Es war wieder soweit. Der Postbote brachte neue frische Promos ins Haus. Wie immer geht’s zuerst ans Promotext lesen. Da sticht mir wieder eine besondere Formulierung ins Auge: “Mit dem Clubhit…” Zum einen finde ich es schon witzig das da anscheinend jemand in die Zukunft blicken kann. Und dann kommen wir zur alles entscheidenden Frage – was macht einen Clubhit aus?
Wenn ich von dem ausgehe, was mir in letzter Zeit so als potentieller Clubhit verkauft worden ist, könnte man aus dem was ich da höre fast ein Tutorial erstellen. Demnach sollte ein Clubhit aus folgenden Bestandteilen bestehen. Man nehme einen monoton hämmernden Beat. Rhythmuswechsel sind aus Gründen der Verunsicherung des tanzwütigen Volks unbedingt zu vermeiden. Enorm wichtig ist die ergänzende Bassline. Bitte auch hier nicht zu viel variieren.
Mit dem Einsatz von klischeebeladenen Samples sollte nicht gespart werden. Ganz hoch im Kurs liegen hier das böse F-Wort, Synonyme für das weibliche Geschlecht, Gewaltexzesse, sowie diverse Körperflüssigkeiten, allen voran natürlich “Bluuuuuut”. Gesang ist nicht unbedingt von Nöten. Falls doch, sollte er spärlich eingesetzt werden und sich an dieselben Voraussetzungen wie die Samples halten. Außerdem sollte er stark verzerrt oder verfremdet sein. Die Melodie sollte einprägsam sein und sich mindestens 5-mal wiederholen. Alles in allem solltet ihr für die Erstellung des Tracks nicht länger als 30 Minuten brauchen, damit in maximal einer Woche das Album voller Clubhits gepresst werden kann.
Natürlich braucht so ein potentieller Clubhit auch optische Unterstützung. Wenn Du in Deiner Bekanntschaft ein halbwegs gut aussehendes Mädel Dein Eigen nennen kannst, ziehe es aus und lichte es für das Cover ab. Gut kommt dabei natürlich wieder “Bluuuuuut”. Das lenkt den Hörer dann vielleicht auch davon ab mal genauer hinzuhören. Wenn Dein erster Clubhit erfolgreich war, kopiere ihn zehnmal und variiere nur in der Anordnung der Instrumentierung und der Samples. Somit wäre Dein Weg in die Tanztempel dieser Welt geebnet.
Fortsetzung folgt…




