Dies ist der Versuch eine Kategorie auf dieser Page wiederzubeleben. Viel zu lange war es hier ruhig. Einleitend möchte ich gleich einmal festhalten, das die folgenden Äußerungen ausschliesslich meine persönliche Meinung darstellen und diese sich nicht mit der gesamtem darkerradio-Crew decken müssen. Wer sich also persönlich zu Drohbriefen, Lobhuldigungen und Heiratsanträgen verpflichtet fühlt, möge sich bitte direkt an mich wenden.
Und natürlich geht es im Anschluss um Musik, worum auch sonst? Dies ist schließlich ein Radio. Und da bleibt es selbstverständlich nicht aus, das man mit allerlei “Musik” versorgt wird. Natürlich gehört zu jeder Veröffentlichung auch ein gescheiter Promotext. Ein ums andere Mal denke ich beim Lesen solcher Texte: “Verdammt muß das geil sein!” und kanns kaum noch erwarten das gute Stück probezuhören. Viel zu oft hätte ich es lieber gelassen und mir in weiser Voraussicht einen Eimer neben den Tisch gestellt. Ob auch jemand vorher liest was da verschickt wird? Mit “klingt wie” oder “Einflüsse von” kann ich ja noch leben, aber mit vorsetzlich falschen Genreangaben zu kokettieren hat schon was von Etikettenschwindel.
Mein Lieblingsthema ist dabei das sogenannte “Industrial-Techno” oder auch “Cyber-Industrial” Genre. Warum zum Teufel schreibt niemand ehrlich “Hardcore-Techno”? Denn nichts anderes ist gemeint. Der fast schon inflationär ausgebeutete Begriff “Industrial” ist mittlerweile ja eh schon fast zu einem Schimpfwort verkommen – Stichwort “Industrial Dance”. Warum nennt man das so, wenn man nicht mal zu den einzig legitimen Industrial-Arten tanzt? Müßte es richtigerweise dann nicht schlicht und einfach “Techno Dance” heißen? Wobei, was macht der Begriff “tanzen” dabei? Als ich das erste Mal bei einer Band zwei Typen auf der Bühne sah, die diese Form der Bewegung fabrizierten dachte ich noch: “Nanu, was machen die beiden Fluglotsen da? Und wo will das Ding hier landen?”. Bis jemand den Satz fallen lies “Danke an unsere Tänzer.” Puh, nochmal Glück gehabt. Kein Airbus im Anflug.
Es gibt ja Gegenden in denen mehr Fluglotsen anwesend sind als Flugzeuge. Ich muß dabei immer an Dirty Dancing denken. “Das ist mein Tanzbereich und das ist Deiner. Du kommst nicht in meinen und ich nicht in Deinen.” Nun gut, selbst bei großzügig bemessener Tanzfläche dürften demnach maximal fünf “Tänzer” bis zur Überfüllung des Luft- …äh… Tanzraumes anwesend sein. Deswegen passen wahrscheinlich auch nie mehr als drei auf eine Bühne. Irgendwo muß die Band ja noch spielen. Zur Not könnte man noch einen direkt neben dem Schlagzeug platzieren und würde den Drummer sparen.
Mir als Gast kommt da die Galle hoch. Ich bezahle schliesslich für die Band und nicht dafür das Mama, Papa und der Rest der buckligen Verwandschaft auch mal sehen kann das das liebe Kind in der Freizeit keinen Blödsinn macht – rein subjektiv versteht sich natürlich. Und wenn das nächste Mal jemand zu mir kommt und sagt “Spiel doch mal Industrial, ich will tanzen.”, dann tue ich das auch. Ob man den Verkehr auch nach Ministry und Co. regeln kann müßt ihr dann entscheiden.
Fortsetzung folgt…




