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Zu kurz gedacht?

6. Januar 2008 | Von Falk | Kategorie: Essays

Trent Reznor scheint enttäuscht - zumindest, wenn ich einschlägige Kommentare zur Veröffentlichung der Downloadzahlen des Saul Williams-Albums “The Inevitable Rise And Liberation Of Niggy Tardust” lese. Allerdings finde ich, da wird einfach nicht weitergedacht…

Schau ich mir nur die nackten (veröffentlichten) Zahlen an, dann wirken die auf mich alles andere als negativ. 18,3% der Fans oder auch 28.322 Menschen bezahlten fünf US-Dollar, um das Album als hochwertigen MP3- oder verlustfreien FLAC-Download zu bekommen. Und für viele Schreiber war scheinbar an der Stelle das Glas halbleer…

Doch stell ich die 33.897 verkauften Einheiten des 2005 erschienenen Albums des Künstler dagegen, dann sind absolut gesehen grad mal rund 5000 Alben weniger verkauft worden. Allerdings dürften sich dort die Einnahmen nach Abzug aller Vertriebs- und Labelkosten auf ca. 1 Dollar pro Einheit bewegt haben. Und nun frag ich - das soll schlecht sein?

Natürlich berücksichtigt dies nicht, daß ja auch für das neue Album Kosten für “…ein erstklassiges Team samt Studio, …die Musiker, einen alten Verlagsvertrag, Sample-Freigaben und die Übertragungskosten…” angefallen sind. Leider werden die nicht konkret beziffert, aber ein reines Nullsummenspiel wird es am Ende nicht gewesen sein. Vor allem nicht, da meines Erachtens Rap eh auf einem absteigenden Ast sitzt und viele mit dieser Art von Musik einfach nichts anfangen können.

Und eben erstmal den kostenfreien Download nutzten, um zu schauen, was ihr Held Trent Reznor denn da produziert hat. Und das waren dann nochmal rund 130.000 interessierte Menschen. Und jetzt möge mir einer doch erzählen, daß von diesen nicht der Eine oder die Andere erst durch diesen Download überhaupt auf Saul Williams aufmerksam wurde und sich jetzt nach anderen Möglichkeiten umschaut, für ihn Geld loszuwerden.

Daraus zu schlußfolgern, daß dies kein Konzept auch für eher unbekannte Bands wäre, finde ich zu kurz gedacht, an der Wirklichkeit vorbei und typisch für eine BWL-gequälte Gesellschaft. Ich würde es langfristig als gelungen betrachten und trink dann das halbvolle Glas noch mit aus.

Mehr dazu unter anderem bei laut.de

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