Das Jahr, als die Musikindustrie starb
10. Oktober 2007 | Von Falk | Kategorie: Essays
Wenn das so weitergeht, wie bisher, dann könnte das Jahr 2007 tatsächlich in die Geschichte eingehen. Immer mehr Bands und Künstler verschenken einfach ihre neuesten Alben (The Crimea, Prince) oder lassen die Fans entscheiden, wieviel sie zahlen möchten (Radiohead).
Das ist jetzt , 8 Jahre nach Napster, nicht wirklich revolutionär. Beachtlich allerdings, daß mittlerweile immer mehr - auch etablierte - Bands auf diesen Zug aufspringen und scheinbar die Zeichen der Zeit erkannt haben. Denn um heutzutage zumindest erstmal Aufmerksamkeit zu bekommen, bedarf es keinem millionenschweren Werbebudget eines Plattenmultis. Sondern schlicht nur die Gewissheit, daß die eigene Musik den Fan erreicht.
Und das tut sie, das 7. Album der Jungs um Thom York ist derzeit in aller Munde und schon schickt sich die nächste Band an, neue Wege zu gehen.
In a groundbreaking industry first The Charlatans have joined forces with Xfm to give away their latest album completely free … on xfm.co.uk.
Plattenfirmen in ihrer bisherigen Form sind obsolot, sie weigern sich nur noch standhaft, es wahrzuhaben und entsprechend darauf zu reagieren. Und das in meinen Augen schlimmste daran - grad die Indies neigen derzeit sehr dazu, dem alten Geschäftsmodell nachzutrauern und verpassen dadurch ihre riesen Chance auf einen neuen und modernen Musikmarkt.
Und dazu passt dann gleich noch die neueste Meldung von und mit Trent Reznor. Nachdem er sich schon seiner Band entledigt hat, tat er dies nun auch mit seinem Label und verkündet auf seiner Webseite, ab sofort frei zu sein von allen Verträgen. Und betont nochmals, wie wichtig ihm der direkte Kontakt zu seinen Fans ist. Denn das er erkannt hat, wie entscheidend diese sind, sah Jeder spätestens bei der Viralkampagne zum letzten Album “Year Zero”.
Bleibt nur zu hoffen, daß ihr als Leser und Hörer hier den nötigen Respekt davor habt und statt immer gleich den Esel anzuwerfen[*] dann vielleicht doch mal den einen oder anderen Dollar für Musik aufwendet. Sonst gibt es irgendwann nur noch untalentierte Plastikpopgrütze ala Popstars.
[*] Und keine Sorge, ich mach Niemandem einen Vorwurf daraus, privat Musik zu tauschen. Dies ist in meinen Augen legitim und sollte eigentlich gewollt sein, nur verkommt es eben auch gern zum Selbstbedienungsladen.
(Quelle Foto: Kiwisex - Homefucking Is Killing Prostitution)

(5 Leser bewertete(n) mit 4.8 von 5 Sternen)




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