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Sie präsentierten schöne Electropop Perlen, die teils an NamNamBulu oder Camouflage erinnern, dabei aber jede Menge Eigenständigkeit ausstrahlen. Der Song “Here and Now” ist der Hit Ihres gleichnamigen aktuellen Albums. Einziger Kritikpunkt bleibt die sichtbare Nervosität von Oliver. Hey, Du hast eine fantastische, ausgebildete Stimme; lass die Rampensau raus und unterhalte Dein Publikum!

Von Obscenity Trial werden wir hoffentlich noch viel hören!

Nach einer kurzen Umbaupause enterten Spetsnaz die Bühne. Die Schweden konnten mich leider nicht überzeugen. Stampf - EBM mit Grunzgesang ist zwar tanzbar, aber unspektakulär . Die neue Single “Hardcore Hooligans” ist ein typischer EBM-Kracher bei dem man das Gefühl hat, den Song schon mehrmals in ähnlicher Form gehört zu haben. Wenn man Oldschool - EBM hören möchte, dann die Originale; sprich:
Nitzer Ebb, Front 242!

Wer hier Innovation sucht, suchte vergeblich.

Endlich war es soweit. Der übergroße And One Schriftzug erstrahlte in grellem, orange farbigem Licht. Die beiden Keyboards und Mikrofonstative von Chris Ruiz und Gio van Oli wurden genial ins Bühnenbild integriert. Nach den ersten 15 Sekunden des Intros konnte man erahnen, was einen erwartet. Chris und Gio betraten die Bühne.

andoneZu den ersten Klängen von “Dein Ende” betrat der Zeremonienmeister Steve Naghavi die Bühne: Dunkler Anzug, dunkles Hemd, orange Krawatte - und mit einem breitem Grinsen im Gesicht, Steve der Herr im Ring für heute Abend. Nach “Military Fashion Show” und “High” begann eine muntere Reise durch die And One Vergangenheit: Angefangen bei “Metallhammer”, “Panzermensch”, “Sometimes” bis zu “Deutschmaschine”, “Consequenz of Time”, “Krieger” und “Wasted”. Auch wenn das Publikum die neuen Songs “Body Company”, Enjoy the Unknown”, “Traumfrau” noch nicht so mitsingen konnten. Dies wird sich sicherlich bald ändern, da die Songs melodisch, tanzbodentauglich und einprägsam sind.

Die Ausleuchtung und Bühnengestaltung sollten die ganze Show hindurch überdurchschnittlich durchdacht bleiben - ein Beweis dafür, dass man auch sehr effektive Visualisierungen erschaffen kann, wenn man nicht über das Budget einer Stadion-Rock-Band verfügt. Was man braucht ist nur ein wenig Phantasie.

Highlights waren alle Songs, die Steve gemeinsam mit Gio gesungen hat (z.B. “Metallhammer” und “Panzermensch”). Auch die And One Medleys und And One vs. Depeche Mode Medleys wurden passend integriert und vom Publikum begeistert abgefeiert.

Steve, Chris und Gio waren vollen Spielfreude und legten allesamt eine Show auf die Bretter, als ginge es um ihr Leben. Bei AND ONE gibt es keine Statisten - nur Macher. Steve brachte mit seiner energiegeladenen Show auch die letzten Reihen der Live Musik Hall gehörig ins schwitzen. Nach knapp zwei Stunden war das Konzert leider bereits vorbei. Die Zeit verging wie im Fluge und es hätte ruhig noch weiter gehen können, was Wohl das beste Kompliment ist, welches man einem Künstler machen kann.

Der krönende Abschluss des Konzerts war eine von den Fans geforderte A Capella Version von “Pimmelmann”. Danach gingen Steve, Chris und Gio sichtbar erschöpft von der Bühne. Auf jeden Fall gehört die Show von Steve, Chris und Gio zum Besten, was ich seit langem gesehen habe. Ich kann mit Fug und Recht von einem rundum gelungenen Abend sprechen.

www.andone.de

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