Da kann einem ja schon am frühen Morgen der Kaffee hochkommen. In den Medien wird mal wieder über die GEZ-Reform diskutiert. Ab 2013 soll es also eine Haushaltsabgabe geben. Jeder Haushalt zahlt ab dann 17,98 Euro pro Monat an die GEZ. Macht also 215,76 Euro im Jahr für überwiegend nutzlosen Schwachsinn. Und das wo ich doch schon Müllgebühren bezahle.
Schauen wir doch mal wofür die öffentlich-rechtlichen Nutzlosanstalten unsere hart verdiente Kohle verbraten. 2002 Euro pro Minute kostet die Talkshow von Talker Johannes B. Kerner. Bei einer Länge von 65 Minuten macht das 130.130 Euro pro Show – und das für Dummgelaber vom Feinsten. 11 Millionen Euro im Jahr kostet der Spartenkanal ZDF.Info, den ich aber nur empfange wenn ich eine zusätzliche Gebühr an meinen Kabelnetzbetreiber abdrücke. Dazu kommen dann so wertvolle Produktionen wie der “Musikantenstadl“, “Der Bergdoktor” oder “Das Traumschiff“.
Immer wieder hört man das Argument der Werbefreiheit im Vergleich zu den privaten Programmen. Erstens stimmt das nur bedingt, da ja auch bei ARD und ZDF anteilig Werbung läuft, und zweitens hab ich nichts gegen normal dosierte Werbepausen. Ich muß zwischendurch ohnehin auf´s Klo oder zum Kühlschrank und verpasse nichts. Es gibt für mich keine gute Erklärung die den angeblichen Bedarf der öffentlich-rechtlichen Anstalten plausibel begründet. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft und wer in dieser nicht ohne Zwangshilfe überlebensfähig ist, hat dort nichts zu suchen. Die einzig wirkliche Reform wäre die Abschaffung dieser Zwangsgebühr, die teilweise schon an mafiöse Schutzgelderpressung erinnert.
Fortsetzung folgt…





Bevor Missverständnisse aufkommen:Mir geht die GEZ ebenfalls auf den Sack, allerdings eher die Institution, nicht der “Zweck”.
(Eine generelle, z.B. über das Finanzamt eingezogene Medienpauschale wäre sicher sinnvoller)
Aber als Gegenargument zu deiner “These der inhaltlichen Sinnlosigkeit” erwähne ich schlicht mal…
Phoenix, Ditsche, Mitternachtsspitzen, Thadeusz, ARTE, Jupps Kneipentheater, … und natürlich den gesetzlich geregelten Auftrag der kulturellen Vielfalt, welche sicher nicht optimal ausgelastet ist, aber dennoch ganz ohne Gebühren völlig chancenlos wäre.
Denn Fernsehen nach Quote bedeutet RTL und RTLII nonstop…schönen Dank, Peter Punk.
PS:Lege gerade mal wieder Widerspruch gegen GEZ-Bescheide ein…bin im Moment bei einem Schnitt von vier Widersprüchen, bevor diese überhaupt wahrgenommen werden und wenn das hier so weitergeht, stelle ich Strafanzeige wegen Nötigung…die können einem schon gut auf den Sack gehen, die Gebühren-Nazis :-D
Ich gebe Dir recht das es auch gute Formate bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten gibt. Aber leider überwiegen für meinen Geschmack die überflüssigen. Ist bekanntlich ja Geschmackssache. Was mich daran am meisten stört ist, das ich für die theoretische Möglichkeit des Empfangens bezahlen soll, ohne das ich mich dagegen wehren kann.
Und ergänzend dazu liest man dann heute:
“Nach dem WDR hat der RBB als zweite öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt die Gehälter seiner Führungskräfte veröffentlicht. Die 59-jährige Intendantin Dagmar Reim erhalte 220.000 Euro im Jahr, teilte der Verwaltungsrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) mit. Der RBB-Staatsvertrag sehe die Veröffentlichung nicht vor, hieß es. „Allerdings gibt es auch nichts zu verheimlichen.“
Beim RBB erhält Reims Stellvertreter Hagen Brandstäter 175.000 Euro, Programmdirektorin Claudia Nothelle 155.000 Euro, Produktions- und Betriebsdirektor Nawid Goudarzi 165.000 Euro sowie der Direktor für Recht und Unternehmensentwicklung, Reinhart Binder, 155.000 Euro.”
Sicher sind das auch in der freien Wirtschaft keine unüblichen Managergehälter, allerdings werde ich dafür nicht monatlich zur Kasse gebeten. GEZ noch?
Da die öffentlich-rechtlichen Anstalten dazu angehalten sind, ein “Abbild der kulturellen Gesellschaft” anzubieten, ist es doch wohl kein Wunder, dass der Mist überwiegt.
Aber sag mir nur eine gute Sendung, die nicht aus Amerika importiert wurde, die etwas “unter- und hintergründiger” ist und die im Privatfernsehen läuft.
Oh…Kalkis Mattscheibe und Switch Reloaded…ok, auch die Minimalstspartenverköster können mal einen Treffer landen. Allerdings würden sie die Formate sofort einstellen, sollten sie keine Quote bringen.
Was ist eigentlich aus Kalkis Mattscheibe geworden???
Im übrigen guck ich mir lieber einen werbefreien Film-Noir um halb zwei auf der ARD an, als die xte Wiederholung von Waterworld *g*.
Im übrigen die Zweite:
Du kannst dich sehr wohl von der GEZ-Pflicht “befreien”, obwohl du vielleicht zu viel verdienst.
Die GEZ bietet Filteranlagen an, die sie dir gerne einbauen und welche ihr Angebot ausblenden.
Die Dinger kosteten früher irgendwas um die 100,-DM, der Einbau ist gratis.
Wirst du dann allerdings beim gucken von ARD und Konsorten erwischt, ist dies keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern erfüllt den Tatbestand des vorsätzlichen Betruges.
Aber irgendwas ist doch immer *ggg*
Du hast Stromberg vergessen. Kalkofes Mattscheibe gibts leider nicht mehr. Dafür einen Kommentar zum Thema GEZ von Kalki den ich Dir nicht vorenthalten möchte: http://www.kalkofe.de/08/docs/hoeren_und_sehen/hus_tvs_403.html
Stromberg hatte ich unter der Kategorie:”Geklaut aus England” eingestuft, aber du hast Recht, die deutsche Variante hatte sehr viel Eigenes und “wenn man eh schon auf der Titanic schippert, kann man auch Hein Blöd ans Steuer setzen…” (Stromberg zur Beförderung von Erni zum Teamleiter)
Im übrigen habe ich auch Pastewka vergessen, rattengeile Serie, aber ich befürchte, die wird es nicht in die nächste Staffel schaffen :(
@Kalkis Kommentar:
Seine Formulierungen sind wie immer genial.
Also die Unterhaltung eines internationalen Reporter-Netzes ist glaub’ auch nicht ganz billig.
Hab’ da zwar auch nicht so die Mega-Ahnung von, aber ein Freund der gesellschaftspolitisch ein bisschen mehr auf der Höhe ist und sich international auskennt, meinte dass man sich mal die Qualität der Nachrichten und Berichtserstattung im Ausland anschauen sollte, und das Deutschland da absolut unvergleichbar (gut) ist.
Auch im Print-Sektor (noch).
Ansonsten ist die Höhe der Gebühr natürlich ein wenig diskutierbar, und Sachen wie diese Immobilien-Spekulation des MDR sind da natürlich ein Skandal, wenn dann gejammert wird, dass man zuwenig Geld hat.
Vieles ginge da billiger, und z.B. eine Schlagersendung muss auch nicht vom Kreuzfahrtsschiff übertragen werden.